Papst Benedikt XVI.
Patriarch Bartholomäus von Konstantinopel
Das Patriarchat von Moskau
Der Erzbischof von Canterbury, Dr. Rowan Williams
Der Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes, Pastor Martin Junge
Der Generalsekretär der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen,
Dr. Setri Nyomi
Der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen,
Pfr. Dr. Olav Fykse-Tveit
Bischof Markus Dröge, Evangelische Kirche von Berlin-Brandenburg
Erzbischof Rainer Maria Woelki, Berlin
Metropolit Alexander von Kasachstan
Die Kirchen von Genf
Der Präsident des Europarates, Herman van Rompuy
Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon
Der Präsident der Bundesrepublik Deutschland, Christian Wulff
Die Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, Angela Merkel
Von Papst Benedikt XVI.:
Liebe Jugendliche,
Während Ihr euch in Berlin mit Tausenden junger Menschen aus ganz Europa und von den anderen Kontinenten trefft und mit den Brüdern der Communauté de Taizé nach Wege sucht, um die Quellen des Vertrauens zu verteifen, ist Seine Heiligkeit Papst Benedikt XVI. mit Euch im Gebet vereint und möchte Euch Mut machen, Wege des Vertrauens auf der Welt zu öffnen.
Der Empfang, der Euch zuteil wird, der Austausch mit jungen Menschen vieler verschiedener Länder, die gemeinsamen Gebete, vereinen Euch und helfen so, viele menschliche Barrieren zu überwinden, und sind für jeden von Euch eine schöne Erfahrung von Vertrauen!
Wie Ihr wisst, ist Vertrauen keine blinde Leichtgläubigkeit. Es befreit von den Fesseln der Angst, und dieses Vertrauen, das aus eurem Glauben an Christus und an das Leben des Heiligen Geistes in eurem Herzen kommt, macht Euch immer feinfühliger und verfügbarer, um Euch den vielen Herausforderungen und Schwierigkeiten zu stellen, denen die Menschen heute gegenüberstehen. Sie brauchen wachsame Mitmenschen, damit die Samen der Hoffnung nicht erstickt werden. Seid solch wachsame Menschen und nehmt das Vertrauen an, das Christus in Euch legt, indem er euch beruft. Angesichts von Armut und Ungerechtigkeit sehen viele junge Menschen nur noch in verzweifelter Revolte, ja sogar in Gewalt einen Ausweg. Sie brauchen Euch und den Frieden, den Ihr im Glauben findet.
Der Heilige Vater will Euch sagen, wie sehr er sich darauf freut, Euch nächstes Jahr zum 35. Europäischen Treffen auf dem „Pilgerweg des Vertrauens auf der Erde“ zu empfangen. Rom wird Euch herzlich aufnehmen! Aus ganzem Herzen schenkt er seinen Apostolischen Segen den Brüdern von Taizé, den jungen Teilnehmer des Treffens in Berlin und den Seelsorgern und Gläubigen, die diese aufnehmen.
Patriarch Bartholomäus von Konstantinopel
Liebe Brüder und Schwestern in Christus,
das Leben ist oft eine lange Reise, ein Weg der einer Pilgerfahrt gleicht. In der Tat, im Laufe der Jahre, die Gott uns schenkt, geht jeder von uns in seiner eigene Geschwindigkeit, mit den Mitteln, mit denen wir gesegnet wurden, auf das eine und einzige zu, das zählt und den Sinn unseres Lebens darstellt: Christus, der Gott ist.
Auf dieser Reise aber fühlen wir uns manchmal einsam und verlassen, gefangen in den Stürmen einer für die Geschichte Europas und der Welt schwierigen Zeit. Der Eindruck von Einsamkeit und der Abwesenheit Gottes sind keine isolierten Erfahrungen, sondern gehören wesentlich zu unserem Engagement, das oft schwach wird, aber nie ganz verschwinden darf. Das Johannesevangelium sagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Johannes 14,6). Auf unserem Pilgerweg zu Gott ist Gott wirklich verborgen, und offenbart sich in der Wahrheit seiner Liebe zu uns. Worin besteht diese Wahrheit? Sie liegt vor allem in der Menschwerdung Christi, der nicht nur unter seinen Geschöpfen gegenwärtig wurde, sondern unsere eigene menschliche Natur auf sich genommen hat und sich mit der Tiefen unseres Seins verbunden hat, um uns zu retten und uns das wahre Leben zu geben. So kann der Weg, die Wahrheit und das Leben mit Christus gleichgesetzt werden, in dem jeder dieser Namen zu einem Teil unserer eigenen kirchlichen Erfahrung wird, um Christus gegenwärtig zu machen und ihn in uns wachsen zu lassen.
