Berlin

Das Treffen Tag für Tag

Um auch alle am Treffen teilnehmen zu lassen, die nicht selbst nach Berlin kommen konnten, berichten auf dieser Seite Jugendliche jeden Tag von den Aktivitäten.

  

7.1.

Das Treffen in Berlin ist vorbei ... jetzt fängt alles an!

Eine Woche nach dem Treffen sind die jungen Teilnehmer wieder in ihren Ländern. Die Dekoration der Gebetshallen auf dem Messegelände ist abgebaut und das tägliche Leben in den Kirchengemeinden und Familien hat wieder begonnen. Können die Menschen in Berlin und die jungen Pilger - bereichert durch die Erfahrung des Treffens - etwas an die Orte tragen, an denen sie leben?
Nun ist noch eine Gruppe von Brüdern aus Taizé, Schwestern von St. André und jungen Freiwilligen in Berlin, um allen zu danken, die ihre Türen aufgemacht hatten. Am 15. Januar wird es ein abschließendes Gebet in der Marienkirche geben, wo das tägliche Mittagsgebet während der Vorbereitung stattgefunden hat.
Viele junge Menschen sprechen in diesen Tagen von ihrer Dankbarkeit dafür, in Berlin aufgenommen worden zu sein. Hier sind einige ihrer Berichte.

Simon (Deutschland)

Die Europäische Treffen in Berlin war ein ganz besonderes Ereignis in diesem Jahr und eine große Bereicherung für mich und sicherlich auch für alle anderen. Es ist unbeschreiblich, dass so viele junge Menschen, die sich vorher nicht kannten, in Frieden ein neues Jahr mit Gott als Mittelpunkt beginnen konnten. Ich freue mich sehr, dass das nächste Treffen in Rom stattfindet.

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Morgengebet in einer Kirchengemeinde in Potsdam

Céline und Martin (Schweiz)

Während des Treffens sangen wir im Chor in einer der Hallen und unterstützten das gemeinsame Gebet mit unseren Stimmen. Nach drei Tagen Gesangsproben ab dem 26. Dezember erlebten wir die Gebete sehr intensiv. Diese Erfahrung ist eine Möglichkeit, an den Gottesdiensten aktiv teilzunehmen. Und als Bonus: das Lächeln und die Energie unserer Chorleiter, die Probleme mit den Mikrofonen, das Improvisieren der Solisten und die überraschenden Einsätze!

Pascal (Deutschland)

Ich war sehr begeistert von den Freiwilligen, die die Mahlzeiten verteilten oder an den U- und S-Bahnstationen an vielen Orten in der ganzen Stadt die Richtung wiesen. Sie waren immer freundlich und schufen eine schöne und einzigartige Atmosphäre. Während des Treffens dachte ich mehr und mehr über das Lied mit den Worten Dietrich Bonhoeffers nach: „Ich verstehe deine Wege nicht, aber du weißt den Weg für mich“. Wir wussten nicht, worauf wir uns durch unser Kommen nach Berlin eingelassen hatten, aber Gott kannte den Weg und wir entdeckten es Stück für Stück.

Mahlzeit in der "Messegelände"

Jessica (Neuseeland)

Jeden Morgen nahm ich am Gebet auf dem Messegelände teil. Ich betete mit den Leuten, mit denen ich den ganzen Tag zusammen arbeiten würde, wir verbrachten eine Zeit in Stille zusammen und sprachen über Vertrauen auf Gott und unter den Menschen. Während des Treffens konnte ich nicht am Morgenprogramm in einer Kirchengemeinde teilnehmen, aber durch diese Gebete war ich mit all den jungen Menschen, die zum Treffen nach Berlin gekommen waren, vereint. Es war ein starkes Erlebnis, im Messegelände zu beten, und an all die ähnlichen Gebete in den Gastgemeinden in Berlin zu denken - ein Symbol dafür, dass das Gebet Christen in Christus vereint. Es ist schön zu wissen, dass zu Beginn eines neuen Jahres tausende von Jugendlichen auf Gott vertrauen und mit ihren Kirchen und Gemeinden zu Hause in Verbindung stehen - das begeistert mich und schenkt mir viel Hoffnung für das kommende Jahr.

