Wien
Am Sonntag nach Ostern kamen in der Wiener „Jugendkirche“ Jugendlichen aus Stadt und Umland zusammen. Die Worte der Jünger „Wir haben den Herrn gesehen“ (Johannes 20,25): Was bedeutet es, dass Christus als der Auferstandene unter uns lebt? Wie können wir Jesus heute begegnen? Wie kann Ostern unser Leben verändern? Wie können wir das Licht Christi zu denen bringen, die Zeiten der Dunkelheit durchmachen?
Zum Gebet waren die Kreuzikone und die Freundschaftsikone in der Kirche; danach folgte eine kurze Bibeleinführung, Kleingruppen und verschiedene Thementreffen: Ein paar Jugendliche sprachen über ihre Erfahrungen in Ecuador. Ein Priester aus Sambia erzählte von Zeichen der Hoffnung und den Herausforderung für sein Land. Ein Raum der Stille stand für persönliches Gebet und Betrachtung zur Verfügung.
Kärnten
Danach ging es weiter nach Kärnten. Aus Völkermarkt an der slowenischen Grenze kommen seit Jahren Jugendgruppen nach Taizé. So war die Freude groß, sich dieses Mal bei ihnen zu Hause zu treffen. Junge Erwachsene aus verschiedenen Orten, die während des Jahres regelmäßig Gebete mit Gesängen aus Taizé gestalten, bereiteten den Abend vor.
Im Franziskanerkloster von Grein in Oberösterreich findet auch schon seit langem ein regelmäßiges Gebet mit Gesängen aus Taizé statt. Die Lichtfeier mit Kerzen für alle erinnerte daran, dass der Auferstandene jedem von uns nahe ist.
Saalfelden und Salzburg
Immer öfter kommen Schulklassen im Rahmen einer „Projektwoche“ nach Taizé. Auch an der HTL in Saalfelden kam diese Idee auf und eine Gruppe von Schülern ließ sich auf das Abenteuer ein. Keiner von ihnen war je in Taizé gewesen. Der Religionslehrer hatte einen Film gezeigt und ein wenig erzählt. Nachdem ich sowieso in Salzburg war, ergab sich die Gelegenheit die Klasse für ein Schulstunde zu besuchen. Obwohl nicht alle Jugendlichen regelmäßig Kontakt mit der Kirchengemeinde haben, nahmen sie das Angebot an und freuen sich mittlerweile auf die Begegnung mit Gleichaltrigen aus allen Kontinenten. Sie wollen entdecken, wie andere ihren Glauben leben. Die Koffer sind fast schon gepackt und wir sehen uns bald in Taizé.
Am Abend waren wir zu Gast bei der griechisch-katholischen Gemeinde; die Katholische Jugend Salzburg hatte dort das Gebet vorbereitet. Es war eine große Freude, vor den wunderbaren Ikonen zu beten; der Priester erklärte uns einiges dazu. Auch die Freundschaftsikone, die seit dem Treffen in Zagreb durch Österreich unterwegs ist, war an diesem Abend dabei. Ostkirchliche Melodien und die Gesänge aus Taizé ließen die universellen Gemeinschaft der Kirche erlebbar werden.
Innsbruck
In Innsbruck gibt es ein Caritas-Haus, das wie ein „Zeichen der Hoffnung“ in der heutigen Zeit ist, in der die Unterschiede zwischen Menschen oft wichtiger zu sein scheinen als das Gemeinsame. „Hier leben die verschiedensten Menschen zusammen: Alte und Junge, Gesunde und Kranke, Berufstätige und Arbeitslose, Menschen aus dem In- und Ausland. Jeder kann hier seine Talente einbringen. Neben Katholiken und evangelischen Christen, Armeniern und Orthodoxen sind auch Angehörige anderen Religionen vertreten. Alle sollen die Möglichkeit haben, ihren Glauben zu leben. Tieferen Bedürfnissen der Glaubensdimension der Menschen soll so gut wie möglich entsprochen werden“ schreibt einer der Verantwortlichen. So entstand die Idee, einen Bruder aus Taizé zu einem gemeinsamen Gebet einzuladen und danach mit einer Gruppe von Muslimen und Christen ein paar Tage nach Taizé zu fahren. Am Nachmittag gab es ein erstes Kennenlernen im muslimischen Gebetsraum, wo Imam Mamadou ein Gebet für den Frieden sprach. Anschließend war Zeit zu Gespräch und zu einem Gebet mit Gesängen aus Taizé in der Kapelle. Weiter ging es nach Stams, wo im „Kinder- und Jugendhaus Don Bosco“ ein gemeinsames Abendgebet für Stams und Umgebung stattfand.
Vorarlberg
Letzte Station dieses Besuchs in Österreich war Vorarlberg. Seit über 30 Jahren fahren von dort Pendelbusse nach Taizé, viele kennen die Communauté. Für den Nachmittag waren wir bei den Schwestern der Zisterzienserinnenabtei Mariastern eingeladen; es wurde ein fröhlicher Besuch am Ende beteten wir gemeinsam. Einige der Schwestern waren bereits vor ihrem Ordenseintritt einmal in Taizé gewesen und es gab viele Anknüpfungspunkte für ein gutes und tiefes Gespräch. Am Abend kamen junge Leute aus ganz Vorarlberg nach Hohenems zum Abendgebet, an das sich die „Abendakademie Open“ anschloss, die von der diözesanen Jugendstelle vorbereitet worden war und unter anderem das Zeugnis von Frère Roger zum Thema hatte. Wie viele Menschen denken noch heute an eine Begegnung mit ihm zurück, die sie bereicht hat!