Dies soll uns die praktischen Auswirkungen in unserem täglichen Leben unseres christlichen Engagements vor Augen führen. Es ist die Frage des wahren Zeugnisses unseres Glaubens an Jesus Christus, in einer Zeit aufeinander folgender Krisen. Einer der entscheidenden Ausdrücke dieses Engagements besteht darin, der Solidarität einen neuen Platz einzuräumen, die uns einlädt, einer des anderen Last zu tragen, in einem erneuerten Geist der Zusammengehörigkeit. Solidarität darf nicht zu einem Slogan politischer Parteien werden, sondern ein Versprechen, das die ganze Person einbezieht, ihr Handeln, aber auch ihr Beten, Fühlen und Mitleiden. Dies ist in der Tat die Grundlage der Botschaft des Evangeliums, das die Glaubenden nicht nur mit ihrem Schöpfer, sondern auch mit der ganzen Schöpfung verbindet. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, die Fähigkeit des Menschen neu zu beleben, Gemeinschaft zu schaffen, wie Christus, der nach den Worten des Heiligen Irenäus von Lyon, in sich die ganze Schöpfung, die ganze Menschheit „zusammenfasst“, indem er die Last unserer Schwäche auf sich nimmt. So muss sich das Bild unserer eigenen Solidarität dramatisch verändern, unsere gesellschaftliche Aufmerksamkeit neu ausrichten und den armen Menschen in den Miottelpunkt stellen, als Ziel all unserer Aufmerksamkeit und unseres besonderen Bemühungen. In den Armen offenbart sich die Person des „leidenden Gottesknechts“, den der Prophet Jesaja beschrieb, und der in Christus Gestalt annahm.
Anlässlich des 34. Europäischen Treffens in Berlin möchten wir allen Teilnehmer wünschen, dass sie diese Momente der Gemeinschaft im Gebet erleben, um auf den Felsen der Hoffnung, der im Zentrum unseres Glaubens an den Mensch gewordenen Christus steht, diese neuen Formen der Solidarität zu bauen.
Das Patriarchat von Moskau
Lieber Bruder Alois! Liebe Brüder und Schwestern!
Von Herzen grüße ich Euch anlässlich des Festes des Lichts und des Heils der Geburt unseres Herrn Jesus Christus! Wir freuen uns, Euch die Grüße und Segen Seiner Heiligkeit des Patriarchen von Moskau und ganz Russlands, Kyrill, zu überbringen, der mit der gleichen väterlichen Aufmerksamkeit wie in den Vorjahren die alljährlichen Begegnungen junger Christen verschiedener Kirchen und Länder der Welt in verschiedenen europäischen Städten mitverfolgt. Ich möchte besondere Worte des Dankes an den Prior und die Brüder der Communauté de Taizé richten, die das Treffen im Geist gegenseitiger christlicher Liebe und des Gebets vorbereiten und durchführen.
Traditionellerweise fallen die Europäischen Jugendtreffen in die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr. Dies verleiht ihnen eine besondere Bedeutung und macht sie zu Boten der Hoffnung für eine gerechtere und menschlichere Zukunft. Im Licht von Weihnachten hat diese Hoffnung eine tiefe geistliche Dimension und offenbart gleichzeitig die Grenzen menschlicher Bemühungen, eine perfekte Gesellschaft aufzubauen, und zeigt einen Weg zur Erfüllung der Hoffnungen der Menschheit, die das Evangelium eröffnet.
Wir leben in einer Welt, die sich dank der Errungenschaften des menschlichen Geistes zunehmend globalisiert. Aber heißt das, dass sie auch mehr vereint ist? Leider sehen wir, wie äußere Annäherung zwischen Völkern und Nationen zu Hass und Konflikten zwischen dem reichen Norden und dem armen Süden geführt hat, zwischen verschiedenen Klassen und sozialen Schichten, zwischen Menschen verschiedener Religionen. Dies zeigt deutlich, dass die Vereinigung der Menschheit auf der Grundlage rein wirtschaftlicher Interessen und technologischen Fortschritts nicht möglich ist.
Christus sagt, dass das eigentliche Fundament der Einheit der Menschheit nur eine Verklärung des menschlichen Herzens sein kann, die Fähigkeit zu lieben und zu vergeben. Unser Herr und Meister hat auf den Weg zur Überwindung der Logik des Hasses und der Rache geführt: „Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen, ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut denen Gutes, die euch hassen, betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel seid“ (Matthäus 5,43-45). Die tiefe Verpflichtung menschlicher Solidarität wurzelt in der Offenbarung von Weihnachten: Die Gottessohnschaft aller Menschen und damit die Bruderschaft zwischen ihnen, die Überwindung aller nationalen oder sozialen Unterschiede. In Christus, der uns eine universelle brüderliche Gemeinschaft schenkt gibt es keinen Unterschied mehr zwischen „Griechen oder Juden, Beschnittenen oder Unbeschnittenen, Barbar, Skythen, Sklaven und Freien“ (Kolosser 3,11), weil er „unser Friede (ist), der die trennende Mauer eingerissen hat“(Epheser 2,14).
Als Jünger und Nachahmer Christi seid ihr dazu berufen, Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld in eure eigenen Länder und Gemeinden zu bringen,und „einander zu ertragen und euch untereinander zu vergeben“ (Kolosser 3,13). Seid Zeugen der Liebe Christi, der über den Hass dieser Welt siegt und denen beisteht, die in unserer Nähe sind, und denjenigen, die weit weg leben, und allen hilft, die Hilfe brauchen. Seht zu, dass es im kommenden Jahr mehr Liebe in der Beziehung zwischen Menschen gibt, so dass der Lobgesang der Engel in diesen Tagen der Weihnacht freudig in jedem menschlichen Herzen erklingen kann: „Ehre sei Gott und Friede auf Erden den Menschen guten Willens“ (Lukas 2,14)!
Möge Gottes Segen für immer mit euch allen sein.
Mit der Liebe im Herrn.