Miriam (Deutschland)

Während des Treffens habe ich am Thementreffen „Für eine gerechtere Welt“ teilgenommen, bei dem Jugendliche die Gelegenheit hatten, mit Politikern zu sprechen. Zuerst sagte der Vizepräsident des Deutschen Bundestages sowie drei Jugendlichen aus China, Äthiopien und Berlin einige einleitende Worte. Unter anderem wurde betont, dass, obwohl Ungeduld und Unzufriedenheit zur Demokratie gehören, viel Geduld und Toleranz notwendig sind, um zu einer Einigung zu kommen und Entscheidungen zu treffen. Ich fühle mich in dem Wunsch bestätigt, mich stärker zu engagieren und Menschen zu motivieren, mehr im Bewusstsein ihrer Verantwortung zu leben.

Tanya (Russland)

Heute habe ich am Workshop im Bode-Museum teilgenommen. Zunächst war ich ein wenig verwirrt, weil das Museum so groß ist, dass ich nicht wusste, wo ich anfangen sollte. Dann konzentrierte ich mich auf einige Säle, die mich am meisten anzogen. In einer Halle war ich von einigen alten Holzskulpturen beeindruckt: „Christus am Kreuz“ aus dem 12. Jahrhundert und das Holzrelief „Engel mit dem toten Christus“ aus dem 14. Jahrhundert. Es liegt so viel in diesen Stücken und das alte Holz verstärkt diesen Eindruck noch.

  

1.1.2012

Vorübergehende Gemeinschaft, die dazu berufen ist, weiterzugehen

Heute sind Jugendlichen, die am 34. Europäischen Jugendtreffen teilnahmen, wieder in ihre Land aufgebrochen. Während des Festes der Nationen gestern Abend haben sie im Gebet für Menschen, die leiden, und in der Freude des Beisammenseins das neue Jahr begrüßt, in der Gemeinschaft mit Gott und untereinander. In Potsdam z.B. haben Jugendliche für die Menschen im Kongo gebetet - eines der vielen Gebetsanliegen, mit denen sie ihre Verantwortung für die Welt ausdrückten.
Heute Morgen waren die Jugendlichen zum Sonntagsgottesdienst in den Kirchgemeinden, auch in verschiedenen orthodoxen Gemeinden, die damit junge Menschen aus Russland, der Ukraine, Serbien und Rumänien begrüßen konnten... Mittags konnten die Gastfamilien dann ihre jungen Gäste zum sonntäglichen Mittagessen aufnehmen ... ganz international. Und dann war es schon Zeit, Abschieden zu nehmen, denn um 16 Uhr fuhren die Busse aus Berlin in alle Himmelsrichtungen wieder ab. Die jungen Teilnehmer und die Gastfamilien verabschiedeten sich oft mit dem Gefühl, zusammenzugehören, nach dieser Gemeinschaft für wenige Tage, die dazu berufen ist, weiterzugehen.

Sergio (Portugal)

Während dieses Treffens in Berlin habe ich erlebt, wie die Zeit etwas verändert, wenn Menschen treu an eine bessere Welt glauben. Hoffnung gehört zutiefst zum menschlichen Leben. Hier in Berlin konnten wir das Ergebnis vieler Jahre der Hoffnung auf eine bessere Gesellschaft und engere Gemeinschaft erleben.
Vertrauen muss immer wieder aktualisiert und erneuert werden. Dieses Treffen in Berlin hat die Kirchengemeinden nicht gleichgültig gelassen, sondern ihr Vertrauen in einer Gemeinschaft mit Gott erneuert.

Egle (Litva)

Der Pilgerweg des Vertrauens auf der Erde ist eine Zeit, im sich selbst zu finden ... An solchen Tagen kann ich mein Herz schlagen hören.
Hier in Berlin lässt Gott durch die Macht des Gebets ständig Wunder geschehen. Gestern, in einem Augenblick der Einsamkeit und Dunkelheit, erfüllte ein Flüstern Gottes meine Seele: „Hab keine Angst vor der Stille. In meiner Gegenwart wirst Du geheilt.“
Ich glaube, dass jede Seele von der Liebe Gottes berührt wird. Er weiß, wonach sich unser Herz wirklich sehnt, und findet Wege, unsere geistlichen Grenzen zu durchbrechen und Brücken zu bauen, die uns mit Gott verbinden. Das einzige, was er von uns verlangt, ist ein offenes Herz, das Mut hat und bereit ist, in Liebe zu leben.
Frère Alois sagte gestern Worte, die eindringlich dazu einladen, durchzuhalten: „Es gibt eine Liebe, die über uns hinausgeht.“ So, lasst uns keine Angst haben!

