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Kambodscha

Besuche im April 2011: „Wir fanden zweifellos neue Freude gefunden“

Zwei Brüder der Communauté waren im Mai in Kambodscha

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Die Teilnahme am Pfingstgottesdienst in Pnomh Penh war der bewegende Abschluss einer intensiven Woche in Kambodscha. Wir feierten zusammen die Gabe des Heiligen Geistes an die junge Kirche in Jerusalem. Und dieser Geist war spürbar unter den Menschen, die zusammengekommen waren in der Gemeinde, die eine von nur zwei katholischen Kirchengemeinden ist, die es in Kambodschas Hauptstadt gibt. So verschiedene Menschen waren da um Pfingsten zu feiern. Die bunte Vielfalt der Menschen, die hier gemeinsam Pfingsten feierten, war ein kleines Zeichen dafür, wie der Geist Gottes uns zusammenbringt über viele Grenzen hinweg und Gemeinschaft stiftet. Die Gemeinde ist sehr international, Menschen aus verschiedenen Ländern Europas und Asiens, die in Kambodscha arbeiten, viele in NGO‘s und Hilfswerken, junge Erwachsene, die aus ländlichen Gegenden des Landes kommen und in einem der Studentenwohnheime in der Nähe wohnen, Priester und Ordensleute aus Italien, Frankreich, dazwischen Kinder. Manche von ihnen wurden mit dem HIV-Virus geboren, andere sitzen im Rollstuhl oder tragen Beinprothesen, Opfer von Landminen, nach wie vor ein großes Problem im Land. Alle feierten gemeinsam und freuten sich mit den sieben Jugendlichen, die an diesem Tag gefirmt wurden. Es war wirklich ein Fest der Freude. Gesänge aus Taizé gehörten wie selbstverständlich zur Feier. Am Ende des Gottesdienstes gaben wir uns das Licht der Auferstehung, das Licht des Heiligen Geistes weiter. Jeder erhielt eine Kerze und teilte sein Licht mit den anderen. Die Kirche war erfüllt von diesem Licht. Und so kann das Licht der Christen in der Welt strahlen. Am Ende des Gottesdienstes erzählte eine Jugendliche, die in der Kirchengemeinde mitarbeitet, von ihrem Weg im Glauben, den sie erst von ein paar Jahren begonnen hat. Was sie faszinierte war damals, dass in der Gemeinde spürbar war, wie ein Leben aus dem Evangelium das Miteinander verwandelt. Sie konnte sehen, wie die Liebe Gottes die Menschen diese Liebe an die anderen weiter schenken ließ, an die Armen und Kranken, die Schwachen und Ausgegrenzten. Vor fünf Jahren fasste sie den Entschluss, dass sie auch dazugehören will und ist heute eine engagierte Mitarbeiterin in dieser Gemeinde.

Die Menschen in Kambodscha haben viel gelitten und die Gewaltherrschaft der Roten Khmer liegt noch nicht so lange zurück. Viele im Land erinnern sich an diese schwere Zeit. Damit auch wir besser die Geschichte des Landes verstehen konnten, brachten uns Freunde gleich nach der Ankunft in die Gedenkstätte und das Museum für den Völkermord. Wir legten Blumen in die Räume, in denen die Gefangenen gefoltert wurden. Ein Ort, der einen sprachlos werden lässt, angesichts der Grausamkeiten, zu denen Menschen fähig sind. An diesem Morgen wurde er auch zu einem Ort des Gebets, des Vertrauens, dass Gottes Liebe uns durch den Tod hindurch zu neuem Leben begleiten will, und unsere Fragen angesichts des Leides nicht ins Leere gehen.

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Die kommenden Tage waren wir unterwegs und besuchten verschiedene Städte und kleine Dörfer in den beiden anderen Diözesen des Landes. Von Kampong Cham fuhren wir am Mekong Fluss entlang in das kleine Dorf von Kdol Leu, das wir schließlich nach über einer Stunde Fahrt und der Überquerung des Flusses mit der Fähre erreichten. Unterwegs besuchten wir einen Kindergarten. Die Kinder winkten uns fröhlich zu, erfreut über unseren Besuch. Die Kinder, die aus den christlichen und buddhistischen Familien des Dorfes kommen, erleben Gemeinschaft, lernen und spielen miteinander. Der Pfarrer und die ehrenamtlichen Mitarbeiter in Kdol Leu zeigten uns mit Stolz die neue Kirche, die Anfang des Jahres eingeweiht wurde. Viele Jahre hatten sie in einer kleinen Holzkirche gebetet. Die alte Kirche im Dorf wurde von den Roten Khmer zerstört, der Friedhof verwüstet, der damalige Pfarrer musste für seinen Glauben mit dem Leben bezahlen. Vor dem Abendgebet konnten wir die Ruinen der alten Kirche und des Friedhofs besuchen.

