Die Töpferei in Taizé

Die Töpferei im Leben der Communauté

Die Töpferwerkstatt in Taizé ist ein wesentlicher Teil des gemeinsamen Lebens der Communauté von etwa neunzig Brüdern aus dreißig Ländern. Aus diesem Umstand erklärt sich, warum bestimmte Dinge so und nicht anders gemacht werden. Wir sind in erster Linie weder Künstler noch einfache Arbeiter, sondern Brüder, die ein geistliches Lebensengagement eingegangen sind und gleichzeitig Schritte konkreter Solidarität leben, in Taizé mit Tausenden junger Erwachsener aus der ganzen Welt, und an anderen Orten auf der Welt.

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Dieses Abenteuer begann im Winter 1949, als in Taizé eine Töpferei entstand, in der fast ausschließlich mit Hand gedreht wurden und ein Schwerpunkt auf der Entwicklung von Glasuren, zunächst vor allem aus Pflanzenasche, lag.

Auch mit der zunehmenden Zahl von Brüdern bestreitet die Communauté ihren Lebensunterhalt ausschließlich mit dem Ertrag ihrer eigenen Arbeit. Dabei ist für die meisten Brüder die Arbeit in der Töpferei nicht die einzige Aufgabe im gemeinsamen Leben und dem Engagement der Communauté. Die Produktion besteht aus einfachen Arbeitsabläufen, zum Teil mit Maschinen (Drehen in Formen, Pressen und Gießen), um Gegenstände des täglichen Gebrauchs zu erschwinglichen Preisen herzustellen.

Zwei Arbeitsabläufe wurden stets beibehalten: die Herstellung des Töpfertons aus lokalen Rohstoffen (verschiedenen Tonerden), sowie die Mischung der Glasuren, einer der Besonderheiten der Töpferei in Taizé.


Kurze Einführung

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Zunächst werden die rohen, getrockneten Tongegenstände bei 950° C und dann nach dem Glasieren ein zweites Mal bei 1280° C gebrannt. Bei dieser Temperatur entsteht das sogenanntes „Steinzeug“ (im Gegensatz zu „Steingut“, das bei niedrigeren Temperaturen gebrannt wird). Die Brennöfen der Töpfereien arbeiten mit Erdgas.

Einige Gegenstände (z.B. die kleinen Öllampen) werden aus Porzellan gegossen.

Die Glasuren bestehen aus Silikaten, die bei 1280° C beim Verschmelzen verschiedener Mineralien entstehen: Feldspat, Kaolin, Kalk, Silizium und Talk. Die Farbgebung entsteht durch Beimischung von Eisenoxyd, um elfenbeinfarbene, grüne, schwarze oder braune Glasuren zu bekommen, von Kobalt oder Kupfer für blau und violett, von Titan für orange-gelb usw. Zum Teil wird auch Pflanzenasche verwendet; diese besteht vor allem aus Mineralstoffen, welche die Pflanze während ihres Wachstums dem Erdreich entnommen hat. Für verschiedene Glasuren werden diese Mineralstoffe künstlich zusammengestellt.

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Für den ersten Brennvorgang unserer Stücke arbeiten wir mit einigen Töpfern der Umgebung zusammen. Alleine könnten wir der Nachfrage nicht immer nachkommen.


Die wichtigsten Glasuren

Gousseau (gelb): ursprünglich aus der Asche von Bäumen aus dem Wald von Gousseau auf der anderen Talseite hergestellt.

Omnia (grün): Glasur aus einer Mischung der anderen Glasuren.

Bleu: ursprünglich aus Asche der Wälder der Bresse, jenseits der Saône, hergestellte Glasur, der Kobalt-Oxid zugesetzt wird.

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Okoumé (grau-blau): aus Asche von Abfällen tropischer Hölzer, die ein örtlicher Schreiner gesammelt hatte

Temmoku (schwarz mit roten Einschließungen): japanischer Name für eine klassischen Glasur, wie sie in China vor über 1000 Jahren entstanden war; der charakteristische Farbton entsteht durch Zusatz von Eisen.

Bois de Bresse (schimmernd weiß): Nachbildung einer Glasur aus Asche, die beim Heckenschneiden in der Bresse angefallen war.

Noisette (hellbraun): ursprünglich aus spanischen Haselnussschalen

Rouge de fer (Eisenrot-rostbraun): Glasur auf Basis von Eisen und Phosphor

Jaune (gelb): Glasur mit hohem Aluminiumanteil, unter Zugabe von Titanoxid


Praktische Hinweise

  • Sämtliche Gegenstände sind spülmaschinenfest und können im Mikrowellenherd verwendet werden.
  • Es ist ratsam, Töpferwaren nicht bei über 200°C in den Ofen zu stellen, um zu große Temperaturschwankungen zu vermeiden.

Sämtliche in der Töpferei gefertigten Gegenstände sind in der „Exposition“ in Taizé erhältlich.

Printed from: https://www.taize.fr/de_article5044.html - 18 May 2021
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