  

31.12.

Auf dem Weg zu einer neuem Solidarität. Fangen wir in Berlin damit an!

Heute war der letzte ganze Tag des Treffens. Zum letzten Mal trafen sich die kleinen Gruppen zum Austausch über den Bibeltext und den Brief für 2012 von Frère Alois. Dann gab es am Nachmittag die Regionaltreffen, zu denen sich alle Jugendlichen vor dem letzten gemeinsamen Abendgebet trafen. Am Abend nahmen die Pilger dann in ihren Gastgemeinden am Gebet für den Frieden teil, auf das ein „Fest der Nationen“ mit allen jungen Menschen und ihren Gastgebern.
 
Berlin ist eine Stadt von einer großen Vielfalt von Kulturen, Nationen, Lebensstilen und Religionen. Wie ein Bruder bei einer kurzen Betrachtun im Anschluss an das Mittagsgebet sagte, ist die Berufung der Christen heute nicht unter sich zu bleiben, sondern über die Grenzen hinaus und auf die anderen zuzugehen. Das Salz der Erde ist nicht dazu da, im Salzstreuer zu bleiben, sondern der ganzen Gesellschaft Geschmack zu verleihen. So kann Vertrauen zwischen den Menschen wachsen, ein erster Schritt in Richtung auf „neue Solidarität“, zu der Frère Alois im Brief 2012 aufruft. So kann uns die Gastfreundschaft Berlins - von Frauen und Männern aller Schichten, wie es die Thementreffen in der Synagoge und der Moschee zum Ausdruck gebracht haben - helfen, dieses Vertrauen zu finden.

Susanne et Stephan (Allemagne)
In unserer Gemeinde sind einige orthodoxe Weißrussen zu Gast. Schon seit dem ersten Tag sang ein Mädchen von ihnen das Evangelium in der Morgenandacht in ihrer Sprache. Heute Morgen sangen sie, a cappella und dreistimmig, ein „Sviaty Boze“ aus ihrer Tradition. Für das Fest der Nationen haben sie sogar Puppen für ein Theaterstück mitgebracht. Wir freuen uns, unter unseren Gästen aus vielen verschiedenen Ländern auch eine solche eine Vielfalt de Traditionen zu finden.

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Abendgebet mit dem Licht der Auferstehung

Friedemann (Deutschland)

Während der schwierigen Zeit der Trennung Deutschlands war es sehr schwer, den Glauben zu leben und im Osten den Glauben zu bewahren; es war gefährlich, mit dem Regime nicht einverstanden zu sein. Mehr als 130 Menschen starben allein in Berlin beim Versuch, zu fliehen. Doch es gibt Menschen, die selbst in diesen dunklen Zeiten ihre Hoffnung und ihren Glauben nicht verloren haben. Ernst Barlachs Skulpturen, die in den Gebetshallen aufgestellt waren, sind ein Zeichen des Glaubens und der Wunsch nach einer friedlichen Zukunft.
 
Aber durch die Mauer und die deutsche Wiedervereinigung wurde Berlin zum Symbol der Versöhnung und des Friedens. Heute hat eine neue Ära im Leben der Stadt begonnen. Die Wiedervereinigung von Deutschland war nur möglich geworden durch die friedliche Bewegung der Entrüstung im Jahre 1989. Wie ein Echo der Geschichte sprachen junge Menschen während des Treffens über die Frage „Empörung, Passivität oder Verpflichtung? Der Ort der jungen Generation in der heutigen Gesellschaft“ und trafen sich mit Politikern im Deutschen Bundestag. Die Revolution von 1989 ist ein Modell aktiver Teilnahme von Christen: ohne Gewalt, in friedlicher Gemeinschaft und als Widerhall dessen, worum es in der Gesellschaft geht.

