Ikonen im Gottesdienst

Tamino Petelinšek

Ikonen tragen zur Schönheit des Gottesdienstes bei. Sie sind wie offene Fenster zur Wirklichkeit des Reiches Gottes, das durch sie in unserem Gebet auf Erden gegenwärtig wird.

Ikonen sind Bilder, aber mehr als bloße Illustration oder Dekoration; sie sind Symbole der Menschwerdung Gottes, eine Gegenwart, die den Augen die geistliche Botschaft vermittelt, wie das Wort den Ohren.

Nach dem Theologen Johannes von Damaskus aus dem 8. Jahrhundert beruhen Ikonen auf dem Kommen Christi auf die Erde. Unsere Erlösung ist mit der Menschwerdung des göttlichen Wortes verbunden und damit auch mit der Materie: „In der Vergangenheit wurde der unkörperliche und unsichtbare Gott niemals dargestellt. Aber jetzt, da Gott sich im Fleisch offenbart hat und unter den Menschen gewohnt hat, stelle ich das Sichtbare in Gott dar. Ich verehre nicht die Materie; ich verehre den Schöpfer der Materie, der um meinetwillen Materie geworden ist, der sich entschlossen hat, in der Materie zu wohnen, und der durch die Materie meine Erlösung bewirkt hat.“ (Rede I,16).

Durch den Glauben, den sie zum Ausdruck bringt, durch ihre Schönheit und Tiefe kann eine Ikone einen Raum des Friedens und ein erwartungsvolles Warten schaffen. Sie lädt uns ein, die Erlösung auch im Fleisch und in der Schöpfung aufzunehmen.