Bangladesch
Nachdem mehrere Brüder der Communauté bereits Besuchsreisen in Asien unternommen hatten, entstand 1974 in Bangladesch eine Fraternität.
Ursprünglich sollte dies in Indien geschehen, doch es war schwierig, dort ein Visum zu erhalten. Bei der Eröffnung des Konzils der Jugend war jemand aus Bangladesch anwesend, der sagte: „Kommt nach Bangladesch, die Lage dort ist sehr schwierig.”
Bangladesch war nach einem verlustreichen Krieg seit drei Jahren unabhängig. In den Jahren 1974 und 1975 herrschte in den Großstädten Hungersnot. Viele Menschen starben. Der Großteil der Bevölkerung lebte in bitterer Armut.
Der katholische Bischof von Chittagong lud uns ein, uns in seiner Diözese niederzulassen. Wir lebten dort sechs Jahre lang ein sehr radikales Leben mitten unter armen Menschen. Unser Fokus lag auf zwei Dingen: den Armen nahe zu sein und mit jungen Christen zu arbeiten, mit ihnen Treffen und Einkehrtage zu organisieren. Wir besuchten oft Krankenhäuser. Gemeinsam mit einer Gruppe junger Muslime und Hindus gründeten wir einige kleine Schulen in den Elendsvierteln. Wir halfen vielen Menschen mit Behinderungen mit einem kleinen Darlehen, um kleine Unternehmen zu gründen.
1981 zog die Fraternität in die Hauptstadt Dhaka um. Sie bestand damals nur aus zwei Brüdern. Wir setzten unsere Lehrtätigkeit fort, führten die kleinen Schulen in den Slums weiter und arbeiteten mit Menschen mit Behinderungen. 1987 ließen wir uns in Mymensingh nieder, wo die Fraternität 34 Jahre lang blieb. Vieles hat sich damals entwickelt.
Es gibt kleine Grundschulen, an denen die Lehrer Stipendiaten sind. Aus unserer Arbeit mit dem Volk der Garo entstand in Dhaka ein Zentrum namens Nokmandi, um die Garo in Dhaka zusammenzubringen, ihnen in ihren Schwierigkeiten zu helfen und ihre Kultur am Leben zu erhalten. Es wurde viel für Menschen mit Behinderung getan, was unter anderem zur Gründung einer Arche-Gemeinschaft in Mymensingh führte. Außerdem haben wir kleine Zentren für Straßenkinder in Mymensingh und Dhaka eröffnet. Ein starker Schwerpunkt liegt auf der Seelsorge, insbesondere auf der Ausbildung junger Menschen: eine interreligiöse Ausbildung für den Frieden sowie die Arbeit mit jungen Christen, um sie auf den Dienst in Kirche und Gesellschaft vorzubereiten.
Die ersten 20 Jahre der Fraternität waren geprägt von großen jährlich stattfindenden ökumenischen Jugendtreffen. Zwei der Brüder der ersten Stunde sind bereits verstorben. Der Gründer unserer Fraternität hat vieles ins Leben gerufen. Der andere arbeitete 45 Jahre lang als Theologieprofessor: fast 40 Jahre am katholischen Priesterseminar und war zugleich einer der Gründer der anglikanischen theologischen Hochschule.
Im Jahr 2021 haben wir uns in Thanarbaid, einem Dorf der Garo-Minderheit, niedergelassen. Vieles, was wir an anderen Orten begonnen haben, wird fortgeführt, doch die tägliche Leitung wurde vertrauenswürdigen Menschen vor Ort anvertraut. Die Brüder übernehmen weiterhin eine beratende Rolle.
Thanarbaid ist ein Bauerndorf. Um das Leben der Menschen dort zu teilen, hat die Fraternität auch mit Viehzucht und Ackerbau begonnen. Der Erlös aus dieser Arbeit trägt die Projekte der Brüder in Mymensingh mit. Auf diese Weise können wir den Ärmsten helfen.
Eine Gruppe von 15 oder 17 Studenten lebt bei uns. Sie nehmen an unseren drei täglichen Gebeten teil. Drei Brüder sind hier. Oft sind wir unterwegs, um kleine ökumenische Treffen oder interreligiöse Pilgerwege zu organisieren.