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Gemeinsames Gebet in Chicago

Dienstag, 29. März, DePaul’s University: In der Kirche Saint Vincent de Paul findet um 21.30 Uhr ein Abendgebet statt. Ein Bruder aus Taizé wird daran teilnehmen und einige Worte an die Anwesenden richten.
1010 W. Webster, hinter dem Parkplatz des DePaul University Student Centers.
Kontakt: Matt Merkt

Besuche im Oktober 2010

Im Oktober war ein Bruder der Communauté in den USA unterwegs. Zwei Wochenenden des Gebets und des Austausches brachten Jugendliche und Junggebliebene in Brooklyn und Baltimore zusammen. In Massachusetts besuchte der Bruder verschiedene Universitäten, um sich dort mit Studenten zu treffen. Anschließend ging es zu Gebeten und Treffen Richtung Westen nach South Dakota.

South Dakota verbindet den mittleren Westen und den Westen der USA. Im östlicheren Teil bietet der fruchtbare Boden der weiten Ebene der Landwirtschaft und Viehhaltung gute Bedingungen. Wenn man den Missouri überquert, den großen Fluss, der den Staat in zwei Hälften teilt, verändert sich die Landschaft abrupt und man fühlt sich wie im Western; es ist trockener und wilder. Dort findet man die berühmten Badlands, Tonsteinschluchten und Erosionsrinnen, erschaffen durch jahrhundertelange Erosion, fast einer Mondlandschaft gleich. Und dort leben die meisten Ureinwohner Amerikas, insbesondere die Lakota.

Letztes Jahr kam eine Gruppe junger Süd-Dakotar nach Taizé, unter ihnen zwei junge Ureinwohner. Der Bruder konnte sie nun besuchen, Kontakt mit den Lakota aufnehmen und ihre Situation kennen lernen.

Seit 150 Jahren sind die Katholische und die Anglikanische Kirche unter ihnen gegenwärtig und nehmen bis heute eine wichtige Rolle im Leben der Menschen ein. Umgeben von ernsthaften Problemen – Alkoholismus, Drogen, Diabetes, Selbstmorden von Teenagern – suchen die Lakota auf einen schmalen Weg weiter nach einer Zukunft für sich und versuchen dabei zu vermeiden weder ihre Kultur aufzugeben noch die Welt um sie herum abzulehnen. Im gemeinsamen Gespräch stellten wir fest, dass trotz aller kulturellen Unterschiede, die Fragen der Jugend sich oft ähneln. Es war sehr berührend gemeinsam zu beten und zu singen, die einheimischen Melodien wurden mit dem tam-tam gesungen, traditionelle Hymnen übersetzt in Lakota, und am Ende sangen wir den Gesang „Aber du weißt den Weg für mich“. Sie hatten Dietrich Bonhoeffer´s Worte in ihre Sprache übersetzt!


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„Ich mache alles neu!”

Im Sommer 2009 verbrachte eine kleine Gruppe aus Baltimore/USA zusammen mit ihrem Jugendseelsorger eine Woche in Taizé. Alle von ihnen engagieren sich zu Hause in ihren Heimatgemeinden und konnten es kaum erwarten, den Daheimgebliebenen von ihren Erfahrungen zu berichten. Sie stellten sich viele Fragen, wie sie das am Besten anstellen könnten… Baltimore ist eine interessante Stadt. Sie liegt an der Ostküste der USA, im so genannten Nordost-Korridor und seht ein wenig im Schatten von Washington DC im Süden und New York im Norden. Wie fast jede Stadt hat auch Baltimore mit sozialen Problemen zu kämpfen: Rassismus, Drogen und Gewalt, das Stadt-Land-Gefälle. Diese Probleme werden durch die aktuelle Wirtschaftskrise natürlich noch verstärkt. In dieser Stadt leben allerdings auch sehr kreative Menschen, die nach neuen Wegen zu mehr Gerechtigkeit und Chancengleichheit suchen. Maryland, in dem Baltimore liegt, war die erste und einzige katholische Siedlung unter den 13 Gründungskolonien; Toleranz unter Christen hat hier eine lange Tradition und es gibt Zeugnisse dafür bereits im Jahre 1650.

So begannen sie, andere Gruppen und Gemeinden anzurufen oder per E-Mail anzuschreiben, um sie zu besuchen und so den „Pilgerweg des Vertrauens auf der Erde“ weiter zu gehen. Langsam entstand ein Netzwerk, gemeinsame Gebete wurden organisiert und die Idee kam auf, Menschen für ein Wochenende mit Gebet und Austausch in eine Gemeinde der Stadt einzuladen. Aber würde das überhaupt jemanden interessieren? Im Laufe der Wochen stieg die Zahl der Anmeldungen: 100, 200, 300 … schliesslich waren es 400 Menschen, die sich am letzten Februarwochenende in der Himmelfahrtskirche zusammen mit einem Bruder der Communauté trafen, der auf diese Weise das Vorhaben unterstützte. Erzbischof O´Brien schickte ein Grußwort, Bischof Maden nahm am Samstag selbst am Mittagsgebet teil und erzählte, dass Taizé schon mehrmals Station auf seinem Weg nach Jerusalem war…

