Thailand, Herbst 2012

Ein Besuch in Ranong bei Einwanderern aus Burma

Das Thema der „Neuen Solidarität“ macht uns auf Zeichen der Hoffnung aufmerksam. Die Arbeit des „Jesuit Refugee Service“ ist ein solches Zeichen. Eines ihrer Projekte in Thailand befindet sich in Ranong, einer kleinen Stadt im Südosten des Landes, an der Grenze zu Myanmar, wo Tausende von Menschen aus Burma Arbeit suchen.

Der Service hat sechs „Ausbildungszentren“, in denen fast 900 Kinder unterrichtet werden. Obwohl die Regierung Einwandererkindern freie Schulbildung in Thailand gewährt, können viele aus verschiedenen Gründen diese Chance nicht nützen. Um eine dieser Schulen zu besuchen, müssten die Kinder aus Myanmar die ganze thailändischen Schule durchlaufen und noch einmal in der Grundschule anfangen. Sie sind aber schon älter und es wäre sehr demütigend, neben viel jüngeren Kindern in einer Klasse zu sitzen. Obwohl die Regierung behauptet, dass jedes Kind unabhängig von seinem Status Anspruch auf eine Ausbildung hat, braucht es dazu einen „vorläufigen Reisepass“. Große Familien haben aber nicht genug Geld, um jedem Kind einen solchen Pass zu bezahlen.

So ist mit dem Schulbesuch dieser Kinder eine Menge Arbeit verbunden und die Familien müssen von der Nützlichkeit überzeugt werden. Die Kinder von Einwanderern aus Burma haben aufgrund von Armut und sozialem Druck kaum andere Möglichkeiten des Schulbesuchs. Hier sind - obwohl die Schulen rudimentär ausgestattet sind und über wenig Platz verfügen - die Lehrer sehr motiviert. Einige von ihnen sind selbst Einwanderer mit vorläufigen Pässen, entweder Christen verschiedener Konfessionen oder Buddhisten oder Muslime. Die Zentren sind nicht konfessionell gebunden. Sie verschaffen den Kindern eine Grundausbildung für den Übertritt in eine thailändische Schule.

Es gibt aber viele Vorurteile und Spannungen zwischen der thailändischen und burmesischen Bevölkerung. Und die Angst vor Ausweiskontrollen auf der Straße trägt dazu bei, dass die Kinder nicht gern zur Schule gehen.
Nach dem Besuch in einigen solcher Schulen fuhren wir zu einer der Grenzübergänge zwischen den beiden Ländern. Wir waren bei der Grenzkontrolle auf der thailändischen Seite – das hat nichts mit Grenzkontrollen zu tun, wie man sie von Flughäfen gewöhnt ist! Der Grenzkontrollpunkt befindet sich an einem Fluss, über den die Einwanderer in kleinen Boote übersetzen, aber es kommen auch Ausländer, die ihr Visum verlängern wollen. Man kann auf diese Weise nach Myanmar einreisen, kommt aber auf der anderen Seite nur fünf Kilometer weit.

Es gibt auch andere NROs in Ranong, die entweder ein Online-Hochschulstudium anbieten oder ein Gesundheitsvorsorgeprogramm betreiben. Am Abend trafen wir uns gemeinsam zum Gottesdienst bei den Maristenbrüdern, die auch ein solches Schulzentrum haben. Mehrere junge Freiwillige aus Neuseeland arbeiten dort für ein Jahr mit. Die Großherzigkeit aller, die dort arbeiten lässt, braucht Nahrung, und es entstand die Idee, einmal Einkehrtage für all die Freiwilligen dieser Organisationen anzubieten.


Gebete an neuen Orten in Bangkok

Das Thema der Neuen Solidarität macht uns auf Zeichen der Hoffnung aufmerksam. Die Arbeit des „Jesuit Refugee Service“ ist ein solches Zeichen. Eines ihrer Projekte in Thailand befindet sich in Ranong, einer kleinen Stadt im Südosten des Landes, an der Grenze zu Myanmar, wo Tausende aus Burma Arbeit suchen.

Der Service hat sechs „Ausbildungszentren“, in denen fast 900 Kinder unterrichtet werden. Obwohl die Regierung Einwandererkindern freien Zugriff zu thailändischen Schulen gewährt, können viele aus verschiedenen Gründen diese Chance nicht nützen. Um in eine dieser Schulen zu besuchen, müssten die Kinder aus Myanmar die ganze thailändischen Schule durchlaufen, das heißt wieder in der Grundschule anfangen. Sie sind aber schon älter und neben viel jüngeren Kindern in der Klasse zu sitzen, wäre sehr demütigend; zudem versuchen viel, die Schule vor dem Ende des Jahres zu verlassen. Obwohl die Regierung behauptet, dass jedes Kind unabhängig von seinem Status Anspruch auf eine Ausbildung hat, muss jeder zunächst einen „vorläufigen Reisepass“ bekommen. Wenn aber die Familie zu groß ist, ist nicht genug Geld da, um für jedes Kind einen solchen Pass zu bezahlen.