Zum Gebet kam die ganze Gemeinde, Kinder, Jugendliche, ältere Menschen. In den Kirchen in Kambodscha gibt es keine Bänke, die Menschen sitzen auf Matten am Boden. Lange haben wir an diesem Abend gemeinsam gebetet und Gesänge aus Taizé, die in Khmer übersetzt wurden, gesungen. Stille Freude kam auf, als während des Gebets heftiger Regen zu hören war, der lang ersehnte erste Regen nach vielen Monaten der Trockenheit. Am nächsten Morgen gingen die Menschen auf die Reisfelder um den Boden vorzubereiten für die nun beginnende, für die Ernährung der Menschen so wichtige Regenzeit.

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Die nächsten beiden Tage verbrachten wir in der Diözese von Battambang im Westen des Landes. Vor dem Abendgebet dort trafen sich über 100 Jugendliche in der Kirche zu einem Bibeleinführung und Gespräch in kleinen Gruppen über eine Stelle aus dem „Brief aus China“. Ein Jugendlicher, der vor 2 Jahren länger in Taizé mitlebte, hatte mit dem Chor die Lieder für das Gebet einstudiert, zum Gebet am Kreuz brachten alle Räucherstäbchen vor die Kreuzikone aus Taizé, eine Geste, die hier von allen verstanden wird als Zeichen der Anbetung und Verehrung. Viele waren von weit her gekommen, um an diesem Abend dabei zu sein. Einige Jugendliche kamen aus dem kleinen Dorf von Ta Hen, das wir am nächsten Morgen besuchten. Sie engagieren sich mit ihrer Kirchengemeinde in verschiedenen Projekten, z.B. einer Reisbank, die es ermöglicht dass Familien, deren Reisvorräte zu Ende gehen, dieses Grundnahrungsmittel so lange erhalten, bis sie selbst wieder ernten können. Sie geben die entsprechende Menge an Reis nach der Ernte zurück. Niemand leidet so unter den stark schwankenden Preisen, sondern jeder empfängt und gibt zurück, so wie er es gerade braucht und wie es der Familie möglich ist. Eine schöne Art und Weise, miteinander zu teilen und Rücksicht aufeinander zu nehmen, wenn jemand im Dorf wegen ausbleibender Ernte in Schwierigkeiten ist.

Auf dem Weg zurück nach Phnom Penh liegt Kampong Chnang. Nach einem Treffen und gegenseitigem Kennenlernen kamen wir auch hier in der Kirche zu einem Abendgebet zusammen. Christen aus der Gemeinde hatten ihre buddhistischen Freunde zu diesem besonderen Abend mitgebracht und gemeinsam durften wir entdecken, was Frère Alois im Brief aus China geschrieben hat: Über tiefe kulturelle Unterschiede hinweg bilden alle Menschen eine einzige Familie. (…) Gleich welche Kultur, welches Alter oder welche Geschichte wir haben, gemeinsam ist uns eine Erwartung, ein Durst nach Leben in Fülle.

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In Kambodscha konnten wir viele treffen, die aus dieser Erwartung leben und die durch ihr Leben zeigen, dass Gott alle Menschen annimmt und liebt. Gottes Geist war so oft spürbar und wir fühlten uns reich beschenkt durch die Tage an Pfingsten in Kambodscha.


Ein Licht der Hoffnung

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Im November reiste Frère Alois, begleitet von mehreren Brüdern, durch Asien um die Brüder, in Korea zu besuchen und um an verschiedenen Treffen mit jungen Erwachsenen teilzunehmen. Er wollte auf dieser Reise auch in Kambodscha Station machen, dem Land in dem die Christen in der jüngsten Geschichte so unter dem ehemaligen Regime gelitten hatten. Die Brüder besuchten alle drei Diözesen des Landes: beginnend mit einem Stopp in Kompong Tom und von dort aus nach Kompong Cham, abschließend mit einem Gebet in Phnom Penh als letzte Station auf ihrer Reise.

