Gedanken zur
Bibel

April 2018

„Fürchtet euch nicht!“

Matthäus 28,5–20
Der Engel aber sagte zu den Frauen: „Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht euch die Stelle an, wo er lag. Dann geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen: Er ist von den Toten auferstanden. Er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen. Ich habe es euch gesagt.“ Sogleich verließen sie das Grab und eilten voll Furcht und großer Freude zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden. Plötzlich kam ihnen Jesus entgegen und sagte: „Seid gegrüßt!“ Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße. Da sagte Jesus zu ihnen: „Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen, und dort werden sie mich sehen.“ … Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte. Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel. Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: „Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“

„Fürchte dich nicht! – Fürchtet euch nicht!“ Was Joseph am Anfang des Matthäusevangeliums hört, hören die Frauen ganz zum Schluss. Mit diesen Worten beginnt für Joseph und die Frauen eine Begegnung. Sie verstehen, dass Gott in den Schwierigkeiten ihres Lebens gegenwärtig ist und einen Weg für sie öffnet. Die Bibel behauptet nicht, dass immer alles gut geht, aber sie versucht uns klarzumachen, dass wir uns den Herausforderungen nicht allein stellen müssen.

Am Ölberg hatten die Jünger Jesus in seiner Angst und seinen Schwierigkeiten verlassen. Während er betet, schlafen sie ein; als er verhaftet wird, laufen sie weg. Die Frauen verlassen ihn, der am Kreuz gestorben ist, dagegen nicht. Sie kommen an das Grab dessen, von dem keine Hoffnung mehr ausgeht. Die Jünger sind vor der Situation geflohen; die Frauen hingegen nähern sich ihr. Und sie erhalten die Botschaft: „Fürchtet euch nicht! Er ist von den Toten auferstanden.“

Es handelt sich dabei um drei Begegnungen und drei Sendungen: Der Engel sendet die Frauen zu den Jüngern; dann sendet Jesus die Frauen „zu seinen Brüdern“; und schließlich sendet Jesus die Jünger „zu allen Völkern“. Niemand kann die Botschaft der Auferstehung für sich allein verstehen und niemand kann sie für sich behalten. Diese Botschaft wird in der Begegnung weitergegeben und fordert uns auf, andere Begegnungen folgen zu lassen.

Die Auferstehung bedeutet nicht, dass es in unserem Leben keine Schwierigkeiten und in der Welt kein Leiden mehr geben wird. Aber den ersten Christen – angefangen bei den Frauen und den Jüngern – wird allmählich bewusst, dass Jesus vollkommen allein mit Angst und Leiden konfrontiert wurde, damit wir niemals mehr allein mit unseren Ängsten und unserem Leid zurechtkommen müssen. Nach und nach verstehen sie, dass in der Verzweiflung Hoffnung aufkommt und der Tod Jesu eine Quelle des Lebens geworden ist.

Die erste Reaktion der Frauen und Jünger ist eine Mischung aus großer Freude und Angst oder vielmehr eine Mischung aus Anbetung und Zweifel. Aber Matthäus beendet seine Erzählung nicht mit der Reaktion der Jünger, sondern er betrachtet die letzten Worte Jesu. Die Jünger, die Jesus verlassen hatten, werden nun ausgesandt, um alle Völker zu seinen Jüngern zu machen. Jesus will, dass die Jünger durch die Taufe und die Weitergabe seiner Gebote den Menschen ein neues Leben bringen, das von ihm kommt.

Diese Sendung und dieses Leben sind von seiner Gegenwart getragen. Er hat die Macht erhalten und er wird da sein. Inmitten der Schwierigkeiten und der Not dieser Welt hat das Reich Gottes schon begonnen. Dies ist die Auferstehung: ein endgültiger Anfang und die Dynamik einer Gegenwart, die bis zum Ende der Zeiten weitergeht. Er ist in den Tagen der Freude und in den Tagen der Not gegenwärtig; seine Gegenwart ist eine Quelle der Hoffnung.

01
Wie verstehe ich diese Worte: „Weil er selbst gelitten hat, kann er denen helfen, die versucht werden.“ (Hebräer 2,18)
02
In welchen Begegnungen kommt Jesus auf mich zu? Zu wem sendet er mich?

