2014

Das Leben in Taizé: Erlebnisse und persönliche Berichte

Im Laufe des Jahres 2014 erschienen auf dieser Seite in regelmäßigen Abständen persönliche Berichte aus Taizé:

Dezember: Der Advent in Taizé

Seit einigen Wochen ist im Dorf Taizé winterliche Ruhe eingekehrt. Die Besucher werden weniger, aber die internationalen Jugendtreffen finden weiterhin Woche für Woche statt. Letzte Woche waren die jungen Norweger am zahlreichsten vertreten; Ende November nahmen 200 Schüler aus Katalonien an den Treffen teil.

Im Gegenzug fuhren zwei Brüder der Communauté nach Barcelona, um eine jährlich von der Katalonischen Regierung vergebene Auszeichnung entgegenzunehmen, die nach einem ehemaligen Abt des Klosters von Montserrat benannt ist. Auf diese Weise sollte die ökumenische Arbeit der Communauté und ihr Bemühen um Dialog und Versöhnung Anerkennung erfahren. Nach wie vor wird in Taizé jeden Sonntagabend um 18.30 Uhr für den Frieden gebetet.

Zum Adventbeginn wurde am Samstag im Anschluss an das Abendgebet gemeinsam vor der neuaufgebauten Weihnachtskrippe gesungen. Dieses Jahr ist die Krippe mit bunten Sternen geschmückt. Diese Sterne sind traditionelle Symbole der Huichol aus Mexiko und der Aymara aus Bolivien, die auch von den Uhreinwohnern der südwestlichen Region der vereinigten Staaten aufgenommen wurden. Fäden in lebhaften Farben werden um ein einfaches Gerüst aus Holzstäben gewoben. So entsteht ein Motiv, das „Ojo de Dios“ (Auge Gottes) genannt wird.


November: Die Freiwilligen sind noch immer fleißig an der Arbeit

Das ganze Jahr durch spielen Jugendliche, die für eine längere Zeit in Taizé mitleben, eine wichtige Rolle für das Leben auf dem Hügel. Sie sind es, die die Besucher willkommen heißen, sich um die Vorbereitung der Kirche vor und nach den Gebeten kümmern, die Mahlzeiten vorbereiten und das Saubermachen organisieren. Mehrere Jugendliche aus Asien sind in den letzten Wochen neu dazugekommen: aus Korea, Indien und den Philippinen. Im Winter sind momentan viele von ihnen damit beschäftigt, das Europäische Jugendtreffen vorzubereiten oder Jugendliche in anderen Ländern zu besuchen, zuletzt in England, der Schweiz und der Tschechischen Republik. Zwei Freiwillige sind auch nach Norditalien aufgebrochen, in eine „Kleine Provisorische Gemeinschaft“.

Für die Communauté war der Monat November geprägt vom unerwarteten Tod eines Bruders, Frère Jean-Philippe. Zur Trauerfeier, die erfüllt war von Hoffnung, war auch die Familie seiner Schwester aus der Schweiz angereist.


Oktober: Weiterhin Tausende Jugendlicher in Taizé

Während der letzten Wochen waren noch mehrere Tausend Jugendliche aus Frankreich, Deutschland, Schweden, Spanien, den Niederlanden und anderen Ländern in Taizé zu Gast – am zahlreichsten waren französische Oberstufenschüler.

Jeden Tag finden verschiedenen Thementreffen statt. So zum Beispiel: „Christen verschiedener Kirchen arbeiten gemeinsam für die Abschaffung von Folter und Todesstrafe“; „Kinder mit Lernschwierigkeiten helfen – Treffen mit einer Familie“; „Eine junge Franziskanerin erzählt von ihrer Arbeit mit Parkinsonpatienten“. Einige der anwesenden Bischöfe stellten sich ebenfalls den Fragen Jugendlicher. So zum Beispiel Bischof Blaquart aus Orleans zum Thema: „Die Freude des Evangeliums“ und Bischof Brunin aus Le Havre zum Thema: „Die Kirche im Gespräch mit der Gesellschaft“.