Metropolit Hilarion von Volokalamsk
Präsident der Abteilung für kirchliche Außenangelegenheiten
Der Erzbischof von Canterbury, Dr. Rowan Williams
Liebe Freunde in Christus,
Kürzlich besuchte ich an einem Nachmittag ein Projekt für Jugendliche, die aus verschiedensten Gründen von zu Hause ausgerissen sind, und die in Gefahr sind. Alle Jugendlichen, mit denen ich sprach, sagten, wie schwer es ist, jemanden zu finden, dem sie sich wirklich anvertrauen können. Viele von ihnen konnten nicht glauben, dass es auch andere Möglichkeiten für ihr Leben gibt, als diejenigen, die sie schon gewohnt waren. Und fast alle von ihnen dachten, dass wenn sie über das, was sie tatsächlich fühlen sprechen würden, abgelehnt oder ignoriert würden.
Sie vertrauten den Mitarbeitern und Freiwilligen, die für sie da waren aus zwei Gründen. Sie konnten erfahren, dass sie nicht die einzigen sind, die ähnliches durchmachen, sondern dass andere Menschen ganz ähnliche Zwänge und Ängste erleben. Und sie konnten erfahren, dass ein Leben sich ändern kann. Sie brauchten das Gefühl der Anerkennung durch andere, aber auch Herausforderung und Hoffnung.
Das Wunder des christlichen Glaubens ist es, dass es beides in seiner zentralen Geschichte zusammenbringt. Gott nimmt in Jesus ein menschliches Leben - er lebt in völliger Solidarität mit uns, teilt unsere Verwundbarkeit, unsere Angst und Leid und sogar unsere geistliche Angst, wenn Gott weit weg zu sein scheint. Gleichzeitig lebt er aus einem absoluten Vertrauen, aus Freude und einer Großzügigkeit inmitten von all dem; er sagt uns, dass die Dunkelheit nicht notwendigerweise siegt, und dass wir den Felsen unveränderlicher Liebe auch dann noch berühren können, wenn es überall um uns herum stürmt.
Wir können Gott vertrauen, nicht nur weil er in Jesus in Solidarität mit uns lebt, sondern weil er mit uns in der Hoffnung lebt. Wir, die wir Jesus Nachfolger und Freunde zu sein versuchen, versuchen auch immer sowohl Solidarität als auch diese weite Vision einer neuen Welt und neuen Möglichkeiten aufzuzeigen.
Ich bete, dass Sie eure gemeinsame Zeit sowohl das Vertrauen erneuert, dass Gott in allen Dingen bei Euch ist - und das Vertrauen, dass er den Horizont immer weiter und herausfordernder werden lässt, je mehr wir mit ihm dem Anbruch einer neuen Schöpfung entgegenwachsen.
Mit meiner Liebe und meinem Gebet
Der Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes, Pastor Martin Junge
Liebe Freunde,
Sie sind zu einem Pilgerweg des Vertrauens aufgebrochen. Nie war dies so wichtig wie heute, am Ende des Jahres 2011. In diesem Jahr haben wir in den Medien viel über eine „Krise des Vertrauens“ gehört. Aber es ging nicht um Vertrauen zwischen den Menschen. In den meisten Fällen ging es um Vertrauen in die sogenannten Märkte, mit anderen Worten um die Hoffnung von Investoren und Spekulanten, dass das Geld, das sie angelegt hatte, zurückgezahlt würde und dass in der Zukunft noch höhere Gewinne erwarten könnten.
In all diesen Diskussionen war die Stimme der Christen kaum zu hören. Doch zur gleichen Zeit verstehen wir etwas vom Vertrauen. Und wir wissen eine Menge über gebrochenes Vertrauen. Das ist bereits am Anfang der Bibel ein Hauptthema (Genesis 3). Gott hatte seine Schöpfung wohl durchdacht. Aber wir Menschen haben Gottes Vertrauen missbraucht und wandte sich von einer Beziehung zu Gott ab. Dies schien ein Schritt zur Unabhängigkeit zu sein, war aber in Wirklichkeit tiefe Unfreiheit. Die Unfähigkeit, zu vertrauen, macht uns nicht freier, sondern in Wirklichkeit weniger menschlich. Wir sind Gefangene im Käfig des Misstrauens.
Obwohl wir scheinbar das Vertrauen unmöglich machten, brach Jesus Christus in seinem Sterben und seiner Auferstehen den Käfig auf. Er zeigte uns im Voraus, wie ein Leben in Vertrauen aussieht. Jesus macht uns klar, worauf es wirklich ankommt: auf Gott zu vertrauen und auf Menschen um uns herum, in nah und fern. In all den „Krisen des Vertrauens“ ist müssen wir vor allem darüber nachdenken. Wir sind gefangen, solange wir nicht Gott, sondern dem Geld, den „Märkten“ und unserer eigenen Geschicklichkeit vertrauen. Aus diesem Grund ist Euer Pilgerweg des Vertrauens ein Weg in die Freiheit der Kinder Gottes.
Danke dafür, dass ihr diesen Weg geht; mehr als je zuvor sind wir auf Vertrauen angewiesen.
Der Generalsekretär der Weltgemeinschaft der Reformierten Kirchen, Dr. Setri Nyomi
Liebe Freunde der Communauté de Taizé,
Anlässlich des Jugendtreffens in Berlin vom 28. Dezember 2011 bis 1. Januar 2012 grüße ich Euch im Namen unseres Herrn und Retters Jesus Christus im Namen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen.
