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Schweiz

Eindrücke - Erlebtes

Im November 2008 reisten Brüder der Communauté und ein jugendlicher Freiwilliger durch die Schweiz und besuchten hier und da Menschen, die sich zum gemeinsamen Gebet versammeln.

Einige dieser Gebete standen in direkter Verbindung mit dem letztjährigen Treffen in Genf, insbesondere in Genf und Lausanne.

Während des Nachmittages in Genf wurden mehrere Möglichkeiten angeboten: verschiedene Thementreffen und eine Bibeleinführung, dem ging ein Mittagsgebet im „Temple de la Fusterie“ voraus. Während der mehrmonatigen Vorbereitung des Europäischen Treffens hatten in dieser Kirche die täglichen Mittagsgebete stattgefunden. Bis heute kommen dort jeden Mittwoch Menschen verschiedener Kirchen zum Mittagsgebet zusammen.

Während des Abendgebets in der Kathedrale von Genf sagte Bruder Alois: „Auch wenn wir mittlerweile schon das Europäische Treffen in Brüssel vorbereiten, so bewohnt uns doch all das Erlebte des letzten Jahres hier in Genf und der Umgebung. Wir vergessen nicht die Großzügigkeit, mit der ihr die Türen eurer Gemeinden und Häuser den jungen Europäern geöffnet habt. So war es uns wichtig, dass es an diesem Jahresende erneut in Genf eine Etappe des Pilgerwegs des Vertrauens über die Erde gibt.“

Michael, ein junger Freiwilliger aus Deutschland, begleitete einen der Brüder und schreibt: „Diese Besuche waren für mich voll Ungewissheit. Wir wussten nicht, wo es hin ging und welcher Empfang uns erwarten würde. Doch welche Überraschung zu entdecken, dass unsere Erwartung oftmals übertroffen wurden!“

Fabienne aus Aarau schreibt: „Das Gebet sollte um 19.00 anfangen. Doch um 18.45 war noch niemand da! Wir waren so nervös. Dann kam plötzlich eine Gruppe von Schwestern. Ich sagte mir: Nun, wenigstens sechs Personen! Ich wartete dann vor der Kirche und kurz vor Gebetsbeginn sah ich, wie sich Leute einfanden. Sie kamen von allen Seiten und schließlich waren wir um die vierzig Personen in der Kirche, versammelt zu einem sehr schönen Gebet.“

Ein Bruder schreibt: „Für mich war dieser Besuch von den Jugendlichen geprägt. Als Asiate hatte ich den Eindruck, dass es kaum Jugendliche in den Gemeinden gibt, doch nach diesem Besuch sollte ich die Situation irgendwie anders betrachten. In Langenbruck zum Beispiel wurde das Gebet von 15/16jährigen vorbereitet, die erst einen Monat zuvor in Taizé gewesen waren. Nach ihrem Aufenthalt dort hatten sie uns zu sich eingeladen, um mit ihnen in einer kleinen Kirche der Gemeinde eine Zeit des Gebets und des Austauschs zu teilen. Für sie war dieses Gebet wie eine Erquickung auf ihrem geistigen Pilgerweg. Vor drei Jahren hatten sie dort mit diesem Gebet begonnen, das monatlich stattfindet. Sie luden auch Jugendliche benachbarter Gemeinden ein. Eine Violinistin und ein Organist begleiteten das Gebet und machten es ausladend und bewohnt. Wir verstanden gut, dass solch ein Besuch erwartet worden war und wie eine Ermutigung durch die Brüder betrachtet wurde. Es erschien mir als ob die Kirche fast zu klein für die 150 Teilnehmer sein würde! Dort hatte das Dabeisein der Jugendlichen dem Leben der Kirche einen unersetzlichen Elan gegeben, vor allem durch ihre Spontaneität und ihre Neugier, was den Glauben und die Kirche anbetreffen.“

Waren auch die Jugendlichen zahlreich, so ist es ebenfalls beeindruckend zu sehen, wie ein einfaches Gebet, ohne viele Worte, mit Gesang und einer Zeit der Stille Menschen verschiedener Generationen und Herkünfte versammeln kann.

So drehte während des Gebetes im Großmünster zu Zürich trotz ersten Eingreifens seitens des Ordnungsdienstes (ehemalige Schweizergardisten) ein kleines Kind seine Runden um die Kreuzikone: welch herrliches Bild am Beginn des Advents!

In Chur und St. Gallen war die ökumenische Dimension stark zu spüren. In St. Gallen war das Gebet wirklich auf Initiative der Verantwortlichen verschiedener Kirchen zustande gekommen. Alle zwei Jahre findet in der dortigen Kathedrale eine „Nacht der Lichter“ statt. Das vorletzte Mal war die Kirche nicht groß genug, um alle zu empfangen. Deswegen hatte die Vorbereitungsgruppe ebenso die naheliegende evangelische Kirche zubereitet. Der katholische Bischof empfing die Betenden in der reformierten Kirche währenddessen der Präsident der Protestantischen Föderation in der katholischen Kathedrale betete! So fanden also zwei Gebete gleichzeitig statt. Beim Gebet um die Kreuzikone wurde diese in einer Prozession durch den Schnee, begleitet vom Bischof, von der evangelischen Kirche zur Kathedrale getragen.

Hans Ruedi Vetsch, Pfarrer von Frauenfeld, schreibt über den ökumenischen Aspekt der Gebete: „Ich war berührt durch die Verschiedenheit all jener, die sich bei der Vorbereitung des Gebetes eingesetzt hatten. Da waren Jugendliche und Erwachsene, verschiedenste Leute aus den christlichen Gemeinschaften in Frauenfeld: Katholiken, Protestanten und Freikirchler. Alle waren glücklich, etwas gemeinsam anzugehen.“

Und Roger Mburente von Neuchâtel meint: „Mit dem monatlichen Gebet der Versöhnung, das allen Christen des Kantons Neuchâtel offensteht, wurde eine neue Etappe eingeleitet: fand der Austausch bislang nur auf lokaler Ebene statt, so ist es nun möglich, sich auf Kantonsebene zu treffen, im Frieden und im Gebet und mit der Aufmerksamkeit das herauszustellen, was uns eint.“

Die Gebete fanden nicht immer in Kirchen statt. In Winterthur gibt es einen Ort für Jugendliche, der „Fabrikkirche“ heißt. Ist der Ort auch recht unzugänglich, so haben doch viele dank einiger kleiner Laternen und Lichter den Weg dorthin gefunden.

In Yverdon-les-Bains wurde das Gebet im Centre d’Animation de la jeunesse Œcuménique (Cajo) vorbereitet. Dort, wo gewöhnlich verschiedene Aktivitäten stattfinden, hatten die Jugendlichen eine Gebetsecke hergerichtet: die Freundschaftsikone, Kerzen, eine Pflanze… Das Gebet nahm einen ganz natürlichen Gang. Letztes Jahr beim Europäischen Treffen hatten die Jugendlichen des Zentrums beim Empfang der Jugendlichen mitgeholfen. Heute lassen sie die Türen weit offen, um Menschen ausländischen Ursprungs Französischkurse anzubieten.

Letzte Aktualisierung: 10. Dezember 2008