Eine Meldung machen
1. An wen kann ich mich wenden, wenn ich etwas Beunruhigendes empfinde oder beobachte oder wenn sich mir jemand anvertraut? Was soll ich tun, wenn ich selbst Opfer von Gewalt/sexueller Belästigung oder spirituellem Missbrauch bin? Was soll ich tun, wenn ich während meines Aufenthalts in Taizé eine solche Situation in meinem Umfeld bemerke?
Nicht allein bleiben! Immer Hilfe suchen! Sich von den verschiedenen Opferschutzstellen helfen lassen. Du hast folgende Möglichkeiten:
- direkt den für den Schutz von Personen zuständigen Bruder der Communauté anrufen oder eine SMS schicken an: +33 749 04 75 85 (rund um die Uhr erreichbar). Auf Wunsch leitet der Bruder deinen Anruf an eine Frau weiter.
- nach La Morada kommen und dort den für den Schutz von Personen zuständigen Bruder kontaktieren.
- eine E-Mail an folgende Adresse schreiben: [email protected] – Das Team für die {Entgegennahme und Weiterverfolgung von Meldungen} antwortet innerhalb von 24 Stunden.
- sich an die Notruf- und Beratungsnummer einer unabhängigen Stelle in deinem Heimatland wenden
- sich an die für den Schutz von Personen zuständige Person in der Kirche deines Heimatlandes wenden
2. Welche Aufgabe hat der Bruder, der diese Notrufnummer beantwortet?
- mit Empathie und absoluter Diskretion zuzuhören
- auf Wunsch unverzüglich den Kontakt mit einer Frau herzustellen, die dieselbe Rolle übernimmt
- den Kontakt zu kompetenten Personen herzustellen, die helfen können
- die Erziehungsberechtigten zu informieren, wenn es sich um eine minderjährige Person handelt
- schriftlich das Team zur Entgegennahme und Weiterverfolgung von Meldungen über jeden Vorfall informieren (unter Wahrung der Anonymität), um Ratschläge zum bestmöglichen Vorgehen einzuholen.
3. Wer erhält die Meldungen per E-Mail?
Die Adresse [email protected] wird von einem Team verwaltet, das sich um die Entgegennahme und Weiterverfolgung von Meldungen kümmert und aus drei Personen außerhalb der Communauté von Taizé besteht:
- Cécile Jubert, Psychotherapeutin, spezialisiert auf das Thema sexuelle Gewalt (Frankreich)
- Noël Rosé, Rechtsanwalt (Frankreich)
- Alzira Fernandez, geistlich-psychologische Begleiterin (Portugal)
Dieses Team ist von der Communauté von Taizé und der „Association de l’Accueil à Taizé“ (der Trägerorganisation der Jugendtreffen) beauftragt und autorisiert worden.
4. Was macht das „Team für die Entgegennahme und Weiterverfolgung von Meldungen“?
- Die Meldungen entgegennehmen, die körperlichen, seelischen oder geistlichen Missbrauch und sexuelle Übergriffe betreffen, oder Gewalt jeglicher Art, die insbesondere bei den Treffen in Taizé oder bei anderen von der Communauté von Taizé organisierten Treffen stattgefunden haben könnte, unabhängig davon, wer die mutmaßlichen Täter sind.
- Unvoreingenommen zuhören und die Aussagen der Opfer ernst nehmen.
- In allen Fällen, in denen das Gesetz dies vorschreibt, Strafanzeige erstatten.
- Den Opfern helfen, auf Wunsch ein Gerichtsverfahren einzuleiten oder Wiedergutmachung bzw. Therapie zu erlangen.
- Die anonymisierte Meldung an die Organisatoren der betreffenden Veranstaltung weiterleiten und Maßnahmen vorschlagen, um eine Wiederholung derartiger Vorfälle zu vermeiden.
- Den Opfern stets eine ihren Bedürfnissen entsprechende geschwisterliche und unterstützende Hilfe zukommen lassen.
Das Team ist verpflichtet, unabhängig zu arbeiten, allen eingegangenen Meldungen so schnell wie möglich nachzugehen und streng vertraulich zu arbeiten.
Die Erfassung und Speicherung der Daten während des gesamten Prozesses erfolgt unter Einhaltung der „Allgemeinen Datenschutzverordnung“ und des Gesetzes „Informatique et Libertés“ (dem frenzösischen Datenschutzgesetz).
5. Ich bin bereits wieder zu Hause und möchte etwas erzählen, das mir in Taizé widerfahren ist oder das ich dort beobachtet habe. Was kann ich tun?
Es gibt mehrere Möglichkeiten:
- mit einer Vertrauensperson aus der Gruppe sprechen, mit der du nach Taizé gekommen bist.
- an die Adresse der Communauté oder an die Adresse des „Teams für die Entgegennahme und Weiterverfolgung von Meldungen schreiben.
- ein Hilfetelefon im eigenen Land anrufen. In Deutschland etwa die Unabhängige Ansprechstelle (UNA) (kostenfrei und anonym): + 49 0800-022099
- einen Beauftragten der Kirche an deinem Heimatort ansprechen.