Frère Frank (1935-2014)

Am 16. Januar ist Frère Frank, der für die Fraternität der Brüder in Mymensingh/ (Bangladesch) verantwortlich war, im Alter von 78 Jahren gestorben. Er stammt aus dem niederländischen Dorf Gasselte in der Provinz Drente und war nach einem Sprachenstudium 1960 in die Communauté von Taizé eingetreten.

Frère Frank hatte seit längerer Zeit gesundheitliche Probleme, die sich vor Kurzem verschlimmerten, sodass eine unverzügliche Rückkehr nach Taizé nötig wurde. Eine Krankenschwester begleitete ihn auf dieser Reise. Während einer Zwischenlandung in Istanbul erlitt er einen Herzinfarkt und starb dort kurz darauf im Krankenhaus. Sein Leichnam wurde nach Taizé überführt, wo er am 21. Januar im Beisein seiner fünf Geschwister, von denen er der Älteste war, beigesetzt wurde.

JPEG - 34.4 kB

Frère Frank hat sein ganzes Leben für die Allerärmsten hingegeben. Wo immer er zusammen mit anderen Brüdern der Communauté lebte, ging es ihm in erster Linie darum, mit den von der Gesellschaft am meisten Verlassenen zu teilen und darin mit seinem ganzen Wesen Gott zu suchen. Ende 1964 bittet Frère Roger ihn, eine Besuchsreise in die Vereinigten Staaten zu unternehmen, aus der 1965 eine erste Fraternität auf dem amerikanischen Kontinent, im Bundesstaat Wisconsin, entsteht Von 1966 bis 1971 leitet er eine Fraternität in einem armen Stadtteil Chicagos, in der mehrere Brüder der Communauté mit einigen Franziskanern zusammenleben. Danach verbringt er ein Jahr mit Brüdern in Atlanta.

Im Jahr 1972 verlässt Frère Frank den amerikanischen Kontinent und wird nach Asien gesandt, wo er Besuche in Indien unternimmt und unter anderem die ersten Kontakte zu Mutter Teresa herstellt. In der Folgezeit macht er Besuche in Indonesien, Vietnam sowie auf den Philippinen. Ende 1974 beginnt er eine Fraternität in Chittagong, in Bangladesch, einem der ärmsten Länder der Erde. Von dort aus begibt er sich 1978 nach Japan, wo er eine Fraternität mit Brüdern in Miyadera am Stadtrand von Tokio gründet. Ende 1979 hilft er beim Aufbau einer Fraternität in Seoul/Korea, von wo aus er 1981 nach Kalkutta zurückgekehrt und 1987 endgültig wieder nach Bangladesch geht. Seither leben die Brüder dort in der Stadt Mymensingh.

Über die vielen Jahre, während der er mit armen Menschen in Bangladesch zusammenlebte, schrieb Frère Frank einmal:

Es wird uns klar, dass Gott in den Menschen unter uns lebt, die aufgrund ihrer Schwäche und scheinbaren Nutzlosigkeit aus der Gesellschaft ausgeschlossen sind. Wenn wir uns ihnen zuwenden, zeigen sie uns Schritt für Schritt einen Weg heraus aus einer Welt, in der alles nur in Wettbewerb besteht, und führen uns hin zu einer Gemeinschaft der Herzen. Die gemeinsamen Pilgerwege, die wir mit behinderten Menschen unternehmen, sind konkrete Zeichen der Gemeinschaft mit den Glaubenden des Islam und anderer Religionen. Das öffnet unser Herz. Wenn wir uns gemeinsam in den Dienst der Armen und Schwachen stellen, bringen diese uns zusammen; nicht wir, die Starken, bringen dies zustande, sondern sie, die uns einladen, in Gemeinschaft mit ihnen zusammenzukommen.

JPEG - 32.8 kB

Printed from: http://www.taize.fr/de_article16370.html - 22 February 2019
Copyright © 2019 - Ateliers et Presses de Taizé, Taizé Community, 71250 France