7.1.
Das Treffen in Berlin ist vorbei ... jetzt fängt alles an!
Eine Woche nach dem Treffen sind die jungen Teilnehmer wieder in ihren Ländern. Die Dekoration der Gebetshallen auf dem Messegelände ist abgebaut und das tägliche Leben in den Kirchengemeinden und Familien hat wieder begonnen. Können die Menschen in Berlin und die jungen Pilger - bereichert durch die Erfahrung des Treffens - etwas an die Orte tragen, an denen sie leben?Nun ist noch eine Gruppe von Brüdern aus Taizé, Schwestern von St. André und jungen Freiwilligen in Berlin, um allen zu danken, die ihre Türen aufgemacht hatten. Am 15. Januar wird es ein abschließendes Gebet in der Marienkirche geben, wo das tägliche Mittagsgebet während der Vorbereitung stattgefunden hat.Viele junge Menschen sprechen in diesen Tagen von ihrer Dankbarkeit dafür, in Berlin aufgenommen worden zu sein. Hier sind einige ihrer Berichte.
Simon (Deutschland)
Céline und Martin (Schweiz)
Pascal (Deutschland)
Jessica (Neuseeland)
Miriam (Deutschland)
Tanya (Russland)
1.1.2012
Vorübergehende Gemeinschaft, die dazu berufen ist, weiterzugehen
Heute sind Jugendlichen, die am 34. Europäischen Jugendtreffen teilnahmen, wieder in ihre Land aufgebrochen. Während des Festes der Nationen gestern Abend haben sie im Gebet für Menschen, die leiden, und in der Freude des Beisammenseins das neue Jahr begrüßt, in der Gemeinschaft mit Gott und untereinander. In Potsdam z.B. haben Jugendliche für die Menschen im Kongo gebetet - eines der vielen Gebetsanliegen, mit denen sie ihre Verantwortung für die Welt ausdrückten.Heute Morgen waren die Jugendlichen zum Sonntagsgottesdienst in den Kirchgemeinden, auch in verschiedenen orthodoxen Gemeinden, die damit junge Menschen aus Russland, der Ukraine, Serbien und Rumänien begrüßen konnten... Mittags konnten die Gastfamilien dann ihre jungen Gäste zum sonntäglichen Mittagessen aufnehmen ... ganz international. Und dann war es schon Zeit, Abschieden zu nehmen, denn um 16 Uhr fuhren die Busse aus Berlin in alle Himmelsrichtungen wieder ab. Die jungen Teilnehmer und die Gastfamilien verabschiedeten sich oft mit dem Gefühl, zusammenzugehören, nach dieser Gemeinschaft für wenige Tage, die dazu berufen ist, weiterzugehen.
Sergio (Portugal)
Vertrauen muss immer wieder aktualisiert und erneuert werden. Dieses Treffen in Berlin hat die Kirchengemeinden nicht gleichgültig gelassen, sondern ihr Vertrauen in einer Gemeinschaft mit Gott erneuert.
Egle (Litva)
Hier in Berlin lässt Gott durch die Macht des Gebets ständig Wunder geschehen. Gestern, in einem Augenblick der Einsamkeit und Dunkelheit, erfüllte ein Flüstern Gottes meine Seele: „Hab keine Angst vor der Stille. In meiner Gegenwart wirst Du geheilt.“
Ich glaube, dass jede Seele von der Liebe Gottes berührt wird. Er weiß, wonach sich unser Herz wirklich sehnt, und findet Wege, unsere geistlichen Grenzen zu durchbrechen und Brücken zu bauen, die uns mit Gott verbinden. Das einzige, was er von uns verlangt, ist ein offenes Herz, das Mut hat und bereit ist, in Liebe zu leben.
Frère Alois sagte gestern Worte, die eindringlich dazu einladen, durchzuhalten: „Es gibt eine Liebe, die über uns hinausgeht.“ So, lasst uns keine Angst haben!
31.12.
Auf dem Weg zu einer neuem Solidarität. Fangen wir in Berlin damit an!
