Laos

Junge Laoten auf dem Pilgerweg des Vertrauens

Auf ganz verschiedenen Wegen nehmen Jugendliche aus Laos am Pilgerweg des Vertrauens teil. Nach dem Besuch eines Bruders der Communauté in Ban Kampheng und in Thaket, in der Champasak Provinz, machte sich eine Gruppe Jugendlicher im November 2007 zum Treffen mit Frère Alois nach Thailand auf. Sie nahmen an den Gebeten in der Kathedrale von Bangkok teil. Die Anwesenheit von Jugendlichen aus den Nachbarländern Thailands und von anderen Kirchen, die zusammen mit ihren Bischöfen angereist waren, bereicherte den Abend. Diese Vielfalt war für viele Jugendliche etwas Neues und ließ sie das Gebet neu entdecken.

Wenig später kam die gesamte laotische Delegation des Weltjugendtages in Sydney in die Kirche St. James, in der einige Brüder von Taizé gemeinsame Gebete vorbereitet hatten.

Nach dem Weltjugendtag besuchte einer der Brüder Vientiane, die Hauptstadt von Laos. Obwohl viele ihrer Jugendleiter noch in Sydney waren, hatten Jugendliche, die in den vergangenen Jahren in Taizé waren, ein wunderschönes Gebet in der Kathedrale vorbereitet. Einige neue Gesänge aus Taizé waren in die Landessprache übersetzt worden.

Junge Laoten verbringen regelmäßig drei Monate in Taizé, dieses Jahr ein Jugendlicher aus Thaket.

Regelmäßige Besuche in den vergangenen Jahren

August 2007: Nach einem Besuch in Laos berichtete einer der Brüder, mit welcher Freude er in dieses Land zurückkehrte, das er seit 15 Jahren regelmäßig besucht. Und Laos ist den Brüdern ebenfalls sehr vertraut durch zwei Witwen, die seit 1978 mit ihren vielen Kindern in Taizé leben. Frère Roger hatte sie in einem Flüchtlingscamp in Thailand kennen gelernt und nach Taizé eingeladen.

Im August 2007 war die Communauté eingeladen worden, Fortbildungstage für Jugendliche in den verschiedenen Diözesen des Landes vorzubereiten. In Ban Kampheng kamen fast 150 Jugendliche aus 17 Orten der Diözese zusammen. Sie waren bei Familien oder in einfachen Unterkünften untergebracht, die für dieses Treffen extra hergerichtet wurden. Obwohl während dieser Jahreszeit die Aussaat von Reis beginnt – es wird von Jugendlichen erwartet, dass sie dabei ihren Eltern auf den Feldern helfen – waren zahlreiche Jugendliche zum Treffen gekommen. Ein Team von jungen Erwachsenen, die in den vergangenen Jahren in Taizé waren, boten Workshops zum Thema „Sakramente“ an.

Das Treffen war das Ergebnis einer langen, geduldigen Vorbereitung, in die einige Leute viel Zeit investiert hatten, um anderen die Möglichkeit zu geben, ihren Glauben zu vertiefen und dessen Schönheit zu entdecken. Jugendliche hatten die Kirche geschmückt, so dass der Ort zum Gebet einlud. Für viele war dies etwas neues; sie blieben noch lange in der Kirche, obwohl sie schon abgeschlossen werden sollte, und alle waren sehr froh, dass die Menschen vom Gebet so berührt waren

Am nächsten Tag kam der Diözesanbischof und feierte den Abschlussgottesdienst. Danach folgte die Zeremonie des Basi, des „Fadenbindens“, das bei Geburten, Hochzeiten, An- oder Abreise, vollzogen wird. In der Mitte des Raumes stand eine große Kerze, rings herum Bananenblätter, auf denen Früchte, Süßigkeiten und Weihrauch als Gaben lagen. Von diesem Mittelpunkt gingen Hunderte dünner Baumwollfäden aus, so dass alles wie ein kleiner Strauch aussah. Die Jugendlichen saßen darum herum. Dann sprach der Dorfälteste ein langes Gebet, bevor die Kerze in der Mitte angezündet wurde. Der bewegendste Moment ist, wenn jeder eines der Bänder um das Handgelenk eines anderen bindet und währenddessen für diese Person betet. Diese ausgetauschten Fäden sind Zeichen des Respekts und der Freundschaft, die das Gemeinschaftsgefühl stärken.

Der Bruder fährt fort: Ich brach danach mit einer Gruppe Jugendlicher nach Thaket auf. Wir waren fast fünf Stunden entlang des Mekong unterwegs. Ich dachte an das große Leiden, durch das viele hier gegangen sind, und gleichzeitig aber auch an die Hoffnung, die von hier heute ausgeht. Wie ich in die Gesichter der Jugendlichen in unserer kleinen Gruppe schaute, hörte ich sie lachen und scherzen: sie sind nur eine sehr kleine Gruppe, aber gleichzeitig Träger der Hoffnung. Und auch wenn sie sich dessen nicht bewusst sind, helfen sie mir dabei „die Hoffnung zu wählen“.

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