Während das Jahr 2011 zu Ende geht sehen wir viele Zeichen der Teilung. Misstrauen gegenüber anderen, gegenüber Strukturen und Systeme, ist in vielen Ländern auf der ganzen Welt hervorgebrochen. Misstrauen führt auch zu noch stärkeren Vorurteilen, was es unmöglich macht, in der Gesellschaft in Vielfalt miteinander zu leben.
In dieser Situation danken wir Gott, dass die Communauté de Taizé junger Menschen zusammenbringt und dadurch einen frischer Wind durch diese Pilgerweg des Vertrauens auf der Erde zu blasen. Wir beten, dass junge Menschen durch diese auf neue Ebenen der Solidarität zwischen den Menschen in Familien, Kirchen, Gemeinden, Städte und Dörfer begangen werden erneuert. Die Welt in der wir leben, braucht diesen frischen Wind.
Von der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen aus sind wir mit Euch verbunden und wünschen Euch den Segen Gottes.
Gott segne Euch alle.
Der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, Dr. Olav Fykse Tveit
Ich bitte, er möge euch aufgrund des Reichtums seiner Herrlichkeit schenken, dass ihr in eurem Innern durch seinen Geist an Kraft und Stärke zunehmt. Durch den Glauben wohne Christus in eurem Herzen. In der Liebe verwurzelt und auf sie gegründet, sollt ihr zusammen mit allen Heiligen dazu fähig sein, die Länge und Breite, die Höhe und Tiefe zu ermessen und die Liebe Christi zu verstehen, die alle Erkenntnis übersteigt. So werdet ihr mehr und mehr von der ganzen Fülle Gottes erfüllt. (Epheser 3,16-19)
Liebr Frère Alois,
Grüße im Namen unseres gemeinsamen Herrn und Retters Jesus Christus.
Es ist mir eine große Freude, eine Grussbotschaft im Namen des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) zum 34. Europäischen Treffens der Communauté de Taizé in Berlin am Ende des Jahres 2011 zu schicken.
Der ÖRK ist eine Gemeinschaft von 349 orthodoxen, anglikanischen, protestantischen und unierten Kirchen und repräsentiert 560 Millionen Christen in über 100 Ländern. So wie Euer Treffen in Berlin, sind wir alle verwurzelt und verbunden in der Liebe Christi. Euer Zusammenkommen ist ein Zeichen für die Verantwortung jedes einzelnen von Euch, um dieser Liebe gestalt zu verleihen.
Die Welt ist heute voll von Unsicherheit, was vor allem unsere jungen Brüder und Schwestern erschüttern kann. Werde ich nach der Schule Arbeit finden? Wird die Situaton in meinem Land stabil sein? Was werden die Auswrikungen der Klimaveränderungen sein? Wird die Gewalt jemals aufhören? Dies sind Fragen, die sie viele heute stellen. Die Lebensumständen mögen heute schwierig sein, aber wenn wir zusammen stehen und stark bleiben im Wissen, dass nichts jemals zwischen uns und der Liebe Christi kommen kann, werden wir diese vor uns liegenden Unsicherheiten entgegentreten können. Dann sind wir frei, Gott und einander mit Mut zu dienen. Wir alle können positiv Einfluss nehmen auf die Geschichte - für uns und für die Welt. Als viele junge Leute in meinem eigenen Land Norwegen diesen Sommer von einem Terroristen angegriffen wurden, einige verwundet, andere getötet, sahen wir auch die Kraft junger Menschen, zu retten und zu helfen, um diese Tragödie in einen Moment der Hoffnung zu verwandeln. Eine Studentinm die in Norwegen bei uns wohnt, wurde von fünf Kugeln getroffen. Sie nannte ihre Narben nach den Werten derer, die sie gerettet haben: Solidarität, Einheit, Gemeinschaft, Freundschaft und Fürsorge. Diese Werte sind es, die die Welt heute braucht, und Ihr könnt zeigen, was jeden Tag bedeuten.
Christi Liebe ist eine Liebe, die keine Grenzen hat und uns aufruft, sie der Welt zu zeigen. Es ist eine Liebe, die unsere Unterschiede herausfordert und uns aufruft, uns ihnen zu stellen und sie zu umarmen, und zu verstehen, dass wir in der Vielfalt vereint sind. Es ist eine Liebe, die uns zusammen aufruft, Zeugnis abzulegen - voreinander, vor den Ausgegrenzten, den Schwachen, den Unterdrückten und Ausgebeuteten - und den anderen. Es ist eine Liebe, die unser Gott uns in der Person Jesu Christi gezeigt hat.
Wie Paulus schreibt, erlaubt uns das Verstehen der Liebe Christi, uns als seiner Schöpfung, die Fülle Gottes zu erkennen und von ihr erfüllt zu sein. Deshalb, Brüder und Schwestern in Christus, habt keine Angst vor den Unwägbarkeiten. Steht fest im Glauben und glaubt an die Liebe, die alles möglich macht. Ihr seid die Gegenwart und die Zukunft seiner Sendung. Wir sind verantwortlich und haben das Recht, in eine Welt der Gerechtigkeit und des Friedens zu leben, die auf die gute Nachricht von seiner Liebe gegründet ist.