So ist mit dem Schulbesuch dieser Kinder eine Menge Arbeit verbunden und die Familien müssen überzeugt werden. Die Kinder der Einwanderer aus Burma haben aufgrund von Armut und sozialem Druck sonst wenig Möglichkeiten, zur Schule zu gehen. Es gibt Orte - rudimentär ausgestattet und auf engstem Raum - wo die Lehrer motiviert sind. Einige von ihnen sind selbst Einwanderer mit vorläufigen Pässen. Diese Zentren sind nicht konfessionell gebunden und die Lehrer sind entweder Christen verschiedener Konfessionen oder Buddhist oder Moslems. Sie bieten eine Grundausbildung, um die Kinder für den Übertritt in eine thailändische Schule vorzubereiten.

Es gibt aber auch viele Vorurteile und Spannungen zwischen der thailändischen und burmesischen Bevölkerung. Und auch die Angst vor Ausweiskontrollen auf der Straße trägt dazu bei, dass diese Kinder nicht zur Schule gehen.
Nach dem Besuch in solchen Schulen gingen wir an eine der Grenzübergangsstellen zwischen den beiden Ländern. Wir waren bei der Grenzkontrolle auf der thailändischen Seite – das hat nichts mit dem zu tun, was man von Flughäfen gewöhnt ist! Der Grenzkontrollpunkt befindet sich an einem Fluss, über den die Einwanderer in kleinen Boote übersetzen, aber es kommen auch Ausländer damit, die ihr Visum verlängern lassen. Man kann auf diese Weise nach Myanmar einreisen, aber kommt auf der anderen Seite nur fünf Kilometer weit.

Es gibt auch andere NRO in Ranong, die entweder ein Online-Hochschulstudium anbieten oder ein Gesundheitsvorsorgeprogramm betreiben. Am Abend trafen wir uns gemeinsam zum Gottesdienst bei den Maristen, die auch ein solches Schulzentrum haben. Mehrere junge Freiwillige aus Neuseeland arbeiten dort für ein Jahr mit. Die Großherzigkeit, die all dort arbeiten lässt, braucht Nahrung, und es kam die Idee, Einkehrtage für all die Freiwilligen dieser Organisationen anzubieten.


Gebete an neuen Orten in Bangkok

An einem regnerischen Freitagnachmittag im September fand ein schönes Gebet in Heart´s Home statt, einem dicht besiedelten Khlong Toey-Viertel in Bangkok. Die meisten Menschen in diesem Stadtteil sind arm. Viele müssen kämpfen, um das Nötigste zum Leben zu verdienen.

Das Heart´s Home war leicht zu finden, Anwohner zeigten uns den Weg zu einem kleinen Haus auf einem schmalen „soi“. Freiwillige aus dem Heart´s Home begrüßten alle herzlich und bald begann das Gebet. Es waren Menschen verschiedener Kirchen und Nationalitäten gekommen. Einige Kinder waren auch da; der Ort und die Freiwilligen sind offensichtlich gut bekannt bei diesen armen Kindern. Man konnte beobachten, wie die Kinder hier die Aufmerksamkeit und Wärme finden, die ihnen vielleicht zuhause fehlt. Das Gebet war ein wunderschönes Zeichen der Hoffnung und der Liebe in einem der ärmsten Viertel von Bangkok.

In der folgenden Woche verbrachte einer der Brüder einen ganzen Tag mit den Studenten des Evangelisch-Lutherischen Seminars in Bangkok. Der Tag war Teil eines fünftägigen Kurses über Spiritualität und Meditation der christlichen Tradition. Diskussion, Austausch und Gespräch mit den Jugendlichen waren eine gegenseitige Bereicherung. Besonders das Gruppengespräch über den Brief aus Chile von Frère Alois öffnete neue Perspektiven um zu sehen, wie wir Träger von Freude, Mitgefühl und Vergebung werden können. Zwei Gebete während des Tages brachten uns an die Quelle dieser Haltungen Gottes.


Pilgerweg des Vertrauens in Bangkok 2007

«Zu lieben wählen, zu hoffen wählen».
Meditatives Abendgebet mit Frère Alois, Prior von Taizé,
in der Bangkoker Himmelfahrtskathedrale.

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Am Abend des 11. Novembers 2007 war die Himmelfahrtskathedrale in Bangkok voll von Menschen. Aus den verschiedenen christlichen Kirchen, Traditionen, Gemeinden,
Kongregationen, Schulen und Gemeinschaften waren sie zum lang vorbereiteten gemeinsamen Gebet gekommen.

