Frère Paul (1951-2021)

François Belloy, der bei seinem Eintritt in die Communauté von Taizé im Jahr 1975 den Namen Frère Paul annahm, ist am frühen Morgen des 16. Dezember 2021 im Schlaf nach einer langen und schweren Krankheit gestorben. Der Gottesdienst zu seinem Begräbnis findet am Sonntag, 19. Dezember, um 11.30 Uhr in der Versöhnungskirche von Taizé anstelle der sonntäglichen Eucharistiefeier statt.

Frère Paul wurde am 10. Juli 1951 in Châteauroux in Zentralfrankreich als zweites von sechs Geschwistern geboren. Während seines Studiums an der Breguet-Schule für Informatik in Paris lernte er die Communauté kennen, die zu dieser Zeit das Konzil der Jugend vorbereitete. In diesem Rahmen unternahm er im Sommer 1972 mit drei weiteren jungen Leuten eine Reise durch die damals kommunistisch regierte UdSSR. In Moskau entstanden auf diese Weise erste, sehr diskrete Kontakte zu jungen Menschen in diesem Land, die ihren christlichen Glauben im Geheimen leben mussten.

Ein Jahr vor Abschluss seines Studiums trat er 1975 in die Communauté ein, wo er an Ostern 1979 sein Lebensengagement ablegte. Von Anfang an brachte er seine technischen und juristischen Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen ein: Trinkwasser, Abwasser, Stromversorgung, Telekommunikation, Videoausrüstung ... Nach und nach führte er die Informatik in den Alltag der Communauté ein. Diese Fähigkeiten stellte er auch in den Dienst der Europäischen Jugendtreffen.

1983 wurde Frère Paul in den Gemeinderat von Taizé gewählt, wo die Communauté seit langem durch einen und später durch mehrere Brüder vertreten war. In dieser Funktion und vorübergehend als stellvertretender Bürgermeister setzte er sich tatkräftig für das Leben der Gemeinde und der umliegenden Region ein. Er arbeitete unter anderem in den Zweckverbänden für die Wasser- und Stromversorgung und später im Rahmen des Kommunalverbunds mit, bis seine Krankheit ihn 2020 immer mehr einschränkte.

Zu diesem Zeitpunkt war er bereits durch eine Autoimmunkrankheit geschwächt, die ihm allmählich alle körperlichen Kräfte raubte und mehrere Krankenhausaufenthalte in Paris, Mâcon und Cluny nötig machte. Er blieb jedoch bis zum Schluss bei klarem Verstand und behielt sich ein waches Interesse, sowohl für das Leben der Communauté und seiner großen Familie als auch für die Ereignisse in Kirche und Welt.

Printed from: https://www.taize.fr/de_article32820.html - 27 May 2022
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