Lisa, Elisabeth et Teresa (Österreich)

Wir genießen jede einzelne Begegnung und Gespräch mit den Berlinern, und es ist großartig, ihnen zuzuhören, wenn sie über ihre Stadt sprechen. So ist es für uns sehr schön und berührend gewesen, als uns von der Schwester unserer Gastgemeinde gesagt wurde, dass auch wir Teilnehmer eine Bereicherung für die Berliner sind und ein Zeichen eines geeinten Europas, gerade hier in einer Stadt der Trennung und der Wiedervereinigung.
Bernard (Deutschland)

In der multikulturellen Stadt Berlin, ist dieses Treffen auch ein Brückenschlag zu Nicht-Christen. Vorgestern haben wir im Jüdischen Museum vieles über die jüdischen Traditionen erfahren und ihr sehr enges Zusammenleben mit den Christen. Gestern wurden wir in der Sehitlik-Moschee mit den Worten begrüßt: „Willkommen, liebe Brüder und Schwestern!“ Junge muslimische Gläubige teilten ihre Gedanken über Religion im Allgemeinen und sprachen davon, dass es immer um den Frieden geht. Sie sagten, dass wir alle Gäste im Haus Gottes sind, ob in einer Moschee oder in einer Kirche.

  

30.12.

Der Pilgerweg des Vertrauens geht weiter

Die fremden Gesichter von gestern wurden unerwartet zu Freunden und warmherzige Gastgeber. Je mehr die Angst vor dem Unbekannten zu verfliegen beginnt, entwickelt sich die Freude an der Entdeckung. Heute, füllten die jungen Pilger die Gemeindekirchen in der ganzen Stadt aufs Neue.
_ Nach dem Morgengebet in den Gemeinden fuhren die Pilger zum Mittagessen auf das jetzt allen vertraute Messegelände. Das Essen, das Anstellen bei der Essensverteilung in den Hallen, die Suche nach einem Platz zum Hinsetzen und das alles mit nur einem Löffel essen, ist kein seltsames Verfahren mehr. Dann folgt das Mittagsgebet, an dessen Ende ein Bruder eine kurze Einführung zum Schrifttext gibt.
_ Am Nachmittag findet die zweite Runde der mehr als fünfzehn in ganz Berlin verstreuten Thementreffen statt: von Politik bis Freiwilligenarbeit und Musik, über Geschichte und Religion. Und heute Abend kündigte Frère Alois während des Abendgebets die vier der wichtigsten Stationen des Pilgerwegs des Vertrauens auf der Erde an.

Roberto (Rom, Italien)
Es war eine so freudige so Überraschung, dass das 35. Europäische Jugendtreffen im nächsten Jahr in Rom stattfindet! Nach fast dreißig Jahren wird wieder ein solches Treffen junge Menschen aus Europa und der ganzen Welt zum Grab des Apostels Petrus führen, um die Quellen des Vertrauens auf Gott und die Wurzeln unseres Glaubens zu entdecken.
Das gleiche Vertrauen und den gleichen Glauben in seiner menschlichen Unvollkommenheit führte einen einfachen Fischer aus Galiläa nach Rom, ins Herz des Römischen Reiches, um durch die Hingabe seines eigenen Lebens im Namen Christi zum Zeugen der Liebe Gottes zu werden.
Ich hoffe, dass alle Pilger, die an diesem Treffen teilnehmen werden, und das Zeugnis der frühen Christen sehen und leben werden, zu Quellen des Vertrauens in Gott in ihrem täglichen Leben werden. Als Römer und als Freiwilliger (sowohl in Taizé wie auch hier in Berlin) werde in diesem Jahr mitarbeiten, um das Treffen vorzubereiten und den Tausenden von jungen Pilgern einen sehr guten Empfang zu bereiten, unsere Häuser und unsere Kirchen aufzumachen, bereit zu sein, dieser Etappe des Pilgerwegs des Vertrauens auf der Erde miteinander zu gehen. See you in Rome!

