USA

Treffen in Chicago - ein Gespräch mit zwei Brüdern der Communauté

Frère John ist Amerikaner und wurde in Philadelphia geboren. Frère Emile ist Kanadier (mit einer in Chicago geborenen Großmutter). Beide Brüder gehören seit über 35 Jahren zur Communauté von Taizé.

Warum wird die nächste Etappe auf dem Pilgerweg des Vertrauens im Mai 2012 in Chicago stattfinden?

fr. Emile: Bereits in den 60-er Jahren lebte eine Gruppe von Brüdern der Communauté zusammen mit einigen Franziskanern im Süden Chicagos. Diese alte Freundschaft wurde in den letzten zehn Jahren wieder aufgenommen, weil regelmässig Studentengruppen von der DePaul- und der Loyola-Universität aus Chicago nach Taizé kamen. An beiden Universitäten finden jede Woche gemeinsame Gebete mit Gesängen aus Taizé statt. Als ich im März in Chicago war, war ich nicht nur überrascht, wie schön diese beiden Gebete gestaltet sind und wie viele Leute aktiv daran teilnehmen, sondern auch darüber, an wie vielen Orten sich Menschen aus verschiedenen Kirchen zu Gebeten mit unseren Gesängen versammeln. Die Begeisterung, mit der an der DePaul-Universität die Idee eines solchen Treffens aufgenommen wurde, und der Eindruck, den man vielerorts bekommt, dass es an der Zeit ist, ein weiteres Taizé-Treffen in den Vereinigten Staaten vorzubereiten, überzeugten uns.

Was sind Ihre Erwartungen an dieses Treffen?

fr. John: Wir hoffen, junge Erwachsene unterschiedlichster Herkunft und der verschiedenen christlichen Konfessionen zusammenzubringen und vielleicht einige, die normalerweise nicht in die Kirche gehen, aber in ihrem Leben nach etwas suchen – nach einer Erfahrung der Gemeinschaft mit Gott im Gebet und der Gemeinschaft untereinander. Es gibt eine große Vielfalt in Nordamerika, aber oft leben die verschiedenen Gruppen nur nebeneinander her, sie kennen sich nicht wirklich. Wir hoffen, dass dieses Treffen helfen wird zu entdecken, dass wir alle viel voneinander lernen können, dass wir einander helfen können, unseren Glauben an Christus zu vertiefen und die Welt zu einem menschlicheren Ort zu machen. Darüber hinaus können durch die Aufnahme bei Gastgebern und Familien in Chicago die Teilnehmer und Gastgeber entdecken, wie wichtig Gastfreundschaft ist, um eine grosse anonyme Stadt in einen Ort zu verwandeln, wo Menschen sich zuhause fühlen.

Wer ist nach Chicago eingeladen?

fr. John: Jeder zwischen 18 und 35 Jahren, der teilnehmen will. Wir hoffen, dass junge Menschen aus den gesamten Vereinigten Staaten und aus Kanada kommen, und vielleicht auch aus anderen Ländern. Wer nicht in dieser Altersgruppe ist, kann an den Gebeten teilnehmen, aber wir können keine Quartiere für Minderjährige bereitstellen und Erwachsene nur dann aufnehmen, wenn sie eine Jugendgruppe begleiten.

Gibt es eine Unterkunft für die, die von außerhalb kommen?

fr. Emile: Frère John hat schon angesprochen, dass es Unterkunft für alle zwischen 18 und 35 Jahren geben wird. Wir werden Familien und Alleinstehende aus den Kirchengemeinden der Umgebung bitten, Jugendliche von außerhalb aufzunehmen. Die gemeinsamen Mahlzeiten (außer dem Frühstück und dem Mittagessen am Sonntag) werden in DePauls ausgegeben. Wir können noch nichts Genaues zu den Kosten sagen, aber wir rechnen damit, dass sie nicht hoch sein werden, da wir alles im selben Geist der Einfachheit organisieren, wie auch bei den Jugendtreffen in Taizé.

Wie wird das Programm aussehen?

fr. John: Im Mittelpunkt stehen die gemeinsamen Gebete, die mit den Gesängen aus Taizé gestaltet werden. Sie finden am Freitagabend, Samstagmorgen, -mittag und -abend, am Sonntagabend und Montagmorgen statt. Im Laufe des Tages gibt es Bibeleinführungen und Themengruppen zu sozialen, geistlichen und künstlerischen Themen. Am Sonntagmorgen nehmen die Teilnehmer an den Gottesdiensten der örtlichen Kirchengemeinden teil.

Wie viele Brüder werden aus Taizé nach Chicago kommen?

fr. Emile: Wir haben vor, ab Februar in Chicago zu sein, um die Vorbereitung des Treffens zu koordinieren. Wir werden vermutlich zu dritt sein. Wir freuen uns, in den kommenden Monaten häufiger in den Vereinigten Staaten zu sein. Wir können Kirchengemeinden und Jugendgruppen in Chicago und bis zu einem gewissen Grad auch außerhalb besuchen. Während der Monate in Chicago möchten wir ein tägliches, für alle offenes Gebet halten. Der Prior unserer Communauté, Frère Alois, wird ebenfalls zum Treffen im Mai kommen.

Haben die Vorbereitungen bereits angefangen?

fr. Emile: Die Nachricht verbreitet sich, wie wir während eines kurzen Besuchs im September und durch die vielen Nachrichten feststellen, die junge Leute und schreiben. Kardinal George hat uns herzlich empfangen und andere Kirchen, wie die Evangelisch-Lutherische Kirche von Amerika, die ihr nationales Büro in Chicago hat, sind bereits dabei, das Treffen noch weiter anzukündigen. Momentan kontaktieren wir andere Konfessionen, die bereits Interesse signalisiert haben.

Zwei junge Freiwillige aus Taizé (die ein Jahr in Taizé mitleben und bei den Jugendtreffen helfen) werden Mitte November für drei Wochen verschiedene Teile der Vereinigten Staaten bereisen. Sie werden über das anstehende Treffen in Chicago und ihre Erfahrungen in Taizé sprechen, und gemeinsame Gebete vorbereiten. Wer Interesse hat, die beiden aufzunehmen oder uns zu einem späteren Zeitpunkt einzuladen, kann uns schreiben [chicago2012 aKh Taizé.fr]

Es gibt Brüder von Taizé in Afrika, Asien und Südamerika. Werden Brüder auch wieder dauerhaft in den USA leben?

Br. John: Es haben schon immer kleine Gemeinschaften von Brüdern der Communauté für längere oder kürzere Zeit außerhalb von Taizé gelebt, In den 1960ern waren Brüder in Chicago und Atlanta und für mehrere Jahre im Stadtteil Hell’s Kitchen in New York. Aber die USA sind ein grosses Land, beinahe ein Kontinent. In den kommenden Jahren möchten wir Zeit in verschiedenen Teilen des Landes verbringen. Eine Idee ist, für mehrere Monate an einem Ort zu leben und am Ende ein Treffen wie das in Chicago vorzubereiten. Dies bietet eine gute Gelegenheit, Menschen kennenzulernen und Kontakte zu den verschiedenen Kirchen in der Region aufzubauen. Nicht das Treffen selbst ist das Wichtigste, sondern die Vorbereitungs- und die Folgezeit, welche den Menschen hilft, Kontakte zu knüpfen und sich in ihrem Wunsch zu unterstützen, Christus nachzufolgen. Vielleicht kann der Aufenthalt in Chicago also der Anfang eines Pilgerweges durch Nordamerika sein!

Printed from: http://www.taize.fr/de_article13001.html - 23 November 2017
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