Mit 7000 jungen Afrikanern ein Zeichen des Friedens

Nairobi, 30. November 2008

Ein neues Jugendtreffen der Communauté von Taizé, ein afrikanischer Schritt auf dem „Pilgerweg des Vertrauens“ hat vom 26. bis zum 30. November 7000 Teilnehmer versammelt. Dabei handelte es sich, nach Johannesburg (Südafrika) im Jahre 1995, um das zweite Treffen dieser Art, das von Taizé aus in Afrika vorbereitet wurde. Die Jugendlichen wurden von mehr als 2500 Familien in und um Nairobi aufgenommen. Jugendgruppen aus 80 Gemeinden verschiedener christlicher Kirchen bereiteten zusammen das Morgenprogramm zum Thema „Zusammen Wege der Hoffnung suchen“ vor. Der gemeinsame Teil des Programm fand auf dem Gelände des Seminars Queen of Apostles im Stadteil Kasarani statt: unter anderem jeden Nachmittag zahlreiche Workshops, an denen die Jugendlichen tintensiv teilnahmen. Hunderte Einwohner Nairobis besuchten außerdem die gemeinsamen Gebete und Workshops.

Für viele der Jugendlichen war es ihre erste große Reise. Viele waren lange im Bus unterwegs: aus Burundi z.B. zwei Tage und Nächte. Probleme mit den Busen und lange Wartezeiten an der Grenze entmutigten niemanden. Die Fähigkeit sich anzupassen und jeden Moment mit Freude zu erleben und einander zu helfen ließ alle die Herausforderungen der Reise gut überstehen.

Unter den vielen verschiedenen Afrikanern vor Ort fielen dreißig junge Masai in ihren traditionellen roten Gewändern besonders auf. Sie sind die ersten Christen in ihren Familien. Ökumenische Gruppen kamen aus Südafrika, Sambia und Madagaskar. Grössere Gruppen Jugendlicher kamen aus Tansania, Uganda, Ruanda, ausserdem aus Mosambik und dem Sudan. Die anderen Provinzen Kenias waren ebenfalls vertreten: von Mombasa am indischen Ozean bis zum Victoria-See im Westen, von den Füßen des Kilimandscharo bis zu den Wüstengegenden von Turkana im Norden... 130 Jugendliche aus Europa, Nordamerika und Asien (China, Korea, Indien...) bereicherten die Vielfalt der Teilnehmer noch mehr.

Zwanzig Teilnehmer aus Kivu (Goma und Bukavu in der Demokratischen Republik Kongo) kamen mit einem einfachen Passierschein über drei Grenzen. Ihre Gegenwart spiegelte klar und deutlich ihren Willen und die Fähigkeiten junger Menschen wieder, Grenzen zu überschreiten, um einander zu begegnen und in einer Region, die grossen Schwierigkeiten und Spannungen ausgesetzt ist, brüderliche Beziehungen aufzubauen. Die Fähigkeit, sich in aller Einfachheit und Ruhe zusammenzusetzen und sich auszutauschen, war ein Zeichen des Friedens.

Auch die logistischen Herausforderungen fanden Lösungen vor Ort (Nahverkehr, Essen, Sicherheit...). Eine Feldküche wurde aufgebaut, in der Tag und Nacht gearbeitet wurde. Mehr als 120 Busse transportierten Morgens und Abends die Teilnehmer von den Gemeinden zum zentralen Veranstaltungsort.