Kate (England)
Eine Sache werde ich vor allem von diesem Taizé Treffen mitnehmen. In jeder der Gebetshallen hing eine Kopie der „Stalingrader Madonna“, die ein deutscher Soldaten 1942 in Russland gezeichnet hatte. Eine schöne, demütige Zeichnung, die die natürliche Beziehung zwischen einer Mutter und ihrem Kind abbildet und davon spricht, wie Mitgefühl und Liebe auch noch in den dunkelsten Momenten der Geschichte anwesend sind. Einfache, vertrauensvolle Liebe steht im Mittelpunkt. Es ist ein Symbol für unsere Beziehung zu Gott und unserer Gemeinschaft miteinander.
In dieser Stadt voll von Erinnerungen und Hoffnung für die Zukunft ist dies ein Augenblick um nachzudenken, zu beten und bei Beziehungen zu verweilen. Mit Tausenden anderer habe ich Gemeinschaft erlebt und ganz einfach Zeit, um mit Gott zu sein.
Und es bleibt hier nicht stehen. Nach der Rückkehr nach Hause werde ich Frieden und Hoffnung mitnehmen, mit dem Vertrauen und der Freude der Madonna.

  

29.12.

Zeichen der Hoffnung

Nach der Reise und dem Empfang in den Kirchengemeinden, lernen die Pilger endlich ihre Gastfamilien kennen. Nach einer Nacht Schlaf findet das erste Morgengebet in den Gemeinden statt. Kirchengemeinden erleben eine Flut junger Menschen aus ganz Europa. Der Glaube dieser jungen Leute, die heute in den Pfarreien rund um Berlin waren, sind für sie ein Zeichen der Hoffnung, aber auch die Frucht der vergangenen Monate der Vorbereitung. Nach dem Morgengebet wurden kleine Bibelgruppen gebildet, in denen verschiedene Erfahrungen ausgetauscht wurden. Am Nachmittag konnten man zwischen mehr als 15 verschiedenen thematischen Treffen an verschiedenen Orten in Berlin wählen.


Marie und Sébastien (Belgien)
Wir wurden von Georg, unserem Gastgeber, der alleine lebt, begrüßte. Er hatte sich entschlossen, jungen Menschen aufzunehmen, nachdem er eine Anzeige in der U-Bahn gesehen hatte: 2m2 = ein junger Gast. Die Größe seiner kleinen Wohnung ist umgekehrt proportional zu seiner Großzügigkeit. Jeden Morgen bringt er uns heiße Schokolade ans Bett, um uns aufzuwecken, und jeden Abend empfängt er uns mit einem warmen Lächeln und etwas zu essen. Wir erfahren eine Menge über das Leben hier in Berlin. Was könnte man von einem Gastgeber noch erwarten?

  

28.12.

Das Treffen beginnt!

Das Treffen beginnt! 30.000 junge Menschen aus ganz Europa und von den anderen Kontinenten sind in Berlin zusammen. Wegen der großen Zahl wurden die Pilger in verschiedenen Schulen in der ganzen Stadt verteilt empfangen, jeder in seiner Sprache. Bereits heute sieht man viele Gruppen Jugendlicher, Schilder und Stoffbahnen an verschiedenen Orten der Stadt. Obwohl Berlin sehr groß ist und viele Aktivitäten stattfinden, kann man sich gut vorstellen, dass es hinter den Fassaden vieler Häuser und Kirchen Familien und Gemeinden gibt, die junge Menschen aufnehmen und Menschen, die sie nicht kennen, an ihrem täglichen Leben teilnehmen lassen. Dies schafft eine ganz andere Atmosphäre. Menschen setzen sich ein, um das Stadtleben menschlicher zu machen und um einander näher zu kommen.
 
Nach dem ersten Empfang in der Innenstadt fuhren die Teilnehmer in die Kirchengemeinden und Familien bzw. Gruppenunterkünfte. Am Abend kamen dann alle zum Abendessen und Abendgebet aufs Messegelände.

