Gedanken von Sr. Wendy, Schwester von St. André

Menschen der Hoffnung zuhören

Dienstag, 26. August 2025 | Reflexionswoche 2025
Filip Nordahl

Als Jesus einige Tage später nach Kafarnaum zurückkam, wurde bekannt, dass er wieder zu Hause war. Und es versammelten sich so viele Menschen, dass nicht einmal mehr vor der Tür Platz war; und er verkündete ihnen das Wort. Da brachte man einen Gelähmten zu ihm; er wurde von vier Männern getragen. Weil sie ihn aber wegen der vielen Leute nicht bis zu Jesus bringen konnten, deckten sie dort, wo Jesus war, das Dach ab, schlugen die Decke durch und ließen den Gelähmten auf seiner Tragbahre durch die Öffnung hinab. Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: „Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!“ Einige Schriftgelehrte aber, die dort saßen, dachten im Stillen: Wie kann dieser Mensch so reden? Er lästert Gott. Wer kann Sünden vergeben außer dem einen Gott?‘ Jesus erkannte sofort, was sie dachten, und sagte zu ihnen: „Was für Gedanken habt ihr im Herzen? Ist es leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: ‚Deine Sünden sind dir vergeben!‘, oder zu sagen: ‚Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh umher?‘ Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben.“ Und er sagte zu dem Gelähmten: „Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause!“ Der Mann stand sofort auf, nahm seine Tragbahre und ging vor aller Augen weg. Da gerieten alle außer sich; sie priesen Gott und sagten: „So etwas haben wir noch nie gesehen.“ (Markus 2,1-12)

 

Das Evangelium, das wir soeben gehört haben, spricht von einem gelähmten Mann. Wir wissen lediglich, dass er auf einer Trage lag, sonst nichts. Dieser Mensch könntest du sein, er könnte ich sein. Er könnte sogar die ganze Welt repräsentieren. Denn unsere Welt ist nicht gesund. Es gibt Leid und Spaltungen. Wir wollen Frieden, sind aber mit Kriegen konfrontiert. Kinder sollten spielen und in einer sicheren Umgebung aufwachsen, doch viele sehen ihr Leben zerstört. Angesichts dessen können wir uns leicht lähmen lassen. Wir fühlen uns machtlos, unbeweglich, energielos, ohne Hoffnung.

Schauen wir nun auf Jesus: Er predigt das Wort Gottes und zieht mit seinen Heilungen viele Menschen an. Aber dieser Text zeigt uns, dass Jesus viel mehr ist als ein Prediger oder Heiler. „Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: ‚Mein Kind, deine Sünden sind dir vergeben.‘“ (Vers 5) Jesus möchte, dass alle wissen, dass „der Menschensohn die Vollmacht hat, auf Erden Sünden zu vergeben“ (Vers 10). Lassen wir uns diese außergewöhnliche Nachricht nicht entgehen, denn sie bedeutet, dass nichts verloren ist. Jesus ist unsere Hoffnung. Er kommt in unser Leben und in unsere Welt, um uns zu retten, um uns von der Sünde zu befreien. Sünde ist ein Problem in der Beziehung zwischen uns und Gott. Diese Beziehung kann gelähmt oder zerbrochen sein. Aber es gibt eine Lösung für dieses Problem. Die Lösung ist Jesus. Er hat die Macht, uns mit Gott zu versöhnen. Er kann uns wieder zum Laufen bringen. Dank ihm können wir unsere zerbrochene Beziehung zu Gott, zum Leben, wiederherstellen.

Betrachten wir nun die vier Männer, die den Gelähmten zu Jesus bringen. Sie sind für mich Menschen der Hoffnung. Sie sind ein schönes Beispiel dafür, wie Christen inmitten einer leidenden Welt sein können:

  1. Sie sahen den Gelähmten, hörten ihm zu, und verschlossen ihre Augen nicht vor seinem Leiden.
  2. Sie haben zusammengearbeitet. Vielleicht waren sie in vielerlei Hinsicht sehr unterschiedlich, aber zwei Dinge verbanden sie: ihre Liebe zu diesem Mann und ihr Glaube an das Wort Jesu.
  3. Jesus sieht den Glauben der vier Träger. (V. 5) Dennoch sagen sie während der ganzen Geschichte kein Wort. Wir sehen ihren Glauben durch ihre Taten. Es ist ein lebendiger Glaube, der sie zum Handeln bewegt. Sie versuchen, das Leid und die Ungerechtigkeit, die sie in der Welt sehen, zu beheben. Doch sie können nicht mehr tun, als dieses Leid zu Jesus zu bringen. Dort angekommen, ist es Jesus, der die Arbeit tut.
  4. Für die vier Träger war es nicht leicht, zu Jesus zu gelangen. Sie stießen auf Hindernisse, brauchten Mut, Ausdauer und Phantasie. Manchmal muss man ein Dach abdecken, um zu Jesus zu gelangen ... Als sie schließlich zu Jesus kommen, verschwinden sie ... Sie sagen nicht: „Seht, was wir erreicht haben!”. Sie erwarten keine Belohnung. Sie sind demütige Diener, deren Wunsch es ist, die Welt für alle besser zu machen. Inmitten einer leidenden Welt sind sie wie Sterne in der dunklen Nacht.

Das bedeutet nicht, dass wir immer „Träger” sein und stark sein müssen. Es ist genauso wichtig zu akzeptieren, dass auch wir andere brauchen, die uns tragen, für uns beten und für uns hoffen. Niemand ist allein Christ.

 

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Veröffentlicht am 26.08.2025