Junge Franzosen zwischen 15 und 17 berichteten von ihren Erlebnissen in Taizé:

Jean-Martin
Taizé ist nicht nur ein Ort, an dem man Menschen aus der ganzen Welt kennenlernt, sondern vor allem ein Ort, um beten zu lernen – alleine oder als Gruppe, in Stille oder durch Gesang, um eine Bitte um Vergebung auszusprechen oder um Dank zu sagen. Ich habe mich in diesen Tagen entschieden, das Sakrament der Versöhnung zu empfangen. Es war ein sehr intensiver Moment, an den ich mein ganzes Leben denken werde. Es war sehr befreiend und ich fühle mich erleichtert.
Daphné
In Taizé beeindruckte mich besonders, die tiefe Einheit inmitten extremer Gegensätze zu erleben. Das Gebet, die Stille... und gleichzeitig die Ausgelassenheit am Café-Oyak am Abend; so viele verschiedene Sprachen und Kulturen... Ich bin zum ersten Mal hier, aber ich komme sicher wieder. Schon allein um diese Momente zu erleben, wenn sich plötzlich ein Gespräch entwickelt, mit einem Deutschen, jemandem vom anderen Ende Frankreichs oder einem Engländer... Die Sprachbarriere spielt dabei keine große Rolle.
Alexandre
Auf diese Fahrt war ich ganz ich selbst. Normalerweise bete ich nicht so oft, aber durch die Stimmung und die Zufriedenheit, die man in Taizé spürt, konnte ich mit Freude und ungezwungen beten. Ich glaube, der wichtigste Moment war das Abendgebet vor dem Kreuz. Die Atmosphäre war wundervoll; wir waren alle mit einer Stimme vereint, um den Herrn zu loben.
Jugendliche aus Marseilles
Den Tagesrhythmus geben die drei Gebete (jedes Mal mit zehn Minuten Stille), die Mahlzeiten (vielleicht etwas karg), die praktischen Arbeiten (Putzen, Abwaschen…), die Zeiten für Thementreffen und Bibeleinführungen, die Spiele... Pünktlich zum Mittagessen kam auch die Sonne raus, sodass man im Freien essen konnte. Das Abendgebet ging in die Feier des Osterlichts über, bei der Kerzen die ganze Kirche erleuchten, so wie auch das Evangelium unser Leben erleuchtet. Es ist eine große Erfahrung, als Christ nicht alleine zu sein, kein Außerirdischer zu sein, und zu spüren, dass wir alle ähnlich ticken: wir sind moderne Jugendliche, mit den Sorgen und Freuden der Jugend von 2014, total vernetzt und auf der Suche nach Glück. Und wir haben die Frohe Botschaft gehört: Gott ist da, und seine Liebe wohnt in jedem von uns.
Estelle, Fanny, Jules, Lucas, Matthieu, Monique, Noé, Olivier, Paola, Quentin, Robert, Romane, Ronan, Stanislas

September: Echos von den Jugendtreffen im Sommer

Einige sehr problematische Situationen in der Welt haben den Treffen einen ernsten Charakter gegeben. Der Nahe Osten ist noch näher gerückt, zum einen durch die Anwesenheit eines Rabbiners aus Israel, durch Jugendliche aus Palästina, eine irakisch-ägyptische Familie, die im Dorf von Taizé lebt, aber auch durch einer französisch-palästinensischen Familie, deren Großeltern im Gazastreifen leben. Amaya, eine Mutter aus Spanien, die in Rom für den „Jesuit Refugee Service“ arbeitet, sprach an einem Abend über den Mut eines Freundes der in Aleppo in Syrien lebt.

Während eines der wöchentlichen Treffen mit den Jugendlichen betonte Frère Alois, wie wichtig die Anwesenheit ukrainischer und russischer Jugendlicher diesen Sommer war. Jeden Sonntag um 18.30 Uhr konnten alle mit den Brüdern in Stille für den Frieden auf der Welt beten.