Lorenz (Deutschland)

Im Zug zum Berliner Messegelände setzte sich plötzlich ein Mann mit zwei Hunden auf den Platz mir gegenüber. „Merry Christmas“, wünschte ich ihm spontan, und er frage mich anschließend, ob wir uns kennen würden. Als ich verneinte, freute er sich, dass ich ihm in ungewohnter Weise dennoch Frohe Weihnachten gewünscht hatte. Berlin ist eben nicht Taizé... Erst unterhielten wir uns über die beiden Hunde, dann fragte er nach meinem Ziel. Als ich ihm vom Treffen erzählte, berichtete er begeistert, dass er selbst zu einer freikirchlichen Gemeinde gehört, die teilnimmt und dass auch er Gäste erwartet. Ich erzählte ihm über Taizé und mein Leben dort, bis sich am Hauptbahnhof unsere Wege trennten. Dort sah ich schon die ersten Jugendliche ihre Nasen in die von Taizé ausgegebenen Berlin-Stadtpläne stecken. Und nun wusste ich: jetzt geht es wirklich los!
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Auf der Suche nach dem Weg in der U-Bahn

Jean (Frankreich)

Was für eine Freude, eine vertrautes und einladendes Gesicht zu sehen! Als ich in Berlin ankam, war es ein echtes Nachhause-kommen. Dann nahm ich an der Vorbereitung des Gebetshallen auf dem Messegelände teil, um meinerseits die Teilnehmer des Treffens zu empfangen. Ich hoffe, dass sich jeder willkommen fühlt und ein warmes Lächeln findet.
Tania (Ukraine)

Heute begannen am Empfangsort, wo ich tätig war, vierzehn Teams junger Freiwilliger um 6.30 Uhr die Arbeit, um mehr als 2500 Ukrainer und Weißrussen zu empfangen. Die Atmosphäre war recht stressig, da die meisten der Teilnehmer zwei oder drei Tage unterwegs gewesen waren. Trotz der Müdigkeit waren die jungen Leute sehr begeistert und von 12 Uhr an waren wir fast fertig.

  

27.12.

Die Vorbereitungen gehen dem Ende entgegen

Während viele junge Pilger bereits unterwegs sind und Tausende junger Menschen heute Abend in die deutsche Hauptstadt aufbrechen, sind die letzten Vorbereitungen des Treffens mit den gestern angekommenen Freiwilligen zu Ende gegangen.
 
Der Chor und Instrumentalgruppe haben die Proben begonnen und ein Team junger Brüder sind mit den Aufbau der Lautsprecher in den vier Hallen, in denen die gemeinsamen Gebete während des Treffens stattfinden wird, beschäftigt. Um die Hallen wohnlicher und wärmer zu gestalten, wurden große orangene und beige Stoffstücke aufgehängt, zusammen mit einer Zeichnung der Muttergottes mit dem Kind, das ein deutscher Soldat im Zweiten Weltkrieg in Stalingrad gezeichnet hatte.
 
Auf die großen Säulen, welche in der Mitte die Halle teilen, werden Umrisszeichnungen von drei Skulpturen Ernst Barlachs projiziert, die auf drei Momente im Leben Jesu Bezug nehmen. Während der Teilung Deutschlands, als es im Osten schwierig und sogar gefährlich war, den Glauben zu leben, konnten die Glaubenden mit diesen Skulpturen beten. So sind sie zu einem Symbol des Glaubens und des Vertrauens in die Bedingungen des Lebens geworden, selbst in leidvollen Zeiten. Ab Morgen wir das Gebet mit den Brüdern und den Jugendlichen vor diesen Symbole stattfinden - als Hinweis auf die Geschichte der Gastgeberstadt.

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Gebet in der Schweigehalle

Anna (Schweden)

Nach drei Proben ist ein Raum voll junger Menschen, die sich nicht kennen, zu einem Chor geworden! Als gestern eine Schwester, die die Gesänge einstudiert, nach den vertretenen Nationalitäten fragte, gab es eine Beifall des Willkommens für die jungen Italiener, Deutsche, Slowenen... und dann für die Jugendlichen aus Vietnam, Korea, Australien und Japan! Jetzt singen wir alle miteinander und denken an die verschiedenen Länder, aus denen wir kommen, wenn z.B. jemand aufsteht, um die Aussprache der Worte eines Liedes zu erklären. Wir sangen u.a. auf Polnisch, Litauisch und niederländisch... und wir tun es gemeinsam. Natürlich dauert diese Veränderung geht bei jedem Europäischen Treffen vor sich, aber es ist doch immer wieder ein Wunder. Morgen werden wir diese Gesänge in den Gebetshallen singen.

