Versammlung für eine Neue Solidarität

Echos der Woche vom 9. bis 16. August 2015

Viele Jugendliche haben während oder nach der „Versammlung für eine neue Solidarität“ vom 9. bis 16. August einen persönlichen Erfahrungsbericht geschrieben. Im Folgenden einige Auszüge:

- Das Leben in Taizé
- Das Fest der Völker
- Die gemeinsamen Gebete


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Das Leben in Taizé

Ana Leonor (Portugal)

Diese wahrlich historische Woche in Taizé hat mich tief beeindruckt. In der Gemeinschaft konnte man eine gewisse Aufregung und zugleich große Freude, aber auch ein Gefühl des Friedens und der Wehmut empfinden. Die Gegenwart Frère Rogers war deutlich zu spüren, und es war wirklich schön, alle Brüder der Communauté in seinem Namen vereint zu sehen. Tausende Jugendlicher haben einen neuen Blick auf das Leben gewonnen und damit ihr eigenes und das Leben der anderen reicher gemacht. Es war bewegend zu sehen, dass sein Erbe weitergeht und sein Geist in der Communauté nach wie vor lebendig ist; der Heilige Geist der Gemeinschaft und der Gastfreundschaft ist stärker denn je. Freude, Einfachheit, Barmherzigkeit und der Glaube sind die Grundlagen von Taizé.

Caroline (Frankreich)

Was mich bei meiner Ankunft in Taizé besonders beeindruckt hat, war die Einheit zwischen Tausenden von Menschen von allen Kontinenten. Während des Jahres rege ich mich über vieles auf: die Kriege, Konflikte zwischen den Religionen… Aber hier in Taizé finden wir im Geist des Miteinander-Teilens und des Friedens zusammen. Im letzten Jahr hat mich besonders der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine bewegt. Ich hatte den Eindruck, die Europäische Union sei letztendlich nur eine Utopie. Aber als ich nach Taizé kam, stellte ich fest, dass es Europa wirklich gibt, vereint im Gesang und im Gebet für den Frieden. Taizé, ein Ort, an dem Russen und Ukrainer miteinander sprechen, spielen und lachen, ohne Hass ohne Gewalt… Ein Ort des Friedens und der Gemeinschaft, der uns das Vertrauen auf die Hoffnung bewahrt – trotz all der Schwierigkeiten auf der Welt.

Brigid (Australien)

In dieser Woche musste ich an meine Lieblings-Bibelstelle denken: „Es ist dir gesagt worden, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir erwartet: Nichts anderes als dies: Recht tun, Güte und Treue lieben, in Ehrfurcht den Weg gehen mit deinem Gott.“ (Micha 6,8)

Diese Bibelstelle fasst für mich all unsere Versuche zusammen, zu verstehen und auszudrücken, was „Solidarität“ diese ganze Woche hindurch für uns bedeutet hat. Während der Gespräche mit anderen und durch die Begegnung mit den verschiedenen geladenen Persönlichkeiten, sind die verschiedensten Ideen aufgetaucht: Wir könnten Gastfreundschaft noch konkreter leben, nicht mehr nur an unser eigenes Wohlergehen denken, uns mit lauter Stimme für die anderen und gegen Vorurteile einsetzen, für Gleichheit und Gerechtigkeit kämpfen.

Aber wie soll all das gehen? Sind wir in der Lage, in Ehrfurcht und Demut den Weg mit unserem Gott zu gehen, in einer Welt, in der uns vieles durch Zufall und den Umständen entsprechend geschenkt wird? Sind wir bereit, uns der Herausforderung zu stellen, nicht nur als Gerechte zu leben, sondern mit der Sensibilität und der Lauterkeit unseres Herzens zu reagieren? Wenn ja, kommen wir bestimmt einer Neuen Solidarität Schritt für Schritt näher!

Nithin (Indien)

Während der Woche der „Neuen Solidarität“ sah ich mit großem Erstaunen Tausende, vor allem junger Menschen aus verschiedenen Ländern, Konfessionen und sogar Religionen, die in der Kirche gemeinsam sangen und beteten. Genauso stelle ich mir das Reich Gottes vor. Die Foren zum Thema Barmherzigkeit, Freude und Einfachheit wurden von verschiedenen jüngeren und älteren Persönlichkeiten gestaltet. Auf diese Weise habe ich verstanden, dass auch ich diese drei Worte in meinem Leben brauche, um eine neue Solidarität entstehen zu lassen.


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Das Fest der Völker

Carmen (Spanien)

Junge Musiker aus der ganzen Welt vereinten ihre Talente bei einem „Fest der Völker“. Besonders gut gefiel mir die Vorstellung von Yeram, einem jungen Freiwilligen aus Südkorea, der uns in seiner bunten, traditionellen koreanischen Kleidung und seiner ergreifenden Stimme drei ausgesprochen fröhliche Lieder vorführte.

Sylwia (Polen)

Es gibt viele verschiedene Dinge, die Menschen trotz ihrer Unterschiede verbinden; eines davon ist die Kunst. Während dieser besonderen Woche gab es jeden Tag ein „Fest der Völker“. Einzelne Personen oder Gruppen stellten ihre Länder und Kulturen vor; das war ein spannendes Erlebnis. Auch wurden verschiedene Instrumente gespielt. Die Interpreten waren nicht berühmt, aber was sie uns darboten, war atemberaubend.

Vasyl aus der Ukraine und Sasha aus Russland haben sich gegenseitig gratuliert: Sascha begleitete Vasyl, der einen ukrainischen Tango zum Besten gab, auf dem Akkordeon. Dies war ein ergreifender Augenblick tiefer Einheit.


Die gemeinsamen Gebete

Anne (Deutschland)

Gemeinsam eine Zeit in Stille verbringen, ist eine der tiefsten Formen des Austausches mit anderen. Trotzdem machen wir so etwas nur selten, denn wir sind alle sehr beschäftigt. Am Sonntag, den 16. August entstand während einer halben Stunde Stille – in der Mitte des Tages – eine Atmosphäre des Friedens und der Einheit unter den Anwesenden in der Kirche von Taizé. Für mich war dies der Höhepunkt des gesamten Wochenendes.

Filippo (Italien)

Ich war zutiefst beeindruckt, all die verschiedenen Kirchen- und Religionsverantwortlichen zum Gebet vereint zu sehen. Leider fühlen sich einige Menschen nur dann sicher, wenn sie sich von anderen abgrenzen und in ihrer eigenen kleinen Gemeinde gegen den „Fremden“ kämpfen.
Die unglaubliche Revolution von Taizé besteht darin, dass das Unterscheidende uns nicht einengt, sondern vielmehr vereint. All die verschiedenen Nationalitäten, Kulturen, Sprachen und kirchlichen Bekenntnisse werden zu einer Gemeinschaft – gestärkt von Gesang und Gebet.

João (Portugal)

Am besten haben mir in dieser Woche die Begegnungen mit den verschiedenen Kirchenverantwortlichen im Garten der Communauté gefallen. Es war ein bewegendes und ergreifendes Ereignis, als zehn Jahre nach dem Tod Frère Rogers Menschen allen Alters, aus der ganzen Welt und aus den verschiedenen Konfessionen, gemeinsam über die Einheit und die Gemeinschaft in der Kirche sprachen.


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