Wenn Ihr zusammenkommt, um gemeinsam zu beten und zu meditieren, euch auszutauschen und einander zu geben, mögen eure Herzen in der Liebe unseres Herrn und Retters Jesus Christus für jeden von uns Trost finden. Mögen Eure Diskussionen und Gespräche fruchtbar und die Fülle Gottes sei mit euch allen sein.
Bischof Markus Dröge, Evangelische Kirche von Berlin-Brandenburg
Herzlich Willkommen heiße ich Sie als Bischof der Evangelischen Kirche zum 34. Europäischen Jugendtreffens der Communauté de Taizé. Mein besonderer Gruß gilt Frère Alois!
Laudate omnes gentes, laudate dominum – lobsingt ihr Völker alle, lobsingt und preist den Herren. Dieser Kanon ist für Generationen von Menschen untrennbar mit der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé verbunden. Nun wird dieses Lied in den nächsten Tagen in Berlin in Messehallen und Kirchen, Wohnungen und Wohngemeinschaften erklingen. Von Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft und Nationalität wird es gesungen werden, vereint im Vertrauen auf Gott.
Schon vor hunderten von Jahren sind Menschen aus ganz Europa nach Berlin gekommen, weil sie hier frei ihren Glauben leben konnten. Berlin hat auch Erfahrung damit, in ökumenischer Verbundenheit dem christlichen Bekenntnis zu Gott Klang und Stimme zu geben. Der erste Ökumenische Kirchentag im Jahr 2003 war eine bedeutende Wegmarke im Miteinander der Konfessionen. Ihr Jugendtreffen knüpft daran an. Und bei allen schwierigen Wirtschaftsfragen in der EU, werden Sie zeigen: Europa ist nicht nur eine Wirtschafts-, sondern auch eine Werte- und eine Glaubensgemeinschaft.
Ich wünsche Ihnen glaubensstärkende Erfahrungen miteinander, aber auch gute Gespräche mit Berlinerinnen und Berlinern, denen das Vertrauen auf Gott noch fremd ist.
Erzbischof Rainer Maria Woelki, Berlin
Lieber Frère Alois, liebe Brüder von Taizé, liebe Jugendliche aus ganz Europa, Herzlich Willkommen im Erzbistum Berlin!
Ich freue mich sehr, dass Ihr die Einladung meines Vorgängers, des mittlerweile verstorbenen Erzbischofs Georg Kardinal Sterzinsky, angenommen habt und das 34. Europäische Jugendtreffen in Berlin feiert.
Ihr seid willkommen in der ganzen Stadt, nicht nur Christen gilt die Einladung, sich auf den „Pilgerweg des Vertrauens“ zu machen.
In keiner anderen Stadt sind die Narben der Teilung Europas noch so deutlich wie hier. Sie mahnen uns und Euch, nicht nachzulassen im Engagement für ein einiges, geschwisterliches und friedliches Europa.
Zu Taizé gehören für mich neben den typischen Gesängen auch die vielen Kerzen, die bei jedem Gebet angezündet werden. Als Papst Benedikt XVI. im September bei der Vigil der Jugend in Freiburg auch die vielen Kerzen sah, rief er den Jugendlichen zu: „Ihr seid das Licht der Welt!“
Das ist auch für mich der tiefere Sinn der Kerzen. So wie Eure Kerzen in den Messehallen leuchten, so seid Ihr in den kommenden Tagen hier in Berlin aber auch später dann in Eurem Alltag vor Ort „Leuchten der Hoffnung, die nicht verborgen bleiben“, wie es der Heilige Vater formuliert hat.
Dafür danke ich Euch und wünsche Euch von Herzen gute Begegnungen und Gottes reichen Segen.
Metropolit Alexander von Kasachstan
Lieber Bruder Alois, liebe Brüder und Schwestern,
Erlauben Sie mir, Ihnen für die bevorstehende Veranstaltung – das von der Communauté de Taizé vorbereitete Europäisches Jugendtreffen – von Herzen Glück zu wünschen, die innerhalb der gegenwärtigen christlichen Jugendarbeit eine so wichtige Rolle spielt. Ihre Treffen, das Teilnehmer aus vielen Ländern der Welt zusammen bringt, findet an einem einzigartigen Ort statt, in Berlin. Es ist eine Stadt mit einem besonderen Schicksal. In jüngster Zeit noch verlief durch ihre Straßen und Plätze die Grenze zwischen zwei entgegengesetzten politischen Systemen. Heute ist Berlin ein Symbol der Einheit. Die äußere Einheit in einem spirituellen Sinn ihre Erfüllung finden: die Einheit der Menschheit in Christus.
Ihr Treffen findet zu einer wunderbaren Zeit statt: die heiligen Weihnachtstage, in denen wir in der Tiefe unseres Herzens Christus verherrlichen, das göttliche Kind, und die Worte sprechen: „Ehre sei Gott und Friede auf Erden den Menschen guten Willens.“ Ich bin überzeugt, dass der Geist der christlichen Liebe, die Güte und der Frieden des Herrn in den Herzen aller ist, die am Jugendtreffen in Berlin teilnehmen.