Kardinal Michael Michai Kitbunchu, Erzbischof von Bangkok, begrüßte die Anwesenden und drückte seine Freude darüber aus, dass Christen verschiedener Konfessionen zusammengekommen waren. Der Bischof der Lutherischen Kirche Thailands nahm ebenfalls teil, des Weiteren der Vizemoderator der „Church of Christ“ in Thailand und ein Repräsentant der Russisch-Orthodoxen Kirche, dem Moskauer Patriarchaten von Thailand… [1]

Die Kathedrale war wunderschön mit Ikonen geschmückt. Das Katholische Jugendamt hatte zusammen mit Gläubigen der verschiedenen Konfessionen die Verantwortung für die praktische Organisation übernommen.

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Alles verlief in froher und getragener Atmosphäre. Die Gesänge wurden fast ausschließlich auf Thai gesungen, die Lesungen folgten auf Thai und Englisch; durch die Fürbitten in verschiedenen Sprachen wurde der internationale und ökumenische Charakter des Gebets an diesem wunderschönen Abend noch deutlicher. Bis aus Laos, Malaysia, Singapur und den Philippinen waren junge Menschen gekommen.

In seiner Meditation sprach Frère Alois über die christliche Hoffnung, die direkt um jeden Einzelnen von uns herum aufkeimen kann; beispielsweise, indem wir auf Menschen in unserer Umgebung zugehen, insbesondere auf Schwächere. Er sprach von seiner Hoffnung, dass die Kirchengemeinden vor allem anderen zu Orten der Güte des Herzens und des Vertrauens werden, an denen Menschen einander annehmen.

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Gegen Ende des Gebets wurde die Kreuzikone auf den Boden gelegt. Der Gesang ging weiter und die Menschen warteten geduldig in langen Schlangen, um Christus am Kreuz ihre Sorgen und Nöte anzuvertrauen. Es war, als ob einige Menschen die ganze Nacht im Gebet verharren wollten, sie rückten immer näher an das Kreuz heran und der Gesang ging immer weiter. Wo Menschen Christus ihre Sorgen anvertrauen, keimte im Herzen Vertrauen, Freude und Hoffnung auf.

Vor dem Gebet fand ein Workshop statt, an dem etwa 250 Menschen teilnahmen.

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Die Vorbereitung für den Tag hatte bereits Anfang des Jahres begonnen, mit Gebeten an verschiedenen Orten, in verschiedenen Kirchen, an Plätzen des Leidens und der Hoffnung; in katholischen Schulen, Seminaren, einer Tagesstätte der ev.-luth. Kirche, in einem Slum, in einer orthodoxen Kapelle, einer anglikanischen Kirche… Die ökumenische Zusammenarbeit und die daraus entstandene Hoffnung, Liebe und Versöhnung sollten in Thailand weitergehen. Während der Gebete in der Vorbereitungszeit drückten viele Menschen den Wunsch aus, öfter zum gemeinsamen Gebet zusammenzukommen. In Thailand gehört nur eine Minderheit von 1 % der Bevölkerung dem christlichen Glauben an. Dies ruft zu einem gemeinsamen Zeugnis Christi für Frieden, Versöhnung und Hoffnung im Land auf. Das gemeinsame Gebet ist sicherlich einer der besten Wege, um diesen Weg gemeinsam weiterzugehen.

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[1„Wir möchten unsere Dankbarkeit Seiner Eminenz Kardinal Michai Kitbunchu für seine Gegenwart und seine begrüßenden Worte ausdrücken. Ein weiterer Dank für ihre Teilnahme geht an Bischof Pierre Bach,
dem ehemaligen Apostolischen Vikar von Thaket – Savannaket in Laos,
dem Verantwortlichen für die laotische Diaspora;
Bischof Visanukorn Upama von der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Thailand;
Dr. Banjong Chomphuwong, Vizemoderator der `Church of Christ´ in Thailand;
Msgr. Dennis von der Apostolischen Nuntiatur;
Rev. Oleg Cherepanin, Repräsentant der Russisch-Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats.
Ebenfalls sind wir dankbar für die Gegenwart der Jugendlichen aus Laos, den Philippinen, Hongkong, Singapur und Malaysia, die für dieses Gebet aus ihren Ländern angereist sind. Ebenfalls wollen wir die Jugendlichen aus Myanmar und Indien begrüßen, die hier in Bangkok studieren.“

Jedes Jahr nehmen Jugendliche verschiedener Kirchen in Thailand für drei Monate an den Jugendtreffen in Taizé teil.

Printed from: http://www.taize.fr/de_article7167.html - 19 March 2019
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