Eine kleine Gruppe junger Palästinenser war für eine Woche in Taizé. Der französische Fernsehsender „KTO“ hat eine Reihe von Interviews aufgenommen, die online verfügbar sind [http://youtu.be/F2jmQ58zoPg].

Fadi, einer der Jugendlichen dieser Gruppe schreibt:
Eigentlich wollte ich gerade ins Bett gehen, aber als ich an der Kirche vorbeikam hörte ich Gebete. Als ich hineinging, sah ich Menschen Taizé-Gesänge singen. Es beeindruckte mich, Menschen aus verschiedenen Ländern zu sehen, in ihren eigenen Sprachen die gleichen Gebete singen, mitten in der Nacht. Mir gefällt die Einheit der Christen an diesem Ort.
 
Ein junger Ukrainer, Vasyl, schreibt:
 
Was mich am meisten beeindruckt hat, waren die Gesänge in den verschiedenen Sprachen. Ich habe Menschen aus der ganzen Welt getroffen, aus vielen verschiedenen Ländern und Kulturen. Ein Lied in ihrer Muttersprache zu singen, ist das beste Zeichen der Solidarität und der gegenseitigen Unterstützung.
 
Abdullah, stammt aus der Türkei und kam mit einer kleinen Gruppe aus Deutschland nach Taizé:)
 
Ich war zum ersten Mal in Taizé. Ich bin Moslem, aber ich interessiere mich auch für andere Religionen. Die ganze Woche war etwas ganz Besonderes für mich. Ich habe Menschen aus der ganzen Welt kennengelernt und mit ihnen diskutiert. Ich bin sicher, dass ich nächstes Jahr wiederkomme.

Ein besonderes Ereignis war auch der Besuch von drei Bischöfen aus Kenia. Während ihres Frankreichbesuchs wollten sie einen Tag in Taizé verbringen. Der Generalminister der Franziskaner, Bruder Michael, sein ihn beratenden Mitbrüder und einhundert junge Franziskaner aus verschiedenen Ländern verbrachten einige Tage in Taizé. Gemeinsam mit Frère Alois schrieben sie am Ende ihres Aufenthaltes:

„Unsere Antwort auf ein und denselben Ruf Christus nachzufolgen hörend, sind wir tief vereint in zwei gemeinsamen Anliegen, die sehr wichtig sind, in dieser von Konflikten geprägten Welt: Für den Frieden zu beten und Zeugen von Versöhnung und Brüderlichkeit zu sein. Wir möchten jeden unterstützen und Mut machen, der diese Brüderlichkeit aufbauen möchte.“
Rosalie aus Frankreich über die Anwesenheit so vieler Franziskaner:
Sie zu treffen, war eine bereichernde Erfahrung. Durch ihre Einfachheit, ihre Freundlichkeit und Freude brachten sie viel Bewegendes und andere Ansichten in die Gesprächsgruppen. So fahren wir mit Freude nach Hause in unseren Gemeinden, wo viel Arbeit auf uns wartet.

August: Gedenken an Frère Roger und Pläne für 2015

Am 16. August gedachte die Communauté ihres Gründers, Frère Roger, der vor neun Jahren starb. Frère Alois sprach während des wöchentlichen Treffens mit Jugendlichen in der Versöhnungskirche über dessen Leben, und las während des Mittagsgebetes am 16. August folgendes Gebet:

Christus Jesus, wir danken dir an diesem Tag für das Leben unseres Bruders Roger. Das Feuer deiner Liebe brannte in ihm. Er verstand, dass du gekommen bist, um alle Menschen in einer Gemeinschaft zusammenzuführen. Wie er, so wollen auch wir uns dir im Vertrauen des Herzens überlassen, und zu Menschen des Friedens werden.