Wir leben in einer sich rasch verändernden Welt. Die Welt verändert sich nicht nur politisch und wirtschaftlich, sondern auch in Bezug auf die Werte, an denen sie sich orientiert: die grundlegenden Konzepte von Moral und Ethik in menschlichen Beziehungen verlieren sehr schnell an Wert, was zu zwischenethnischer und sektiererischer Gewalt führt. Diese von uns Älteren nicht gelösten Fragen fallen auf die Schultern der jungen Generation. Junge Menschen heute müssen verstehen, dass Gott sie dazu ruft, sich dieser Fragen anzunehmen.
Gott hat die Welt geschaffen und in seiner Großmut die Menschen nach seinem Abbild und ihm ähnlich. Gott sagte zu den ersten Menschen: „Seid fruchtbar und mehret euch und nehmt die Erde zum Erbe.“ Das Schlüsselwort ist „nehmt zum Erbe“. Seid Erbnehmer: das heißt nicht nur, Bewahrer versprochener Reichtümer zu sein, sondern diese wachsen zu lassen. Mit anderen Worten, in das Geheimnis der Schöpfung einzutreten und zu Mitschöpfern zu werden durch das Wort Gottes, das Liebe wachsen lässt, denn Gott ist Liebe.
Heute hat Gott mich vor die Aufgabe gestellt, die Treue zur Kirche in diesem gesegneten Land Kasachstan weiterzutragen, die aus dem Blut neuer Märtyrer und Bekenner des Glaubens ganz Russlands lebt. Mit den Worten des geliebten Patriarchen Alexis ist dieses Land wie ein unter freiem Himmel aufgefaltetes Antimension. Ich bete für alle von Euch zu allen Heiligen des Landes Semirechya und ich rufe Gottes Segen auf Eure Arbeit herab. Ich wünsche Euch einen gesegneten Erfolg.
In der Liebe des Herrn.
Die Kirchen von Genf
Lieber Frère Alois, liebe Brüder,
Auch in diesem Jahr möchten die Vertreter der drei Genfer Kirchen – der altkatholischen, der römisch-katholischen und der evangelischen – Euch gemeinsam ihre Glückwünsche zum Pilgerweg der Jugendlichen nach Berlin senden.
Sich im Vertrauen mit Jugendlichen von der ganzen Welt einander zu begegnen, ist ein schönes Projekt, an dem wir mit Euch im Jahr 2007 teilnehmen durften. Es ist schon wieder einige Zeit her, aber die Erinnerung an dieses Treffen in Genf ist immer noch sehr lebendig in unseren Herzen und in unseren Gemeinden.
Wir begrüßen Ihre wertvolle Arbeit im Dienst der Versöhnung und des Friedens zwischen Christen und verschiedenen Völkern; möge der Heilige Geist Sie für viele weitere Jahre begleiten.
Im Gebet und in Gedanken schliessen sich unsere drei Kirchen voll dem Pilgerweg am Ende des Jahres 2011 an. Und wir senden Euch unsere brüderlichen Grüße.
Christine Hauri, Präsidentin der Kantonssynode der Altkatholischen Kirche;
Bischof Pierre Farine, Weihbischof der römisch-katholischen Kirche
Charlotte Kuffer, Präsidentin der Evangelischen Kirche.
Der Präsident des Europarates, Herman van Rompuy
Wann wird eine Gewohnheit zur Tradition? Ich mache mir gerne die Gedanken eines arabischen Sprichworts zueigen, das sagt: vom ersten Mal an. Und dieses Jahr kann ich Ihnen zu meiner großen Freude, Glück und Freude, diese dritte Botschaft, noch immer in meinem eigenen Namen senden.
Eine Botschaft auf dem Prinzip der Solidarität, das heute so ausgehölt ist. Einem Vortrag letzten November an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom gab ich den Titel: „Einsamkeit, Solidarität, oder das Wesen des Zusammenlebens der Europäer.“
„Einsamkeit“, denn alles geht von der menschlichen Person aus. Die Person, unteilbar in seiner Einzigartigkeit, Originalität, im Respekt, den wir jedem Menschen schulden, unabhängig vom sozialen Status und dem Grad seiner Intelligenz.
„Einsamkeit“ und/aber zur gleichen Zeit auch „Solidarität“, denn alles geht von der menschlichen Person aus, einschließlich der Fähigkeit, Anderssein zu akzeptieren, zu akzeptieren, was „anders“ ist und Brücken zu bauen, jeden Tag aufs Neue, zu den anderen, radikal verschieden in ihrer Wahrnehmung der Welt, aber uns auch radikal ähnlich in ihrer Menschlichkeit.
In seinem schönen Brief bezieht sich Frère Alois, Ihr Prior, auf die Person Jesu Christi, „den auferstandenen Christus, der unter uns anwesend ist und mit jedem Menschen persönlich in Liebe verbunden ist.“ So kommt eine Solidarität rund um die Person Jesu Christi zum Ausdruck, durch den unsere Menschlichkeit einen sinnstiftenden Ausdruck bekommt.
Das beste Synonym für Jesus Christus ist für mich Liebe. Nicht eine abstrakte, flüchtige Liebe, sondern echte Liebe, in der Wirklichkeit der Welt und des Alltags verankert. Eine Liebe, die auf andere zugeht, eine Liebe, die zur Tat wird, eine Liebe, die handelt.
