Die Brüder der Communauté de Taizé leben ausschließlich von ihrer eigenen Arbeit. Sie nehmen keine Spenden an. Sie nehmen auch persönliche Erbschaften nicht für sich selbst an, vielmehr gibt sie die Communauté an sehr arme Menschen weiter.
Die Communauté unterstützt auf den verschiedenen Kontinenten Menschen in Schwierigkeiten, unter anderem bedürftige oder kranke Kinder...
Darüber hinaus muss sie bisweilen Jugendlichen helfen, die für ihre Fahrt und ihren Aufenthalt in Taizé oder zu den Europäischen Jugendtreffen nicht aufkommen können, weil sie aus fernen Ländern mit ungünstiger Wirtschaftslage kommen.
Einige Beispiele der letzten Einsätze der Operation Hoffnung
Hilfe für Kinder im Südsudan
Aus Anlass des 50. Jahrestages der Einweihung der Versöhnungskirche von Taizé hat Frère Alois, der Prior der Communauté, eine Geste der Solidarität mit dem Südsudan angekündigt, einem Land, das zwei Jahrzehnte Krieg hinter sich hat: „Durch die ´Operation Hoffnung´, die Hilfsprojekte auf den verschiedenen Kontinenten unterstützt, werden wir in den kommenden drei Jahren in der Stadt Rumbek Kinder unterstützen, die auf Hilfe angewiesen sind.“
Der Krieg hat den Südsudan in seiner Entwicklung weit zurückgeworfen, vor allem was die Alphabetisierung betrifft. Viele junge Leute haben in ihrem bisherigen Leben nur Gewalt erlebt. Aber mittlerweile wird im Land eine große Anstrengung unternommen, die jüngere Generation anzuleiten, das Land zu bewirtschaften oder zu studieren. Es erfordert viel Geduld und Einfühlungsvermögen, weil bei den jungen Menschen leicht ein Gefühl von Demütigung, Frustration oder Wut hervorgerufen werden kann. Es wird einige Zeit dauern, bis sich in der nun erlangten Unabhängigkeit die Träume mehrerer Generationen verwirklichen können.
Frühjahr 2012: Jugendtreffen in Rumbek während des Besuchs eines Bruders der Communauté
Humanitäre Hilfe für Nordkorea
Die Medikamente und medizinischen Geräte, die beim Europäischen Treffen in Berlin Ende 2011 gesammelt worden waren, wurden am 11. Februar 2012 versandt, um Ende März/Anfang April in Nordkorea einzutreffen. Viele waren dem Aufruf der Communauté zur Solidarität mit den Menschen in Nordkorea gefolgt. Dutzende von Paketen mit wichtigen Medikamenten, Hunderte von Stethoskopen, Fieberthermometern, Bandagen, Verbandsmaterial, Spritzen und verschiedenen medizinischen Hilfsgüter wurden abgegeben: darunter auch mehrere große Kisten von chirurgischen Geräten und zwei Sterilisatoren. Die Operation Hoffnung steuerte zwei neue Sauerstoffkonzentratoren bei. Alles wurde auf vier Paletten verpackt. In Nordkorea wird das Rote Kreuz die Verteilung an Krankenhäuser und ländliche Kliniken übernehmen.

2011 schickte die Communauté durch „Operation Hoffnung“ dringend benötigte Lebensmittel nach Nordkorea: 260 Tonnen Weizenmehl und 120 Tonnen Nudeln. 2007 hatte die Communauté bereits mehr als tausend Tonnen Weizenmehl geschickt. Die ersten humanitären Transporte in dieses Land durch die Communauté waren 1998 und 1999 erfolgt: über tausend Tonnen Mais gingen an Menschen, die unter der jahrelangen Dürre und anschließenden Überschwemmungen litten. Seitdem konnte jedes Jahr als Zeichen der Solidarität humanitäre Hilfe ins Land gebracht werden: Milch und Babyflaschen, medizinische Geräte und Medikamente. Ein Bruder der Communauté aus Südkorea war mehrmals in Nordkorea und begleitete die Verteilung der Nahrungsmittelhilfe. Zwischen 2007 und 2011 hat die Communauté auch sechs Ärzten des Roten-Kreuz-Krankenhauses in Nordkorea eine einjährige Weiterbildung in Frankreich ermöglicht.
