Es war dieses Jahr in Norwegen, wie auch in den anderen skandinavischen Ländern ein „richtiger Winter“, d.h. mit viel Schnee, der das wenige Sonnenlicht reflektiert und so die kurzen Tage etwas heller macht. Dafür schneit es Ende März immer noch heftig und die Norweger werden noch für eine Weile ihre Häuser mit Blumen und Kerzen freundlicher machen müssen; der Frühling lässt dieses Jahr auf sich warten.
„Wie kann der Glaube Licht in unser Leben bringen?“ war eine der zentralen Fragen während des Norwegen-Besuchs eines Bruders der Communauté vom 22. bis 30. März diesen Jahres. In Norwegen werden über 80 % der Neugeborenen getauft und viele Jugendliche gehen zur Konfirmation (68 % aller 14-jährigen). Dennoch scheint die Kirchenzugehörigkeit heutzutage manchmal bloß ein äußeres Merkmal der Norweger zu sein, und der Kirchgang wird eher als Pflicht angesehen, denn als etwas in der Freude verwurzeltes.
Viele junge Erwachsene suchen ihren Platz in der Kirche:
Im Rahmen einer Aktion „Offene Kirche“ werden Kirchen einige Stunden am Tag oder manchmal sogar rund um die Uhr aufgemacht, wie beispielsweise die Vår Frue kirke (Kirche „Unser lieben Frau“) in Trondheim. Die Kirchen stehen zum Gebet offen, aber auch um den Menschen zuzuhören und um Obdachlose willkommen zu heißen.
Durch Sport und Gebet: Wallfahrt zum Schrein des Norwegischen Heiligen Olav (995-1030). Trondheim war im Mittelalter der bedeutendste Wallfahrtsort Nordeuropas. Noch heute laufen sieben Pilgerwege in der Stadt zusammen. Viele Menschen laufen einen Monat lang die 600 km von Oslo nach Trondheim und legen so eine Pause in ihren stressigen Alltag ein, um sich mit dem inneren Leben zu beschäftigen.
Geistliche Einkehrtagen spielen in Norwegen ebenfalls eine wichtige Rolle: Gott in einer Bibelstelle sowie in der Stille und der Schönheit der Schöpfung zu begegnen. Diese Erfahrung teilten 50 Jugendliche verschiedener Konfessionen aus ganz Norwegen in Lia Gård bei Koppang, vom 27. bis 29. März diesen Jahres. Die Gesänge aus Taizé sind fast alle auf norwegisch übersetzt.
Wie können wir Brücken zwischen unseren Kirchen und der Gesellschaft bauen? Wie können wir auf die Christen anderer Muttersprachen zugehen? Wie können wir den Glauben an die jüngere Generation weitergeben? Dies waren Fragen, die während des Besuchs gestellt wurden. Die Antworten darauf entdecken wir, wenn wir versuchen unser Leben hinzugeben.