Nach dem internationalen Jugendtreffen 2008, das gemeinsam von der Erzdiözese Nairobi und der Communauté von Taizé vorbereitet worden war, haben Kirchenverantwortliche und Jugendseelsorger die Brüder von Taizé eingeladen, eine weitere Etappe des Pilgerweg des Vertrauens auf der Erde vorzubereiten. Dieses Treffen wird jungen Menschen aus Ostafrika und anderen Ländern Gelegenheit geben, eine Erfahrung der Gemeinschaft, des Miteinanderteilens, des gemeinsamen Nachdenkens über ein christliches Leben in einer internationalen und multikulturellen Atmosphäre zu machen, und um Zeugnis abzulegen für ihr Engagement für Christus und die Kirche, und für ihre Fähigkeit, konkrete Schritte zu machen, um Vertrauen und Frieden in ihren Gemeinden und Regionen zu schaffen.
Ruanda ist ein kleiner Binnenstaat, der vor den gleichen Herausforderungen steht, wie seine Nachbarn. Seit dem Völkermord von 1994 haben die Bewohner des Landes enorme Anstrengungen unternommen, ihr Land wieder aufzubauen und auf vielfache Weise voranzubringen: im Bereich der inneren Sicherheit, der Infrastruktur, des Bildungs- und Gesundheitswesens, der Energieversorgung und einer stabilen Regierung. Diese Errungenschaften geben vielen Anderen Hoffnung.
Die Menschen in Ruanda laden uns auf einen Pilgerweg im Namen Christi ein, auf dem wir ihre Gastfreundschaft kennen lernen können, ihre Großherzigkeit, um die Freude des Zusammenseins zu teilen und den auferstandenen Christus gemeinsam zu feiern
Indem wir ihre Einladung annehmen und 2012 am Treffen in Kigali teilnehmen, setzen wir ein Zeichen unseres Vertrauens und unserer Liebe. Wir fahren nicht in dieses Land, um ein Urteil über das Geschehene zu fällen, oder um endlose Diskussionen zu führen, sondern um den Menschen mit dem Herzen zuzuhören und unser eigenes Leben mit noch größerer Entschiedenheit einzusetzen. Gemeinsam werden wir in Stille über die Quellen unseres Glaubens nachdenken, über das Geheimnis des Todes und der Auferstehung Christi, dessen Liebe stärker ist als das Böse und die Gewalt. Wir möchten Menschen kennen lernen, welche die Tragödie von 1994 erlebt haben und bis heute schwer unter den Folgen leiden. Viele Menschen haben jahrelang gekämpft, um den Frieden und die Freiheit des Herzens wiederherzustellen, und sind fähig, die Herausforderungen der Versöhnung in ihren Gemeinden anzunehmen und ihr Land wieder aufzubauen. Solchen Menschen zu begegnen, wird ein einzigartiges Geschenk und eine christliche Erfahrung sein.
Am Treffen in Kigali teilzunehmen, erfordert ein Bewusstsein für Verantwortung, Feingefühl und eine gewissenhafte persönliche Vorbereitung. Auf unserem lebenslangen Pilgerweg zu Gott gehört das Gebet als wesentlicher Bestandteil zur Vorbereitung. Indem wir mit Anderen zusammen in unseren Gemeinden am Ort über die Quellen der Versöhnung und über unseren Einsatz für Vergebung im täglichen Leben nachdenken, über Treue und unseren Dienst an den Anderen, können wir auch während des Kigali-Treffens den Menschen tiefer begegnen und etwas von unserem Leben mit Ihnen teilen.
Am Treffen in Kigali teilzunehmen bedeutet auch, nach einfachen Wegen zu suchen, in unserem inneren Leben, im Glauben, in unserem persönlichen Lebensengagement einen Schritt weiter zu gehen. Zur Vorbereitung darauf können wir unter anderem:
1. Mit unserer Kirchengemeinde oder einem Gebetskreis, der sich regelmäßig trifft, zum Gebet zusammenkommen. So kann unsere Fahrt zu einer spirituellen Reise werden, in Verbundenheit mit den Christen bei uns am Ort, mit Gruppen oder Studentengemeinden.
2. Mit anderen können wir über den „Brief aus Chile“ nachdenken, insbesondere über die Themen: Sich bewusst für ein Leben in Freude entscheiden; Der Weg zum Glück liegt in unserer Hingabe, Tag für Tag; Gottes Vergebung annehmen und weitergeben…
Es wird erwartet, dass Teilnehmer während des Vier-Tage-Treffens in Kigali am gesamten Programm teilnehmen. Eine Vorbereitung lässt das Treffen bereits zu Hause beginnen: sich als Gäste aufnehmen lassen, aktiv am Austausch der Gaben teilhaben und sich auf die Vielfalt der Sprachen, Kulturen und Denominationen einlassen.
Wer in Ruanda bzw. Ostafrika lebt, kann sich erkundigen, wann Vorbereitungstreffen in seiner Umgebung stattfinden. In den kommenden Monaten werden Brüder aus Taizé und junge Freiwillige solche Treffen vorbereiten.
Jugendliche aus Europa und von den anderen Kontinenten sollten an einem Vorbereitungstreffen in Taizé teilnehmen.