Taizé ließ 2009 in China eine Million Bibeln drucken
Anlässlich des Europäischen Jugendtreffens, zu dem am Jahresende 2008 40.000 Jugendliche in Brüssel zusammengekommen waren, kündigte Frère Alois an, dass die Communauté in China eine Million Bibeln drucken lassen werde, um die Christen in diesem Land zu unterstützen. Gedruckt wurden in Nanjing 200.000 Gesamtausgaben der Bibel, sowie 800.000 Ausgaben des Neue Testaments mit den Psalmen. Die Verteilung erfolgte schrittweise im Laufe des Jahres 2009 in den verschiedenen Teilen des Landes.
Die Communauté unterstützt 2009 ebenfalls die Bibelarbeit der Evangelischen Kirchen in China; diese Unterstützung wird 2010 und 2011 fortgesetzt.
Unterstützung für Aids-Waisen in Äthiopien
Operation Hoffnung unterstützt seit 15 Jahren und weiterhin Ordensschwestern in Äthiopien, die sich in Addis Abeba um AIDS-Waisen und Familien Leprakranker kümmern.
Burkina Faso
Burkina Faso liegt in der Sahel- Zone, wo die Trockenzeit 9 Monate ohne Unterbrechung andauert. Die Bevölkerung nutzt offene Brunnen, die oft austrocknen und so sind die Frauen gezwungen, ungesundes Wasser zu benutzen, das in künstlichen Becken während der Regenzeit angesammelt wird. Manchmal müssen sie zehn Kilometer laufen um Wasser zu finden, und die wenigen Brunnen werden wegen des raren Wassers und der langen Wartezeiten zur Konfliktquelle. „Operation Hoffnung“ unterstützt den Bau neuer Brunnen und den Einbau von Pumpen. Diese Brunnen sind wesentliche Mittel zur Wasserversorgung und Krankheitsvorsorge.
2010 wurde ein Projekt unterstützt, um Kinder im Krankenhaus von Nanoro, ebenfalls in Burkina-Faso, mit Milch zu versorgen.
Hilfe nach dem Erdbeben in Indonesien
Am 27. Mai 2006 gab es in der Stadt Jogjakarta, Indonesien, ein heftiges Erdbeben, dessen Epizentrum in Bantul, im Außenbereich der Stadt, lag. Sechstausend Menschen starben, davon viertausend in der Stadt selbst. Vielen Häuser, Schulen und Krankenhäuser wurden zerstört. Mit Hilfe der christlichen Gemeinden half die „Operation Hoffnung“ den Opfern der Katastrophe. Unter ihnen waren Familien von Jugendlichen, die schon einmal in Taizé gewesen waren.
Hilfe nach den Überschwemmungen in Bolivien
2007 waren mehrere Bundesstaaten Boliviens, vor allem Beni, von Überschwemmungen betroffen. Die „Operation Hoffnung“ half mit Nahrungslieferungen in der Region Trinidad für obdachlos gewordene Familien, die in Notunterkünften leben mussten.
Während die Ebenen überflutet waren, litten die Gebirge des Altiplano unter einer schweren Dürre. Hier half die „Operation Hoffnung“ Bauernfamilien, die dringend Geräte zur Bodenbearbeitung und Aussaat benötigten.
Schulen in Bangladesch
Seit 2008 leistet „Operation Hoffnung“ Hilfe für Schulen in Mymensingh. Insgesamt 1500 Kinder gehen in diese Schulen, an denen junge muslimische, hinduistische und christliche Lehrer lernen, zusammenzuarbeiten. Diese Lehrer sind selbst noch Studenten, sie müssen Geld verdienen, um ihr Studium zu finanzieren. Als Gegenleistung unterrichten sie an diesen Schulen Kinder aus extrem armen Verhältnissen. Armen Kindern zu helfen, weckt auch ein Gespür für die Wirklichkeit einer geeinten Menschheitsfamilie, zu der wir gehören.
Siehe auch: Ein Stipendienprogramm für Schulen in Mymensingh
Kambodscha: Gastfreundschaft für Kranke
Seit Januar 2008 unterstützt „Operation Hoffnung“ eine Kirchengemeinde in Boeng Tumpun, wo kranke Menschen aufgenommen werden. Die Gemeinde startete dieses Projekt medizinischer und menschlicher Pflege als Antwort auf die Bedürfnisse armer Dorfbewohner aus verschiedenen Regionen des Landes, deren Würde auch in ihrer Krankheit gewahrt bleiben soll. Durch die Nähe zur Hauptstadt Phnom Penh kann ggf. Auch Hilfe großer Krankenhäuser in Anspruch genommen werden. Durch Spenden können Krankenhausgebühren gedeckt, aber auch das Zentrum selbst unterhalten werden: Mitarbeitergehälter, Einrichtung, Versorgungs- und Medikamentenkosten.