Während des ganzen Sommers verliefen die Jugendtreffen in einer sehr fröhlichen Atmosphäre, schon allein aufgrund der großen Vielfaltig der auf dem Hügel von Taizé Anwesenden. Jede Woche stellten Freiwillige von den verschiedenen Kontinenten ihre Heimatländer vor. Jugendliche, die während der Woche über „Wege zu einer neuen Solidarität“ nachgedacht hatten, stellten jeweils samstags im Rahmen von Thementreffen mit dem Titel „Die Herausforderungen der Solidarität; eine Aufruf zu handeln.“ João aus Portugal schreibt zu diesem Thema:

Diese Gruppe war eine ideale Gelegenheit, Menschen aus verschiedenen Ländern und ihre Ansichten zur Solidarität kennenzulernen. Am Anfang waren wir etwas schüchtern, aber die Gruppe war großartig und bald sprudelten die Ideen nur so. Alle arbeiteten zusammen und von jedem Einzelnen kamen gute Beiträge.

Juli: Die großen Sommertreffen beginnen

Seit Mitte Juni, [nimmt die Zahl der Jugendlichen in Taizé jede Woche zu. Die Treffen sind sehr international, mit Teilnehmern aus den verschiedensten Ländern. Auch Freiwillige aus allen Ländern der Welt sind angekommen. Auch neue Thementreffen stehen diesen Sommer zur Auswahl, an denen zum Teil bekannte Persönlichkeiten teilnehmen, die für einige Tage nach Taizé kommen. Und ihnen befand sich z.B. der ehemalige Erzbischof von Alger, Henri Tessier, der an einem Gespräch zum Thema des Interreligiösen Dialogs teilnahm, Rabbi David aus Israel für mehrere Treffen mit Jugendlichen, Christoph Benn vom Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria, der Europaabgeordnete Philippe Lamberts, Ärzte aus der Umgebung von Taizé – andere werden in den nächsten Tagen und Wochen erwartet.

Unter den anwesenden Kirchenverantwortlichen waren unter anderem der Vorsitzende der Methodistischen Kirche von Benin, mehrere Landesjugendpfarrer aus Afrika, der Erzbischof von Dijon in Frankreich und der Bischof von Magdeburg, Gerhard Feige, sowie mehrere anglikanische Bischöfe und fünf orthodoxe Priester aus Weißrussland, die Jugendgruppen nach Taizé begleiteten.

Am Ende ihres Aufenthaltes sagen Jugendliche oft, dass der gemeinsqme Gesang und die Stille für sie am wichtigsten waren:

Ernest (Litauen)
Wenn du mit dreitausend Menschen singst, fühlst du dich als Teil einer Gemeinschaft; und du kannst im stillen Gebet einen inneren Frieden finden. In diesen Momenten kannst du dich auf dich selbst konzentrieren und bist, obwohl du zwischen dreitausend anderen Menschen sitzt, ganz allein und fühlst dich eins mit Gott.
Celina, 15 Jahre alt, aus Deutschland
In Taizé habe ich an den Gruppentreffen für 15/16-Jährige teilgenommen. Wir trafen uns morgens und nachmittags, um über Bibeltexte, unseren Glauben und unser Leben zu sprechen. Mir gefielen diese Gespräche mit Menschen aus ganz verschiedenen Ländern sehr gut. Auch die lustigen Spiele in der Gruppe macht mir viel Spaß. An einem Tag ging es darum, eine halbe Stunde still zu sein und über Gott, unseren Glauben und uns selbst nachzudenken. Wir gingen dazu in den Stillebereich und hielten völliges Schweigen. Für mich war es eine großartige Erfahrung! Ich konnte über Dinge nachdenken, wie nie zuvor in meinem Leben. Jetzt möchte ich dies auch in meinem „normalen“ Leben versuchen.
Simon (Germany)
Ich nahm an der Gruppe teil, die sich die Woche über mit dem Thema Neue Solidarität beschäftigt. Es war eine sehr bereichernde Erfahrung, die mir im „Alltag“ noch immer nachgeht. Mein letzter Besuch in Taizé war sehr schön, aber zu Hause habe ich weder ein gemeinsames Gebet noch Bibeleinführungen, sodass ich den Eindruck hatte, dass all dies nichts mit meinem täglichen Leben zu tun hat. Dieses Mal denke ich immer noch über meine Woche und die Gruppengespräche nach. Es kommt mir fast so vor, als hätten sich meine Gewohnheiten und bestimmte Meinungen geändert.