... der vergangenen Monate:

Avril 2026

Das Geheimnis von Ostern

Johannes 12,20–33

Auch einige Griechen waren zum Fest nach Jerusalem gekommen. Sie traten an Philippus heran, der aus Betsaida in Galiläa stammte, und sagten zu ihm: „Herr, wir möchten Jesus sehen.“ Philippus ging und sagte es Andreas; Andreas und Philippus gingen und sagten es Jesus. Jesus aber antwortete ihnen: „Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht wird. Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht. Wer an seinem Leben hängt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben. Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach; und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein. Wenn einer mir dient, wird der Vater ihn ehren. Jetzt ist meine Seele erschüttert. Was soll ich sagen: Vater, rette mich aus dieser Stunde? Aber deshalb bin ich in diese Stunde gekommen. Vater, verherrliche deinen Namen!“ Da kam eine Stimme vom Himmel: „Ich habe ihn schon verherrlicht und werde ihn wieder verherrlichen.“ Die Menge, die dabeistand und das hörte, sagte: „Es hat gedonnert.“ Andere sagten: „Ein Engel hat zu ihm geredet.“ Jesus antwortete und sagte: „Nicht mir galt diese Stimme, sondern euch. Jetzt wird Gericht gehalten über diese Welt; jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen werden. Und ich, wenn ich über die Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen.“ Das sagte er, um anzudeuten, auf welche Weise er sterben werde.

Januar 2026

„Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht ...“

Johannes 4,5–15

Jesus kam zu einem Ort in Samarien, der Sychar hieß und nahe bei dem Grundstück lag, das Jakob seinem Sohn Josef vermacht hatte. Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war müde von der Reise und setzte sich daher an den Brunnen; es war um die sechste Stunde. Da kam eine samaritische Frau, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte zu ihr: „Gib mir zu trinken!“ Seine Jünger waren nämlich in den Ort gegangen, um etwas zum Essen zu kaufen. Die samaritische Frau sagte zu ihm: „Wie kannst du als Jude mich, eine Samariterin, um Wasser bitten?“ (Die Juden verkehren nämlich nicht mit den Samaritern.) Jesus antwortete ihr: „Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: ‚Gib mir zu trinken!’, dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.“ Sie sagte zu ihm: „Herr, du hast kein Schöpfgefäß, und der Brunnen ist tief; woher hast du also das lebendige Wasser? Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, wie seine Söhne und seine Herden?“ Jesus antwortete ihr: „Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt.“ Da sagte die Frau zu ihm: „Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierherkommen muss, um Wasser zu schöpfen.“

November 2025

Unseren Weg finden

1 Samuel 3,1-10

Der junge Samuel versah den Dienst des Herrn unter der Aufsicht Elis. In jenen Tagen waren Worte des Herrn selten; Visionen waren nicht häufig. Eines Tages geschah es: Eli schlief auf seinem Platz; seine Augen waren schwach geworden, und er konnte nicht mehr sehen. Die Lampe Gottes war noch nicht erloschen, und Samuel schlief im Tempel des Herrn, wo die Lade Gottes stand. Da rief der Herr den Samuel, und Samuel antwortete: „Hier bin ich.“ Dann lief er zu Eli und sagte: „Hier bin ich, du hast mich gerufen.“ Eli erwiderte: „Ich habe dich nicht gerufen. Geh wieder schlafen!“ Da ging er und legte sich wieder schlafen. Der Herr rief noch einmal: „Samuel!“ Samuel stand auf und ging zu Eli und sagte: „Hier bin ich, du hast mich gerufen.“ Eli erwiderte: „Ich habe dich nicht gerufen, mein Sohn. Geh wieder schlafen!“ Samuel kannte den Herrn noch nicht, und das Wort des Herrn war ihm noch nicht offenbart worden. Da rief der Herr den Samuel wieder, zum dritten Mal. Er stand auf und ging zu Eli und sagte: „Hier bin ich, du hast mich gerufen.“ Da merkte Eli, dass der Herr den Knaben gerufen hatte. Eli sagte zu Samuel: „Geh, leg dich schlafen! Wenn er dich (wieder) ruft, dann antworte: 'Rede, Herr; denn dein Diener hört.'“ Samuel ging und legte sich an seinem Platz nieder. Da kam der Herr, trat (zu ihm) heran und rief wie die vorigen Male: „Samuel, Samuel!“ Und Samuel antwortete: „Rede, denn dein Diener hört.“