Für diesen Monat

Gedanken zur Bibel

Mit den „Gedanken zur Bibel“ kann man mitten im Alltag Gott suchen. Jeder nimmt sich mit dem vorgeschlagenen Text, dem Kommentar und den Fragen eine Zeit der Stille. Danach treffen sich alle und tragen ihre Gedanken zusammen. Davor oder danach kann ein gemeinsames Gebet stehen.

JPEG - 31.8 kB

2018

April

Matthäus 28,5-20: „Fürchtet euch nicht!“

Der Engel aber sagte zu den Frauen: „Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht euch die Stelle an, wo er lag. Dann geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen: Er ist von den Toten auferstanden. Er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen. Ich habe es euch gesagt.“ Sogleich verließen sie das Grab und eilten voll Furcht und großer Freude zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden. Plötzlich kam ihnen Jesus entgegen und sagte: „Seid gegrüßt!“ Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße. Da sagte Jesus zu ihnen: „Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen, und dort werden sie mich sehen.“ … Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte. Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel. Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: „Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Matthäus 28,5-20)

„Fürchte dich nicht! – Fürchtet euch nicht!“ Was Joseph am Anfang des Matthäusevangeliums hört, hören die Frauen ganz zum Schluss. Mit diesen Worten beginnt für Joseph und die Frauen eine Begegnung. Sie verstehen, dass Gott in den Schwierigkeiten ihres Lebens gegenwärtig ist und einen Weg für sie öffnet. Die Bibel behauptet nicht, dass immer alles gut geht, aber sie versucht uns klarzumachen, dass wir uns den Herausforderungen nicht allein stellen müssen.

Am Ölberg hatten die Jünger Jesus in seiner Angst und seinen Schwierigkeiten verlassen. Während er betet, schlafen sie ein; als er verhaftet wird, laufen sie weg. Die Frauen verlassen ihn, der am Kreuz gestorben ist, dagegen nicht. Sie kommen an das Grab dessen, von dem keine Hoffnung mehr ausgeht. Die Jünger sind vor der Situation geflohen; die Frauen hingegen nähern sich ihr. Und sie erhalten die Botschaft: „Fürchtet euch nicht! Er ist von den Toten auferstanden.“

Es handelt sich dabei um drei Begegnungen und drei Sendungen: Der Engel sendet die Frauen zu den Jüngern; dann sendet Jesus die Frauen „zu seinen Brüdern“; und schließlich sendet Jesus die Jünger „zu allen Völkern“. Niemand kann die Botschaft der Auferstehung für sich allein verstehen und niemand kann sie für sich behalten. Diese Botschaft wird in der Begegnung weitergegeben und fordert uns auf, andere Begegnungen folgen zu lassen.

Die Auferstehung bedeutet nicht, dass es in unserem Leben keine Schwierigkeiten und in der Welt kein Leiden mehr geben wird. Aber den ersten Christen – angefangen bei den Frauen und den Jüngern – wird allmählich bewusst, dass Jesus vollkommen allein mit Angst und Leiden konfrontiert wurde, damit wir niemals mehr allein mit unseren Ängsten und unserem Leid zurechtkommen müssen. Nach und nach verstehen sie, dass in der Verzweiflung Hoffnung aufkommt und der Tod Jesu eine Quelle des Lebens geworden ist.

Die erste Reaktion der Frauen und Jünger ist eine Mischung aus großer Freude und Angst oder vielmehr eine Mischung aus Anbetung und Zweifel. Aber Matthäus beendet seine Erzählung nicht mit der Reaktion der Jünger, sondern er betrachtet die letzten Worte Jesu. Die Jünger, die Jesus verlassen hatten, werden nun ausgesandt, um alle Völker zu seinen Jüngern zu machen. Jesus will, dass die Jünger durch die Taufe und die Weitergabe seiner Gebote den Menschen ein neues Leben bringen, das von ihm kommt.

Diese Sendung und dieses Leben sind von seiner Gegenwart getragen. Er hat die Macht erhalten und er wird da sein. Inmitten der Schwierigkeiten und der Not dieser Welt hat das Reich Gottes schon begonnen. Dies ist die Auferstehung: ein endgültiger Anfang und die Dynamik einer Gegenwart, die bis zum Ende der Zeiten weitergeht. Er ist in den Tagen der Freude und in den Tagen der Not gegenwärtig; seine Gegenwart ist eine Quelle der Hoffnung.

- „Weil er selbst gelitten hat, kann er denen helfen, die versucht werden.“ (Hebräer 2,18) – Wie verstehe ich diese Worte?

- In welchen Begegnungen kommt Jesus auf mich zu? Zu wem sendet er mich?



Weitere Bibelstellen:

Printed from: http://www.taize.fr/de_article168.html - 20 April 2018
Copyright © 2018 - Ateliers et Presses de Taizé, Taizé Community, 71250 France