Genf nimmt mit Begeisterung 40.000 junge Menschen auf

Fünf Tage lang haben die jungen Pilger den Alltag der Einwohner und Kirchengemeinden der Stadt im guten Sinn durcheinandergebracht

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Nach fünf Tagen frohen Beisammenseins haben die vierzigtausend jungen Taizé-Pilger vorgestern Genf wieder verlassen. Alle waren sich einig, dass das dreißigste Europäische Jugendtreffen ein voller Erfolg war. Neunzig Prozent der Teilnehmer waren in Familien untergebracht, etwas, was einen Monat vor dem Treffen noch niemand für möglich gehalten hätte; Ende November fehlten noch 15.000 Plätze. „Wir sind sehr dankbar,“ freut sich Frère Emile, der die Communauté den Medien gegenüber vertritt, „die Gastfreundschaft hat alle Erwartungen übertroffen.“.

Ein großer Gewinn für Genf

Fünf Tage lang machte Genf einen sehr jungen Eindruck. Gruppen jugendliche Pilger spazierten durch die Stadt. Weder Polizei noch Organisatoren hatten irgendwelche Probleme zu melden. 40 zusätzliche Busse waren eingesetzt worden. „Alles lief reibungslos,“ berichtet Catherine Legendre, Sprecherin des Genfer Nahverkehrs, „und die Fahrer erzählen freudestrahlend, dass die Jugendlichen in ihren Bussen und Trambahnen singen.“

„Das Treffen wird auch das Bild verändern, das man sich von Genf gewöhnlich macht,“ meint Pierre Maudet, Verwaltungsrat der Stadt, der selbst zwei Jugendliche aus Weißrussland bei sich zu Gast hatte. Er möchte das Fremdenverkehrsamt zum Umdenken bewegen. „Während Genf sich zur Zeit auf Geschäftsbesucher und Nobeltourismus konzentriert, haben wir gesehen, was uns Jugendliche, die Touristen von morgen, bringen.“ Er wünscht sich die Schaffung von mehr Gästezimmern und eine bessere Beschilderung in der Stadt, um dieser Art von Besuchern entgegenzukommen.

Ein neuer Schub für die Ökumene

„Man hört oft, die Leute in Genf wären kühl. Dieses Treffen hat das Gegenteil bewiesen,“ sagt Manuel Tornare, der zusammen mit Pierre Maudet als offizieller Vertreter der Stadt das Gebet am Sonntagabend in den Messehallen besuchte. „All diese verschiedenen Nationalitäten hier, das hat uns gut getan. Es ist wichtig, dass in einer so reichen Stadt wie Genf die Frage des Miteinanderteilens auf die Tagesordnung kommt,“ sagt Loly Bolay, Präsidentin des Genfer Stadtparlaments, die auch in den Messehallen dabei war.

Die Anwesenheit so vieler junger Menschen hat die Kirchen neu motiviert. „Es war eine Entdeckung gerade für Gemeinden, die immer schwächer werden,“ kommentiert Pfarrer Roland Benz, einer der Initiatoren des Treffens.

In der katholischen Kirche stellt man fest, dass das Treffen die Menschen in den Gemeinden einander nähergebracht hat. „Sie haben eine neue und schlichte Art des Gebets entdeckt,“ sagt Philippe Matthey, bischöflicher Delegierter im Kanton Genf. „Es gab einen echten Schub für die ökumenischen Beziehungen. Wir hoffen, dass es nicht nur ein Strohfeuer war,“ sagt Philippe Reymond, Vertreter der reformierten Pastoren. Das nächste Treffen findet vom 29. Dezember 2008 bis zum 2. Januar 2009 in Brüssel statt.

Jean-Yves Clémenzo, „La Tribune de Genève“
Ausgabe vom 3. Januar 2008

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