  

26.12.

Empfang der Vorgruppe: ein Vorgeschmack auf das Treffen

Im Laufe des Tages sind mehr als 1.500 freiwillige Helfer angekommen, um all die jungen Pilger am Mittwoch in Berlin zu empfangen. Seit dem frühen Morgen wurden sie in den Berliner Messehallen empfangen. In einem der Hallen haben bereits zwei gemeinsame Gebete stattgefunden. Viele staunen, dass sich selbst an Weihnachten so viele junge Menschen aufmachen, um ihren Glauben zu erneuern und Gemeinschaft mit anderen, Vertrauen und Freude neu aufleben zu lassen. Damit sind diese Stunden der Vorbereitung bereits ein Vorgeschmack auf das, was in den kommenden Tagen geschieht.
 
Heute haben wir besonders für die Opfer der Anschläge in Nigeria und der Überschwemmungen auf den Philippinen und für den Frieden im Nahen Osten gebetet. Vom Anfang an war es wichtig, nicht die Schwierigkeiten der heutigen Welt zu vergessen. Das Treffen kann somit zu einer intensiven Zeit des Gebets und der Stille, aber auch des freudige Zusammenseins und Feierns zwischen den Völkern sein.
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Empfang in der Eingangshalle des Messegeländes

Carsten (Berlin-Neukölln, Deutschland)

[(Nach drei Monaten der Vorbereitung, freuen wir uns, dass das Treffen endlich losgeht. Heute, am Ende des Gottesdienstes kam noch eine Dame, die während des Treffens junge Gäste aufnehmen möchte. Wir werden damit 100 Pilger in unserer Gemeinde, der „Genezarethkirche“ in Berlin-Neukölln aufnehmen.
Das ganze Vorbereitungsteam wird morgen noch die letzten Vorbereitungen treffen: Tische und Stühle für den Empfang aufstellen, schauen dass jemand heißen Tee kocht, die Kirche schmücken und Plakate aufhängen, damit die jungen Leute den Weg von der U-Bahn zur Kirchengemeinde finden. Am 28.12. dann wird dann in der Früh alles bereit sein und das Abenteuer kann losgehen...

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Gebet in der Schweigehalle

Cosmin (Rumänien, Hunedoara)

Vor der Abfahrt nach Berlin habe ich im Internet mit verfolgt, welch verzweifelte Maßnahmen das Vorbereitungsteam ergriffen hatte, um Gastfamilien für die jungen Gäste aus ganz Europa zu finden. In meinem Herzen kam ich mir ein wenig wie ein zusätzliches und überflüssiges Problem für sie vor. Diese Fehlinterpretation war schnell verflogen als ich von einem Mann mit offenen Herzen empfangen wurde, mit dem wir zur Begrüßung den ganzen Abend Weihnachtslieder in unseren Sprachen gesungen haben.

  

25.12.

Letzte Vorbereitungen in Berlin

Für die Brüder und die Jugendlichen, die länger in Taizé mitleben und am Empfang der Gäste mitarbeiten, ging es zu Weihnachten auf einen Pilgerweg: auf eine innere Reise zu den Quellen des Glaubens zusammen mit Christen aus der ganzen Welt. Das Fest der Geburt Christi ist eine der Quellen, zu denen wir zusammen mit denen unterwegs sind, die das Europäische Treffen vorbereiten; eine Reise in nach Berlin.
 
Am Montag des 26. Dezember kommt die Vorgruppe der freiwilligen Helfer, zwei Tage vor dem Treffen, in Berlin an. Der zentrale Ort des Treffens – das Berliner Messegelände – empfängt diese erste Welle von Jugendlichen. Frère Alois und viele Brüder der Communauté kommen ebenfalls im Laufe des Tages an und schließen sich dem Vorbereitungsteam an, das bereits seit September in Berlin ist.
Für eigene Beiträge - sei es als Text oder als Zeichnung - bitte an echoes taize.fr schreiben.

Printed from: http://www.taize.fr/de_article13289.html - 18 November 2019
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