Mai: Von Ostern bis Christi Himmelfahrt

JPEG - 28.3 kB

In den letzten Wochen fanden verschiedene Thementreffen statt, die von Jugendlichen selbst vorbereitet wurden. Unter ihnen war eine große Gruppe aus Moskau, die jedes Jahr kommt. Mit ihnen war es möglich, über die Spiritualität und den Glauben der orthodoxen Kirche zu sprechen. Jugendliche aus Weißrussland und der Ukraine sprachen über die Hoffnung für ihre Länder und mussten auf viele Fragen antworten.

Fünf Jugendliche, die in den letzten Monaten eine „Interfaith Tour“ unternommen hatten, erzählten von ihren zahlreichen Begegnungen auf den fünf Kontinenten. Während des Himmelfahrtswochenendes sprach der belgische Wirtschaftswissenschaftler Jacques Defourny über Formen sozialen und solidarischen Wirtschaftens.

Professoren und Studenten der orthodoxen Hochschule Saint Serge in Paris kamen für ein Wochenende zu Begegnungen mit den Brüdern der Communauté und zur Feier der „Göttlichen Liturgie“ in der romanischen Dorfkirche nach Taizé.


Melanie und Lena aus Deutschland, beide 18 Jahre alt, schreiben über ihren Aufenthalt an Ostern:

Wir waren bereits einmal in Taizé, aber Ostern auf dem Hügel war eine neue Erfahrung. Am meisten beeindruckt hat uns der Moment der Stille am Karfreitag um 15 Uhr, im Gedenken an die Todesstunde Christi. Für einen Augenblick hielten alle inne, selbst wer wenige Sekunden zuvor noch voll am Schaffen war. Aber auch die gemeinsamen Gebete waren etwas Besonderes, das uns viel gegeben hat. Man spürte, dass wir alle – wo immer wir auch herkommen – durch Jesus Christus und unseren Glauben an Gott verbunden sind.

April: Ostern, Hoffnung auf Auferstehung

Am Palmsonntag waren alle in Taizé Anwesenden eingeladen, sich um 9 Uhr morgens an der Quelle St. Etienne im Schweigebereich am Fuße des Hügels einzufinden. In Erinnerung an den Einzug Jesu in Jerusalem zogen alle gemeinsam vom See mit Palmzweigen in den Händen und unter der strahlenden Frühlingssonne zum Sonntagsgottesdienst in der Versöhnungskirche auf dem Hügel.

Panoramafoto [http://media.taize.fr/panoramas/pano-source.html] von Bence.
iPad- und Tabletversion [http://media.taize.fr/panoramas/pano-source.html]

JPEG - 28.2 kB

Am Nachmittag fand der Empfang für die Karwoche statt. Mit allen notwendigen Informationen ausgestattet machten sich Jugendliche aus verschiedenen Ländern daran, die Neuankömmlinge in ihren Sprachen – an diesem Sonntag hauptsächlich auf Deutsch, Portugiesisch und Französisch – zu empfangen.


Am Abend des Gründonnerstags waren alle Anwesenden eingeladen, an der Geste der Fußwaschung teilzunehmen. Am Karfreitag herrschte um 15 Uhr auf dem ganzen Hügel zum Andenken an die Todesstunde Christi mehrere Minuten Stille und am Ostermorgen wurde der Gruß „Christus ist auferstanden – Er ist wahrhaft auferstanden!“ zur Freude aller in 32 Sprachen ausgerufen.