„Liebe, und tue was du willst“, sagte Augustinus, der ebenfalls sagte: „Wir sind Zeit, last uns gut sein und die Zeiten werden gut sein.“
Liebe also, die über den Begriff der sozialen Gerechtigkeit hinausgeht, oder diesen vielmehr überhöht, um ihm dieses „gewisse Etwas“, dieses „Mehr“ zu verleihen, die uns zu wirklich lebendigen Menschen macht. Weil Individualismus und seine populistischen und extrem-nationalistische Formen nur einen „eindimensionalen“ Menschen hervorbringen und diesen in Raum und Zeit einschränken.
Im Raum, durch den Bau von Barrieren psychischer und physischer Art, zwischen den anderen, unseren Nachbarn und uns selbst. In der Zeit, indem wir den Menschen auf seinen jetzigen Zustand reduzieren, ohne seine Vergangenheit, seine Geschichte zu beachten, und seine Zukunft, sein Werden verachtend. Kurz gesagt, indem wir ihn glauben machen, dass die Geschichte mit ihm beginnt, mit seiner Geburt, ohne einem davor oder notwendigen danach.
Auf dem rechten Tiberufer, mit Blick auf Tiberinsel, hatte einer anonymer Liebhaber diese wunderbare Nachricht an die Wand gemalt: „ Ti amo da qui... alla fine del mondo... di nuovo qui... all’infinito.“ (Ich liebe dich von hier ... bis ans Ende der Welt ... und wieder hier ... unendlich.) Was gibt es denn schöneres; was ist wahrer?
Mit dieser Botschaft, die Glaube, Hoffnung und Liebe verbindet, möchte ich schliessen. Diese Schlussfolgerung, eine vorübergehende, ist nur eine Einführung in eure Arbeit, eure Gedanken und eure Gebete. Gedanken und Gebete, die schön, klug und stark sein sollen.
In der Liebe der Menschheit. In der Liebe des anderen, des Nachbarn.
Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon
Ich grüße herzlich alle jungen Menschen in Berlin, die zum diesjährigen Pilgerweg des Vertrauens auf der Erde zusammengekommen sind. Es ist sehr ermutigend für mich zu wissen, dass Sie in besonderer Weise nach neuen Formen der Solidarität suchen.
Sie kommen in einer Zeit großer Veränderungen und Herausforderungen zusammen. Unsere Welt steht immer komplexer werdenden Zusammenhängen gegenüber: steigende Arbeitslosigkeit, eine immer größere Ungleichheit und die zunehmenden Gefahren des Klimawandels. Viele Menschen sind von der bestehenden Ordnung enttäuscht; sie misstrauen den gesellschaftlichen Institutionen, und ein Gefühl macht sich breit, dass sich auf nationaler und auf globaler Ebene immer mehr die fest etablierten Interessen einiger Weniger durchsetzen.
Wir müssen einen gemeinsamen Zeitplan aufstellen, um die zukünftigen Generationen in einer Welt dauerhaften Friedens, Wohlstands, in Freiheit und Gerechtigkeit aufwachsen zu lassen. Zum Aufbau einer solchen Zukunft muss sich die Welt meiner Ansicht nach auf fünf vorrangige Ziele konzentrieren, bei denen Solidarität eine wesentliche Rolle spielt: es geht erstens um eine nachhaltige Entwicklung, zweitens um Konfliktverhütung, drittens um das Eintreten für Demokratie und Menschenrechte, viertens darum, Länder im Übergang zu unterstützen, und fünftens darum, sich für Frauen und Jugendliche einzusetzen. (...) Mir ist bewusst, dass wir in einer Welt, in der wir vor gemeinsamen Herausforderungen stehen, eine für alle sicherere, wohlhabendere Zukunft bauen können, wenn wir zusammenarbeiten. Solidarität muss die Grundlage für globale Lösungen sein.
. Ich bin besonders ermutigt, dass Sie sich auf der Suche nach neuen Formen der Solidarität Fokussierung.
Sie treffen in einer Zeit großer Veränderungen und Herausforderungen. Unsere Welt steht vor einer immer komplexer werdenden Wirklichkeit, von der steigenden Arbeitslosigkeit zu erweitern Ungleichheit auf die wachsenden Gefahren des Klimawandels. Viele Menschen sind mit der bestehenden Ordnung desillusioniert, es gibt Misstrauen in Institutionen, und ein allgemeines Gefühl, dass das Spielfeld, sei es national oder global, ist zu Gunsten der fest verwurzelten Interessen und Eliten gekippt.
Wir brauchen eine gemeinsame Agenda, die dazu beitragen, dass künftige Generationen wachsen in einer Welt des dauerhaften Friedens, des Wohlstandes, der Freiheit und Gerechtigkeit zu schmieden. Um dazu beizutragen, diese Zukunft, glaube ich, die Welt muss sich auf fünf Imperative für die Solidarität das Wesentliche zu konzentrieren: erstens, nachhaltige Entwicklung, zweitens, Konfliktverhütung, drittens, das Eintreten für Demokratie und Menschenrechte, viertens, Unterstützung von Ländern im Übergang und fünftens Arbeit mit und für Frauen und Jugendliche.
Dies ist eine Zeit großer Unsicherheit, aber auch eine große Gelegenheit für den Einzelnen, etwas zu verändern. Ihnen kommt eine entscheidende Rolle zu. Die Menschheitsfamilie hat jetzt sieben Milliarden Mitglieder - fast 2 Milliarden davon sind Jugendliche.