Heute war der letzte ganze Tag des Treffens. Zum letzten Mal trafen sich die kleinen Gruppen zum Austausch über den Bibeltext und den Brief für 2012 von Frère Alois. Dann gab es am Nachmittag die Regionaltreffen, zu denen sich alle Jugendlichen vor dem letzten gemeinsamen Abendgebet trafen. Am Abend nahmen die Pilger dann in ihren Gastgemeinden am Gebet für den Frieden teil, auf das ein „Fest der Nationen“ mit allen jungen Menschen und ihren Gastgebern.Berlin ist eine Stadt von einer großen Vielfalt von Kulturen, Nationen, Lebensstilen und Religionen. Wie ein Bruder bei einer kurzen Betrachtun im Anschluss an das Mittagsgebet sagte, ist die Berufung der Christen heute nicht unter sich zu bleiben, sondern über die Grenzen hinaus und auf die anderen zuzugehen. Das Salz der Erde ist nicht dazu da, im Salzstreuer zu bleiben, sondern der ganzen Gesellschaft Geschmack zu verleihen. So kann Vertrauen zwischen den Menschen wachsen, ein erster Schritt in Richtung auf „neue Solidarität“, zu der Frère Alois im Brief 2012 aufruft. So kann uns die Gastfreundschaft Berlins - von Frauen und Männern aller Schichten, wie es die Thementreffen in der Synagoge und der Moschee zum Ausdruck gebracht haben - helfen, dieses Vertrauen zu finden.
Susanne et Stephan (Allemagne)
Friedemann (Deutschland)
Während der schwierigen Zeit der Trennung Deutschlands war es sehr schwer, den Glauben zu leben und im Osten den Glauben zu bewahren; es war gefährlich, mit dem Regime nicht einverstanden zu sein. Mehr als 130 Menschen starben allein in Berlin beim Versuch, zu fliehen. Doch es gibt Menschen, die selbst in diesen dunklen Zeiten ihre Hoffnung und ihren Glauben nicht verloren haben. Ernst Barlachs Skulpturen, die in den Gebetshallen aufgestellt waren, sind ein Zeichen des Glaubens und der Wunsch nach einer friedlichen Zukunft.Aber durch die Mauer und die deutsche Wiedervereinigung wurde Berlin zum Symbol der Versöhnung und des Friedens. Heute hat eine neue Ära im Leben der Stadt begonnen. Die Wiedervereinigung von Deutschland war nur möglich geworden durch die friedliche Bewegung der Entrüstung im Jahre 1989. Wie ein Echo der Geschichte sprachen junge Menschen während des Treffens über die Frage „Empörung, Passivität oder Verpflichtung? Der Ort der jungen Generation in der heutigen Gesellschaft“ und trafen sich mit Politikern im Deutschen Bundestag. Die Revolution von 1989 ist ein Modell aktiver Teilnahme von Christen: ohne Gewalt, in friedlicher Gemeinschaft und als Widerhall dessen, worum es in der Gesellschaft geht.
Lisa, Elisabeth et Teresa (Österreich)
Bernard (Deutschland)
30.12.
Der Pilgerweg des Vertrauens geht weiter
Die fremden Gesichter von gestern wurden unerwartet zu Freunden und warmherzige Gastgeber. Je mehr die Angst vor dem Unbekannten zu verfliegen beginnt, entwickelt sich die Freude an der Entdeckung. Heute, füllten die jungen Pilger die Gemeindekirchen in der ganzen Stadt aufs Neue._ Nach dem Morgengebet in den Gemeinden fuhren die Pilger zum Mittagessen auf das jetzt allen vertraute Messegelände. Das Essen, das Anstellen bei der Essensverteilung in den Hallen, die Suche nach einem Platz zum Hinsetzen und das alles mit nur einem Löffel essen, ist kein seltsames Verfahren mehr. Dann folgt das Mittagsgebet, an dessen Ende ein Bruder eine kurze Einführung zum Schrifttext gibt._ Am Nachmittag findet die zweite Runde der mehr als fünfzehn in ganz Berlin verstreuten Thementreffen statt: von Politik bis Freiwilligenarbeit und Musik, über Geschichte und Religion. Und heute Abend kündigte Frère Alois während des Abendgebets die vier der wichtigsten Stationen des Pilgerwegs des Vertrauens auf der Erde an.