Dieses Gebet von Frère Alois wurde in viele Sprachen übersetzt und am Ostermorgen allen in Taizé Anwesenden verteilt:

PDF - 1 MB

.


März: Einige Echos der letzten Wochen

Im März kamen Jugendliche aus vielen verschiedenen Ländern. Eine Gruppe evangelischer Studenten aus Clermont-Ferrand schreibt:

„Die meisten von uns waren zum ersten Mal in Taizé, diesem Ort der Begegnung und des Miteinanderteilens. Es waren bereichernde Tage und eine gute Gelegenheit geistlich durchzuatmen. Wir haben hier eine wirkliche christliche Einheit gespürt. Die große Einfachheit des Lebens lässt Mauern der Intoleranz einstürzen, die manchmal zwischen Christen bestehen.
 
Wir haben mit einem Bruder der Communauté über die Frage gesprochen, wie sich ein Christ konkret engagieren kann. Heutzutage ist das Wort „Engagement“ für junge Leute nicht sehr gebräuchlich. Der Bruder ließ uns verstehen, wie schön und wie wichtig es ist, sich rückhaltlos in den Dienst Christi zu stellen. Dies bedeutet nicht, sich von der Welt zurückzuziehen, sondern voll und ganz am Leben der modernen Welt teilzunehmen.
 
Die Gebetszeiten, die den Tagesablauf regelmäßig unterbrechen, haben uns viel innere Ruhe geschenkt. Am Samstagabend wurde das Osterlicht in Form einer kleinen Kerze weitergegeben; jetzt haben wir neue Kraft, dieses Licht in unserer eigenen Umgebung aufscheinen zu lassen und es denen weiterzugeben, die es besonders brauchen. Taizé war eine Etappe auf unserem Weg des Glaubens. Jetzt ist es an uns, diesen Weg mit dem Herrn fortzusetzen.“
Jugendliche der evangelischen Studentengemeinde von Clermont Auvergne (Alban, Anne-Charlotte, Christine, Erika, Guillaume, Laura, Matthieu und Rafaële)

Im gemeinsamen Gebet kommt das Warten auf Ostern zum Ausdruck. Eine Reihe von Jugendlichen kommen in dieser Zeit des Jahres, um eine Woche in Stille zu verbringen. Zum „Tag der offenen Tür“ der Töpferwerkstätten der Communauté waren zahlreiche Besucher aus der umliegenden Region gekommen.

In den letzten Wochen haben mehrere Kirchenverantwortliche die Communauté besucht. Unter ihnen befand sich auch Pfarrer Laurent Schlumberger, der Vorsitzende der Vereinigten Protestantischen Kirche Frankreichs, sowie Pfarrer Larry Miller und Hubert van Beek vom Christlichen Weltforum. Die Bischöfe Pascal Delannoy und Jacques Blaquart aus Saint-Denis und Orleans begleiteten größere Jugendgruppen aus ihren Diözesen. Auch Hegumen Jesaja von der Serbisch-Orthodoxen Kirche war unter den Gästen.


Februar: Auch mitten im Winter gehen die Jugendtreffen weiter

Nach zwei ruhigeren Monaten im Winter sind wieder größere Jugendgruppen in Taizé unter anderem aus mehreren Waisenhäusern in Polen, aus den USA und Frankreich – mit einer großen Gruppe aus der Gegend von Paris. Zu Beginn der Fastenzeit werden über 700 junge Portugiesen auf dem Hügel sein. Die gemeinsamen Mahlzeiten finden immer noch im Innern statt, aber die großen Zelte werden bereits aufgestellt. Das Gästehaus El Abiodh ist im Umbau.


JPEG - 26.1 kB
Beiträge zu dieser Seite in Text oder Bild bitte an diese Adresse senden.

Printed from: http://www.taize.fr/de_article16491.html - 23 October 2017
Copyright © 2017 - Ateliers et Presses de Taizé, Taizé Community, 71250 France