Wochentreffen für 18-35-Jährige

Unser Einsatz für Geschwisterlichkeit bereitet den Frieden vor

Vom 20. bis 27. August fand in Taizé zum dritten Mal eine besondere Woche für 18-35-Jährige statt. Mehr als 2000 Teilnehmer kamen aus verschiedenen europäischen Ländern und darüber hinaus zusammen, gemeinsam mit den 200 Freiwilligen von allen Kontinenten, die diesen Sommer auf dem Hügel sind.

Menschliche Verantwortung und die Suche nach Gott

Wie Frère Alois in seiner Ansprache am Donnerstagabend sagte: „In dieser Woche haben wir viel über unsere Verantwortung als Christen in der Gesellschaft gesprochen. Gleichzeitig gehen wir im gemeinsamen Gebet und der Betrachtung der Schrift zu den Quellen des Glaubens. Unsere Verantwortung und unsere Suche nach Gott sind untrennbar miteinander verbunden. Zum dritten Mal haben wir hier auf dem Hügel eine solch ausgesprochen intensive Woche, zu der Fachleute aus verschiedenen Bereichen auch dieses Mal einen wertvollen Beitrag leisten und denen wir dafür sehr dankbar sind.“

Einige Besonderheiten des Programms

  • Jeden Tag nach dem Morgengebet hat einer der Brüder der Communauté eine Bibeleinführung für alle anwesenden jungen Erwachsenen gehalten. Diese Gedanken werden in den kommenden Monaten unter „Gedanken zur Bibel“ erscheinen.
  • Am Ende des Nachmittags fanden sich die Jugendlichen in ihren nach Alter unterteilten Gesprächsgruppen zusammen, um sich kennenzulernen und das Thema des Tages zu vertiefen.
  • Jeden Tag nach dem Mittagessen wurde ein festlicher Moment, ein „Fest der Nationen“, angeboten, mit musikalischen Beiträgen aus verschiedenen Kulturen.
  • Jeden Abend um 20 Uhr gaben zwei Jugendliche aus allen Teilen der Welt ein persönliches Zeugnis. Am Donnerstagabend bat Frère Alois einen jungen orthodoxen Libanesen, Theodore, zu den Anwesenden zu sprechen.

Eine große thematische Vielfalt

Morgens und nachmittags gab es Thementreffen und Workshops mit vielen Referenten aus verschiedenen Ländern und aus allen Gesellschaftsschichten: Leiter von NGO’s, Akademiker, hohe Amtsträger und politische Vertreter, im interreligiösen Dialog engagierte Zeugen und Künstler.

Besonders zu erwähnen ist die Anwesenheit von Jean Vanier, dem Gründer der „Arche-Gemeinschaft“, der vier Thementreffen leitete, davon eine über die Allmacht Gottes und dessen Demut, zusammen mit einem muslimischen Denker, Abdelkader Oukrid.

In mehrere Thementreffen jeden Tag konnten die jungen Teilnehmer großen Fragen des Glaubens nachgehen. Unter den Theologen der verschiedenen Kirchen waren beispielsweise:

  • Die evangelische Theologin Katharina Opalka aus Deutschland nahm an mehreren Gesprächen zum Thema „Gottes Antwort auf das Leid“ oder „der Ruf Gottes an jeden Menschen, teil.
  • Andrew Bigg, ein junger anglikanischer Pfarrer und Physiker, sprach über den Dialog zwischen Wissenschaft und Glaube, speziell zum Konzept der Stabilität, das auf die moderne Physik und die Theologie anwendbar ist.
  • Erzbischof Ryś, der für die Neuevangelisierung in der polnischen Bischofskonferenz verantwortlich ist, war extra aus Polen angereist. Während eines Workshops hat er eine Verbindung zwischen der Berufung und der Schöpfung hergestellt – im Schöpfungsakt ruft Gott ins Leben.

-* Martin Kopp, evangelischer Theologe, der sich im Französischen Evangelischen Kirchenbund mit Umweltfragen befasst, ist im Austausch mit Agata Kroh, Professorin für Hebräisch und jüdische Kultur, dem Thema „Das Buch Genesis in der jüdischen Tradition und angesichts der ökologischen Herausforderungen unserer Zeit“ nachgegangen.

Zum sehr aktuellen Themenkreis „Solidarität“ wären zu nennen:

  • „Ist durch die Globalisierung unsere Identität bedroht?" mit Dominique Quinio, Präsidentin der Französischen Sozialwochen, und Mark Buck, einem jungen Politiker aus den Niederlanden.
  • „Die Wahrheit stirbt zuerst: den Konflikt in der Demokratischen Republik von Kongo verstehen; die Hoffnung nicht aufgeben und sich engagieren.“ Mit Faustin Gahima, Schauspieler und Gründer verschiedener NGOs im Kongo.
  • „Als junger Roma heute in Europa leben“, ein Treffen, das von einer Gruppe Jugendlicher aus der Roma-Gemeinschaft in Ungarn geleitet wurde.
  • „Welchen Platz hat die Religion in der Gesellschaft?“ Mit Philippe Lamberts, Europa-Abgeordneter (Belgien), Botond Feledy, Politologe (Ungarn) und Mohamad Saleh von der Stiftung Adyan (Libanon).
  • „Wie müssen die Länder Europas mit dem Zustrom von Flüchtlingen umgehen?“ Mit Jérôme Vignon, Vorsitzender der Staatlichen Beobachtungsstelle für Armut und soziale Ausgrenzung (Frankreich), Philippe Segretain, Mitglied der Französischen Sozialwochen, und Mitgliedern des Jesuitenflüchtlingsdienstes.

Mehrere künstlerische Workshops wurden in Wanagi Tacanku angeboten, dem Ort, der seit 2015 jeden Sommer das Projekt "ArtTogether" beherbergt. Hier sind einige der künstlerischen Themen:

  • Christian Hanser verbrachte mit seinen Wohnwagen der „Rêvothèque“ einen Tag in Taizé: die Welt der Märchen helfen uns, eine Pause einzulegen, zu träumen und durchzuatmen.
  • „Etty“, französisches Theaterstück der Theatergruppe „Le Puits“, nach dem Tagebuch von Etty Hillesum.
  • Mehrere Konzerte wurden angeboten, zwei davon auf der Orgel der Versöhnungskirche.
  • Der Chor „Freedom Singers“ aus Myanmar lud zu einem Konzert unter dem Titel „Let freedom ring!“ ein.

Eine Sonderausgabe der „Taizé Times“

Als PDF-Version:

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Ein spezielles Programm auf „Facebook Live“ am Donnerstagabend

Am Donnerstagabend wurde über Facebook Live [http://www.facebook.com/taize] und die Internetseiten von Taizé eine Sendung ausgestrahlt; einschließlich des Abendgebets und der Worte von Frère Alois an die Anwesenden.


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