Während der Gebete wechselte die Menschenmenge von den mitreissenden Liedern mit Rhythmus und Tanz zu meditativen Gesängen, zum Teil aus Taizé, und zu den langen Zeiten der Stille. Pastor Njoroge, stellvertretender Generalsekretär der Presbyterianischen Kirche Ostafrikas nahm am Donnerstag am gemeinsamen Gebet teil. Kardinal Njue, der Erzbischof von Nairobi, kam zusammen mit Msgr. Lebeaupin, dem apostolischen Nuntius in Kenia, am Freitagabend zum Gebet. In seinen Worten an die Jugendlichen ermutigte der Kardinal sie, „sich von der zentralen Botschaft der Bibel inspirieren zu lassen: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Wir sind alle Söhne und Töchter Gottes, ihr alle seid wertvoll.“

Frère Alois, Prior von Taizé, überreichte während des letzten gemeinsamen Gebets einem Vertreter aus jedem der 15 anwesenden afrikanischen Länder eine Kopie der ägyptischen „Freundschaftsikone“ aus dem 6. Jahrhundert. Die Ikone wird diese Jugendlichen auf ihren örtlichen Pilgerwegen zu Orten des Leidens und der Hoffnung begleiten. Sie wird sie erinnern, dass Christus immer an ihrer Seite ist.

Das Treffen endete am Sonntag, dem 30. November, mit einer Feier in den Gastgemeinden und dem Mittagessen in den Familien.

Brüder aus Taizé lebten von 1978 bis 1989 in Kenia (in Mathare Valley und dem Vorort Kangemi). Frère Roger, der Gründer von Taizé, besuchte Kenia zum ersten Mal im November und Dezember 1978 und ein weiteres Mal im Dezember 1987.

Thementreffen an den Nachmittagen

- Stille und persönliches Gebet: Bibelgespräch gefolgt von einer persönlichen Zeit des Nachdenkens.
- Gottes Ruf entdecken, seine Gabe und sein Vertrauen annehmen. Welche Wege eröffnet mir Gott in meinem Leben?
- Wie die Bibel lesen? Wie das Gelesene umsetzen? Einführung und Austausch in Kleingruppen.
- Was ist Glauben? Was sind heute die Herausforderungen und Möglichkeiten für Gläubige?
- Jugendliche wollen Autonomie in ihrem Leben.
- Welche Verantwortung kann ich als Jugendlicher heute übernehmen (zuhause, in unseren Gemeinden, in unseren Kirchen)?
- Unsere Wunden heilen, Frieden des Herzens finden: Versöhnung in uns selbst und um uns herum. Erfahrungsaustausch.
- Der Gewalt widerstehen, Frieden aufbauen: Erfahrungsaustausch aus verschiedenen Ländern.
- Was können wir heute mit muslimischen Gläubigen teilen? Berichte und Austausch.
- Das Leben in der Stadt schöner machen: Nachdenken und Austausch mit Angestellten der United Nations Habitat.
- Inmitten der Schwierigkeiten des Lebens die Hoffnung nicht verlieren (Flüchtlinge, Ex-Gefangene...)
- Christus in anderen begegnen. Wie wichtig ist in unserem Leben der Dienst? Wie können wir anderen in nah und fern helfen?
- „Wir, die vielen, sind ein Leib in Christus“ – Was ist die Kirche? Was können wir zur Versöhnung und Einheit der christlichen Gemeinden beitragen? Nachdenken und Austausch.
- Wie können wir anderen helfen den Glauben zu entdecken: Berichte und Erfahrungsaustausch in kleinen Gruppen.
- Wer bin ich? Wie hilft uns Christus, unsere Identität zu entdecken? Wie hilft uns der Glaube, unser Leben aufzubauen?
- Kleine christliche Gemeinschaften: Berichte aus verschiedenen Ländern.
- Die Hoffnung teilen: Vorführungen von Theatergruppen verschiedener Länder.
- Die Vielfalt der Kulturen feiern: internationales Forum mit Beiträgen verschiedener Länder und Provinzen Kenias (Tänze, Lieder, Musik...)

Für weitere Informationen:
Brothers of Taizé
Mji wa Furaha
Tel: +254 720 132 017

Printed from: http://www.taize.fr/de_article7667.html - 21 October 2019
Copyright © 2019 - Ateliers et Presses de Taizé, Taizé Community, 71250 France