Die jungen Menschen auf der Welt sind mehr als unsere Zukunft. Sie sind auch unsere Gegenwart, sowohl den Zahlen und wie Sie die Technik kreativ einsetzen, um politische und soziale Veränderungen zu bewirken. Aber vergessen Sie bitte nicht, dass miteinander in Kontakt zu stehen noch nicht heißt, auch schon in Einhait zu leben. Kontakte werden von der Technik ermöglicht – Einheit hängt von der Solidarität ab.
In einer Welt gemeinsamer Herausforderungen - ich weiß dies durch meine Arbeit an einer gemeinsamen Sache - können wir eine sicherere und für alle bessere Zukunft aufbauen. Solidarität muss den Lösungen der globalen Probleme zugrunde liegen. Ich danke Ihnen dafür, mit so edlen Absichten zusammenzukommen. Bitte lassen Sie mich Ihnen alles Gute wünschen für eine fruchtbare Begegnung.
Der Präsident der Bundesrepublik Deutschland, Christian Wulff
Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Europäischen Jugendtreffen,
einer der kleinsten Orte Europas hat eine der größten Wirkungen in den Köpfen und Herzen der Menschen. Taizé, dieses zauberhaft gelegene Dorf auf den Höhen Burgunds ist für unzählige Menschen zu einem Ort der Hoffnung, der Begegnung, des Glaubens und einer neuen Ausrichtung des Lebens geworden.
Seit vielen Jahrzehnten fahren Jugendliche von überall her nach Taizé, um sich dort miteinander auszutauschen, um miteinander nachzudenken zu meditieren, um sich gegenseitig zu ermutigen, vor allem aber, um miteinander und mit den Brüdern von Taizé Gottesdienst zu feiern. Wahrscheinlich gibt es in ganz Europa keinen europäischeren Ort, keinen Ort in dem mehr Sprachen gesprochen werden als Taizé.
Damit etwas weltweite Wirkung erzielen kann, damit etwas Menschen von überallher zutiefst bewegen kann, dazu muss es nicht aus den Metropolen kommen. Es ist aber gut, dass die Bewegung, die von Taizé ausgeht, sich einmal im Jahr irgendwo in Europa in einer Metropole sichtbar macht. In diesem Jahr ist es Berlin – und so begrüße ich als deutscher Bundespräsident alle, die sich, von wo aus auch immer, in diesem Jahr nach Berlin aufgemacht haben, um hier ein Zeugnis ihres Glaubens zu geben.
Wer seinen Glauben und sein Leben von dem Geist prägen lässt, der in Taizé lebendig ist, der lebt im Übergang, im Heute Gottes. Er weiß, dass weder der Sinn des Lebens noch der Glaube etwas Fertiges ist, das man einpacken und mit nach Hause nehmen kann. Das Provisorium, der Mut zum Neuen und zum Experiment, die Verbindung von Kampf und Kontemplation, wie der unvergessene Bruder Roger es genannt hat: all das prägt die Spiritualität von Taizé und derjenigen, die den Pilgerweg der Hoffnung mitgehen.
Ich grüße Sie alle, die Sie auf dem Weg nach Berlin sind, ich wünsche Ihnen von Herzen eine frohe Weihnachtszeit und ein gutes neues Jahr, erfüllt von Gottes Segen.
Die deutsche Bundeskanzlerin, Angela Merkel
Taizé stiftet Gemeinschaft. Junge Menschen aus verschiedenen Ländern finden im Gebet und Gesang zusammen. Sie sammeln im Wissen um viele Gleichgesinnte Kraft und Zuversicht für ihre weiteren Wege im Alltag. Mit dem diesjährigen Europäischen Jugendtreffen wird der Geist von Taizé nun auch nach Berlin getragen. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer heiße ich hier herzlich willkommen.
Dass die Wahl auf die deutsche Hauptstadt gefallen ist, freut mich sehr. Die Communauté de Taizé setzt in dieser Stadt mit verschiedenen Nationen, Kulturen und Religionen einen besonderen Akzent ihres Engagements für den ökumenischen und europäischen Gedanken. Etliche Wahrzeichen Berlins erinnern an die Zeiten der Teilung des Kontinents. Sie führen vor Augen, dass Freiheit und Demokratie alles andere als selbstverständlich sind und immer wieder aufs Neue belebt und gelebt werden müssen. Auch und gerade jüngere Menschen sind gefragt, sich in die Gemeinschaft und für das Gemeinwohl einzubringen. Denn heute entscheidet sich, auf welchen Grundlagen morgen das Leben und Zusammenleben in Europa gestaltet werden kann.
Dialog und Austausch über Grenzen hinweg lassen Vorurteile verschwinden, Vertrauen wachsen und neue Vorstellungen von einer gemeinsamen Zukunft entstehen. Das Europäische Jugendtreffen der Communauté de Taizé vermag auf besondere Weise das Gefühl der Verbundenheit zwischen Menschen verschiedener Nationen zu stärken. Deshalb bin ich allen, die als Organisatoren, Mitwirkende oder Gastgeber zum Erfolg der Zusammenkunft beitragen, sehr dankbar. Ihnen allen wünsche ich von Herzen viel Freude an diesen Tagen der Begegnung, anregende Gespräche und vor allem Gottes reichen Segen.