Taizé in Hongkong: Zuhören, Frieden und Sehnsucht nach Stille
30. April – 3. Mai 2026
Bei seinem ersten Besuch in Hongkong wandte sich Frère Matthew, Prior der Communauté von Taizé, an die Jugendlichen. Er sprach von Beständigkeit, Zuhören und geistlicher Tiefe.
Eine Freundschaft, die lange zurückreicht
Die Verbindung zwischen Taizé und Hongkong besteht seit langem. Frère Matthew erinnerte daran, dass Frère Roger, der Gründer der Communauté, bereits 1977 dort war; im Jahr 2018 dann auch Frère Alois . Der diesmalige Besuch soll die Verbundenheit der Communauté mit den jungen Menschen in Hongkong zum Ausdruck bringen und sie auf ihrem Weg begleiten.
Zuhören, anstatt sich aufzudrängen
Frère Matthew möchte mit dieser Reise keine fertige Botschaft überbringen, sondern in erster Linie zuhören. Es ging ihm darum, die sich wandelnden Gegebenheiten in Hongkong und die Herausforderungen, denen sich die Teilnehmer aus verschiedenen Teilen der Welt gegenübersehen, besser zu verstehen.
Wenn es eine Botschaft zu vermitteln gibt, dann ist es Christus: „Friede sei mit euch.“ Frère Matthew betont, wie wichtig es ist, diesen Frieden in einer Welt zu finden, die nicht nur von physischer Gewalt und Kriegen geprägt ist, sondern auch von einer „inneren Gewalt“, die mit den Schwierigkeiten des Alltags und der zwischenmenschlichen Beziehungen zusammenhängt. Es geht darum, eine innere Freiheit zu finden, die es jedem ermöglicht, er selbst zu sein und mit anderen zu teilen, was er oder sie vom Evangelium verstanden hat.
„Was sucht ihr?“
Im Mittelpunkt seiner Überlegungen steht eine grundlegende Frage aus dem Johannesevangelium: „Was sucht ihr?“ So lautet auch der Titel eines Textes, den Frère Matthew in diesem Jahr verfasst hat, um jedem Einzelnen Mut zu machen, seinen Weg mit Christus und der Kirche fortzusetzen. Diese persönliche Suche ist für ihn wichtiger als Taizé selbst.
Die Stille wiederentdecken
In einer hochvernetzten Welt, in der wir einer unaufhörlichen Flut von Nachrichten und Ideen ausgesetzt sind, besteht für Frère Matthew ein erstaunliches Paradox: Wenn man junge Menschen fragt, was sie in Taizé am meisten beeindruckt hat, antworten die allermeisten: „die Stille“. Der Prior der Communauté sieht die Stille nicht als Leere, sondern als einen lebenswichtigen Raum, ähnlich wie die Wüste oder den Berg in der Bibel, wo wir Gott begegnen. Sie ist zugleich ein Ort der inneren Auseinandersetzung und ein Nährboden, auf dem die wichtigsten Entscheidungen reifen. Für Frère Matthew erkennt man gerade in der Stille des Herzens, was es bedeutet, Christus nachzufolgen und sein Leben für andere hinzugeben.