Neben den gemeinsamen Gebeten, tauschten sich die Teilnehmenden während des Treffens über den Brief aus Kenia aus. Der Samstagmorgen war dem ersten Teil des Briefes gewidmet: „Aus welcher Quelle leben wir? Inwiefern stellt Christus eine Quelle für mich dar? Was hindert diese Quelle am fließen? Wie können wir die Quelle in uns freilegen?“ Der Nachmittag stand unter dem Titel „Was wir tun können, das müssen wir auch tun“: „Zu welchen Schritte bin ich jetzt in meinem Leben aufgerufen? Wie können wir eine größere Einheit unter unseren Gruppen und Gemeinden, unter den Kirchen und in der Menscheitsfamilie herstellen?“ Die Verbindung nach Kenia war umso größer, da eine der Gemeinden in Baltimore eine Partnergemeinde in Mombasa/Kenia hat. Sie hatten eine Gruppe Jugendlicher dort unterstützt, um im November 2008 zum Treffen nach Nairobi zu fahren. Aus Baltimore selbst nahm auch jemand am Treffen dort teil.

In Baltimore nahmen ganz unterschiedliche Gruppen am Treffen teil. „Nur ein Taizé-treffen kann so eine Vielfalt von Menschen zusammenbringen“, bemerkte einer der Teilnehmer. Alle Altersgruppen waren vertreten, von Kinder bis Senioren, insbesondere viele Studenten und junge Erwachsene, aus ganz verschiedenen Hintergründen, Hautfarben und Konfessionen waren der Einladung gefolgt. Die Mehrheit der Teilnehmenden kam aus der Umgebung von Baltimore, aber auch aus Pennsylvania, Washington, New York, Virginia, New Jersey und bis aus Chicago. Eine Gruppe Polen kam ebenfalls, die oft in Taizé gewesen waren und an Europäischen Treffen teilgenommen hatten, und die jetzt in den Vereinigten Staaten leben. So viele verschiedene Menschen findet man nicht oft zum gemeinsamen Gebet und Austausch beisammen, auch in einem Land, in dem Toleranz oft nur bedeutet, dass jeder „sein eigenes Ding machen“ kann, unabhängig von anderen.

Einer der Organisatoren schrieb: „Der zweite Treffenstag auf dem ersten `Pilgerweg des Vertrauens´ in Baltimore neigt sich dem Ende zu. Die Gruppen brechen auf und in den Gesprächen kann man viele Geschichten hören und Inspirationen für das zukünftige Zusammenleben. Wir repräsentieren eine Fülle von Altersgruppen, ethnischen Herkünften und verschiedenen Staaten entlang der Ostküste. Auch wenn wir verschiedenen Konfessionen angehören, so haben wir doch gemeinsame Wurzeln gefunden.

Die Planung und Vorbereitung dieses Treffens war ein gewaltiges Abenteuer bzgl. unseres Glaubens und Vertrauens. Wir haben eine gemeinsame Sprache gefunden, in dem wir unsere konfessionellen Dialekte beiseite schoben. Wir lernten viel voneinander und unser Vertrauen und unsere gegenseitige Zuneigung wuchsen. Wir sind uns alle bewusst, dass wir gemeinsam mit Gottes Hand gearbeitet haben und daran gewachsen sind. Wir haben eine Hürde genommen und unsere Träume wenden sich dem nächsten Horizont zu.“

In unserem Leben gibt es intensive Momente, wenn das, an was wir glauben, greifbare Formen erlangt. In diesen Momenten wird uns klar, dass wir uns nach Dingen sehnen, die wir entweder als selbstverständlich erachten oder anzweifeln. Zum Ende des Treffens in Baltimore war dies für viele ein solcher Moment. Es wurde offensichtlich, wenn einige wenige aus dem Glauben heraus etwas riskieren, werden Kräfte freigesetzt, die viele zusammenbringen und neue Möglichkeiten eröffnen, jenseits von Grenzen, die uns oft trennen. Aber damit dies geschehen kann, muss einer durch das Nadelöhr gehen und den Mut aufbringen zu glauben, dass ein neuer Anfang möglich ist. Es gibt keine Auferstehung ohne das Kreuz, das Aufgeben von Komfort und Sicherheit, die Bereitschaft ins Ungewisse aufzubrechen. Wie sonst kann Gott in unsere Welt eintreten?

Für einen kurzen Augenblick konnten wir am Ende des Treffens die Wahrheit der Worte Jesu fühlen: „Schau! Ich mache einen Neuanfang.“ Und dies gibt jedem einen unbeschreiblichen Schwung, von neuem zu beginnen.

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Besuch in der Cristo Rey High School der Jesuiten, Baltimore

Letzte Aktualisierung: 12. Februar 2011