Roberto (Rom, Italien)
Das gleiche Vertrauen und den gleichen Glauben in seiner menschlichen Unvollkommenheit führte einen einfachen Fischer aus Galiläa nach Rom, ins Herz des Römischen Reiches, um durch die Hingabe seines eigenen Lebens im Namen Christi zum Zeugen der Liebe Gottes zu werden.
Ich hoffe, dass alle Pilger, die an diesem Treffen teilnehmen werden, und das Zeugnis der frühen Christen sehen und leben werden, zu Quellen des Vertrauens in Gott in ihrem täglichen Leben werden. Als Römer und als Freiwilliger (sowohl in Taizé wie auch hier in Berlin) werde in diesem Jahr mitarbeiten, um das Treffen vorzubereiten und den Tausenden von jungen Pilgern einen sehr guten Empfang zu bereiten, unsere Häuser und unsere Kirchen aufzumachen, bereit zu sein, dieser Etappe des Pilgerwegs des Vertrauens auf der Erde miteinander zu gehen. See you in Rome!
Kate (England)
In dieser Stadt voll von Erinnerungen und Hoffnung für die Zukunft ist dies ein Augenblick um nachzudenken, zu beten und bei Beziehungen zu verweilen. Mit Tausenden anderer habe ich Gemeinschaft erlebt und ganz einfach Zeit, um mit Gott zu sein.
Und es bleibt hier nicht stehen. Nach der Rückkehr nach Hause werde ich Frieden und Hoffnung mitnehmen, mit dem Vertrauen und der Freude der Madonna.
29.12.
Zeichen der Hoffnung
Nach der Reise und dem Empfang in den Kirchengemeinden, lernen die Pilger endlich ihre Gastfamilien kennen. Nach einer Nacht Schlaf findet das erste Morgengebet in den Gemeinden statt. Kirchengemeinden erleben eine Flut junger Menschen aus ganz Europa. Der Glaube dieser jungen Leute, die heute in den Pfarreien rund um Berlin waren, sind für sie ein Zeichen der Hoffnung, aber auch die Frucht der vergangenen Monate der Vorbereitung. Nach dem Morgengebet wurden kleine Bibelgruppen gebildet, in denen verschiedene Erfahrungen ausgetauscht wurden. Am Nachmittag konnten man zwischen mehr als 15 verschiedenen thematischen Treffen an verschiedenen Orten in Berlin wählen.
Marie und Sébastien (Belgien)
28.12.
Das Treffen beginnt!
Das Treffen beginnt! 30.000 junge Menschen aus ganz Europa und von den anderen Kontinenten sind in Berlin zusammen. Wegen der großen Zahl wurden die Pilger in verschiedenen Schulen in der ganzen Stadt verteilt empfangen, jeder in seiner Sprache. Bereits heute sieht man viele Gruppen Jugendlicher, Schilder und Stoffbahnen an verschiedenen Orten der Stadt. Obwohl Berlin sehr groß ist und viele Aktivitäten stattfinden, kann man sich gut vorstellen, dass es hinter den Fassaden vieler Häuser und Kirchen Familien und Gemeinden gibt, die junge Menschen aufnehmen und Menschen, die sie nicht kennen, an ihrem täglichen Leben teilnehmen lassen. Dies schafft eine ganz andere Atmosphäre. Menschen setzen sich ein, um das Stadtleben menschlicher zu machen und um einander näher zu kommen.Nach dem ersten Empfang in der Innenstadt fuhren die Teilnehmer in die Kirchengemeinden und Familien bzw. Gruppenunterkünfte. Am Abend kamen dann alle zum Abendessen und Abendgebet aufs Messegelände.
Lorenz (Deutschland)
Jean (Frankreich)
Tania (Ukraine)
27.12.
