Ikonen und Gebet

Ikonen tragen dazu bei, daß im Gebet die Schönheit einen Platz hat. Sie sind wie Fenster, die auf die Wirklichkeit des Reiches Gottes hin geöffnet sind und sie gegenwärtig machen, wo immer Menschen auf der Erde beten. Sie legen es nahe, sich selbst verklären zu lassen. Ikonen sind zwar Bilder, aber keine reinen Bebilderungen oder Schmuck. Sie sind Sinnbilder der Menschwerdung, sie vergegenwärtigen dem Auge die spirituelle Botschaft, die das Ohr durch das Wort empfängt.

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Grundlage der Ikonen ist nach Johannes von Damaskus (8. Jahrhundert), daß Christus in die Welt gekommen ist. Das Heil ist an die Menschwerdung des göttlichen Wortes gebunden und damit auch an die Materie: „Früher wurde Gott, der Unverkörperte und Unsichtbare, niemals dargestellt. Jetzt, wo sich Gott im Fleisch geoffenbart und unter den Menschen gewohnt hat, stelle ich das von Gott Sichtbare dar. Ich bete nicht die Materie an, sondern des Schöpfer der Materie, der um meinetwillen Materie geworden ist, in der Materie wohnen wollte und durch die Materie mein Heil gewirkt hat."

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Durch ihre Aussage, ihre Schönheit und ihre Tiefe kann die Ikone Raum für Frieden schaffen und Erwartung im Glauben nähren. Sie lädt ein, das Geheimnis des Glaubens auch körperlich, in der Schöpfung, zu empfangen.

Marienikone in der Kirche der Versöhnung von Taizé

Diese Ikone wurde 1962 durch Metropolit Nikodim von Leningrad bei seinem Besuch in Taizé geweiht.

Printed from: http://www.taize.fr/de_article290.html - 10 December 2019
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