Am 29. November nahmen über 600 Jugendliche an einem Gebet in der Gemeinde St. Joseph in Phnom Penh teil. Dort sprach der Prior von Taizé von seiner „großen Freude“, an diesem Gebet in der Hauptstadt Kambodscha teilnehmen zu können. Anhand der Worte Christi „Ich bin das Licht der Welt“ (Johannes 8,12), betonte Frère Alois die Hoffnung, die von der wiedererstandenen Kirche Kambodschas ausgeht: „Auch wenn ihr sehr wenige seid, so scheint euer Licht bis zu uns nach Taizé in Frankreich.“

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Frère Alois rief in Erinnerung, dass das Dunkel der Vergangenheit das Licht nicht auslöschen konnte. Er erzählte von den Gesprächen, die er hatte, von den Schwierigkeiten in der Vergangenheit, von seinem Besuch in Tuol Sleng, dem ehemaligen Gefängnis der Khmer Rouge. Er erwähnte ebenfalls seinen Besuch in Tank Kok, das zu einem Pilgerort geworden ist. Dort fand man in der Nähe eines alten Tempels den Leichnam von Msgr. Salas, einem jungen apostolischen Vikar, der an Erschöpfung gestorben war. Während dieses Besuches wurde bewusst, dass das Licht durch all das erfahrende Leid nicht ausgelöscht werden konnte.

Heute sind Gebet und Solidarität beide eng mit dem Leben der christlichen Gemeinschaften vor Ort verknüpft. Neben der Arbeit von Nicht-Regierungsorganisationen gibt es eine Vielzahl bescheidener, kleiner Initiativen, die sich um die unmittelbaren Bedürfnisse der Bevölkerung kümmern. In Kompong Tom koordiniert eine nicht besonders ausgebildete Person Hilfe für Behinderte, vor allem Opfer von Landminen. Dies schenkt Menschen mit Behinderungen ein Stück Unabhängigkeit, zum Beispiel durch einen Rollstuhl oder einen Mikrokredit, um ein kleines Geschäft aufzumachen.

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In Ko Rokha hat man Frauen mit Problemen in der Familie ein Stück Land zum bebeauen überlassen. Sie werden für diese Arbeit entlohnt und entdecken die Freude an der gemeinsamen Arbeiten wieder – dies weckt aber bei manchen auch böse Erinnerungen an die Arbeitskollektive unter Pol Pot.

In Phnom Penh hat die Gemeinde Boeung Tampun ebenfalls eine Krankenstation für Leute eingerichtet, die aus der umliegenden Provinzen stammen und oft sehr arm sind. Frère Alois betont diese Verbindung zwischen Gebet und Solidarität im Leben der Christen: „Es tut gut zu sehen, wie eure Gemeinden und Gemeinschaften Orte der Hoffnung sind, Orte des gemeinsamen Gebets, an denen Solidarität mit den ärmsten Menschen gelebt wird.“

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„Frère Alois’ Besuch war für die Christen Kambodschas wichtig; er war ein Zeichen dafür, dass wir zur Weltkirche gehören”, sagt Sok, ein junger Kambodschaner, der den Besuch mit vorbereitet hatte in einem Interview mit der Zeitung UCAN. „Durch die harten Zeiten, die dieses Land erfahren hat, haben die Christen in Kambodscha im Gebet den Mut dazu gefunden durchzuhalten. Dies ist eine Hoffnung, die weit über die Landesgrenzen hinausstrahlt und durch das wir Vertrauen erfahren, dass Gott in unserem Leben gegenwärtig ist, aber auch in der Geschichte unseres Landes.“

In Asien

Im November 2007 nahm Frère Alois und weitere Brüder der Gemeinschaft an Gebeten und Treffen in verschiedenen Ländern Asiens teil: in der Kathedrale von Bangkok/Thailand; in der St. John´s Kathedrale sowie in der Hongkonger Kathedrale „Immaculate Conception“. Außerdem fand ein Jugendtreffen in Yogyakarta/Indonesien satt, sowie Besuche und Gebete in Kambodscha. Weitere Berichte dazu links im Menü und auf den englisch- und französischsprachigen Seiten.

Letzte Aktualisierung: 22. Juni 2010