Die Vorbereitungen gehen dem Ende entgegen
Während viele junge Pilger bereits unterwegs sind und Tausende junger Menschen heute Abend in die deutsche Hauptstadt aufbrechen, sind die letzten Vorbereitungen des Treffens mit den gestern angekommenen Freiwilligen zu Ende gegangen.Der Chor und Instrumentalgruppe haben die Proben begonnen und ein Team junger Brüder sind mit den Aufbau der Lautsprecher in den vier Hallen, in denen die gemeinsamen Gebete während des Treffens stattfinden wird, beschäftigt. Um die Hallen wohnlicher und wärmer zu gestalten, wurden große orangene und beige Stoffstücke aufgehängt, zusammen mit einer Zeichnung der Muttergottes mit dem Kind, das ein deutscher Soldat im Zweiten Weltkrieg in Stalingrad gezeichnet hatte.Auf die großen Säulen, welche in der Mitte die Halle teilen, werden Umrisszeichnungen von drei Skulpturen Ernst Barlachs projiziert, die auf drei Momente im Leben Jesu Bezug nehmen. Während der Teilung Deutschlands, als es im Osten schwierig und sogar gefährlich war, den Glauben zu leben, konnten die Glaubenden mit diesen Skulpturen beten. So sind sie zu einem Symbol des Glaubens und des Vertrauens in die Bedingungen des Lebens geworden, selbst in leidvollen Zeiten. Ab Morgen wir das Gebet mit den Brüdern und den Jugendlichen vor diesen Symbole stattfinden - als Hinweis auf die Geschichte der Gastgeberstadt.
Anna (Schweden)
26.12.
Empfang der Vorgruppe: ein Vorgeschmack auf das Treffen
Im Laufe des Tages sind mehr als 1.500 freiwillige Helfer angekommen, um all die jungen Pilger am Mittwoch in Berlin zu empfangen. Seit dem frühen Morgen wurden sie in den Berliner Messehallen empfangen. In einem der Hallen haben bereits zwei gemeinsame Gebete stattgefunden. Viele staunen, dass sich selbst an Weihnachten so viele junge Menschen aufmachen, um ihren Glauben zu erneuern und Gemeinschaft mit anderen, Vertrauen und Freude neu aufleben zu lassen. Damit sind diese Stunden der Vorbereitung bereits ein Vorgeschmack auf das, was in den kommenden Tagen geschieht.Heute haben wir besonders für die Opfer der Anschläge in Nigeria und der Überschwemmungen auf den Philippinen und für den Frieden im Nahen Osten gebetet. Vom Anfang an war es wichtig, nicht die Schwierigkeiten der heutigen Welt zu vergessen. Das Treffen kann somit zu einer intensiven Zeit des Gebets und der Stille, aber auch des freudige Zusammenseins und Feierns zwischen den Völkern sein.
Carsten (Berlin-Neukölln, Deutschland)
[(Nach drei Monaten der Vorbereitung, freuen wir uns, dass das Treffen endlich losgeht. Heute, am Ende des Gottesdienstes kam noch eine Dame, die während des Treffens junge Gäste aufnehmen möchte. Wir werden damit 100 Pilger in unserer Gemeinde, der „Genezarethkirche“ in Berlin-Neukölln aufnehmen.
Das ganze Vorbereitungsteam wird morgen noch die letzten Vorbereitungen treffen: Tische und Stühle für den Empfang aufstellen, schauen dass jemand heißen Tee kocht, die Kirche schmücken und Plakate aufhängen, damit die jungen Leute den Weg von der U-Bahn zur Kirchengemeinde finden. Am 28.12. dann wird dann in der Früh alles bereit sein und das Abenteuer kann losgehen...
Cosmin (Rumänien, Hunedoara)
25.12.
Letzte Vorbereitungen in Berlin
Für die Brüder und die Jugendlichen, die länger in Taizé mitleben und am Empfang der Gäste mitarbeiten, ging es zu Weihnachten auf einen Pilgerweg: auf eine innere Reise zu den Quellen des Glaubens zusammen mit Christen aus der ganzen Welt. Das Fest der Geburt Christi ist eine der Quellen, zu denen wir zusammen mit denen unterwegs sind, die das Europäische Treffen vorbereiten; eine Reise in nach Berlin.Am Montag des 26. Dezember kommt die Vorgruppe der freiwilligen Helfer, zwei Tage vor dem Treffen, in Berlin an. Der zentrale Ort des Treffens – das Berliner Messegelände – empfängt diese erste Welle von Jugendlichen. Frère Alois und viele Brüder der Communauté kommen ebenfalls im Laufe des Tages an und schließen sich dem Vorbereitungsteam an, das bereits seit September in Berlin ist.




