Gedanken zur
Bibel

September 2025

Zurücklassen, nachfolgen und empfangen

Markus 10,28–31
Petrus sagte zu Jesus: „Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt.“ Jesus antwortete: „Amen, ich sage euch: Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache dafür empfangen: Jetzt in dieser Zeit wird er Häuser, Brüder, Schwestern, Mütter, Kinder und Äcker erhalten, wenn auch unter Verfolgungen, und in der kommenden Welt das ewige Leben. Viele aber, die jetzt die Ersten sind, werden dann die Letzten sein, und die Letzten werden die Ersten sein.“

Die Worte des Petrus sind sowohl Ausdruck dessen, dass er und die anderen jede Sicherheit aufgegeben haben, als auch eine implizite Frage, wie ihre Zukunft aussehen werde. Wenn wir versuchen, unsere Berufung zu verstehen, führt uns Gott oft auf einen negativen Weg – auf dem wir immer mehr entdecken, was für uns unwichtig ist. Gott wirkt in uns, um unser Herz von den Dingen zu lösen, damit wir bereit sind, uns an ihn zu binden.

Das kann wie ein Gang in die Wüste sein – eine sehr unangenehme Erfahrung. In diese Leere hinein gibt Jesus denen, die um seinetwillen ihre Sicherheit aufgegeben haben, ein zweifaches Versprechen: Erstens werden sie reich an menschlichen Beziehungen sein, die ihrem Leben Sinn geben. Und es wird neue „Felder“ geben, Orte der Aktivität und Arbeit, die sich vielleicht stark davon unterscheiden, was sie aufgegeben haben, oder vielleicht gleich sind, aber in einem neuen Licht erscheinen.

Zweitens wird sie das, was sie erhalten, auf einen Weg führen, der niemals endet; es ist ein Weg des ewigen Lebens. Falls wir denken, dass dies einfach sei, fügt Jesus das Wort „Verfolgung” in die Liste der Dinge ein, die wir zu erwarten haben. Das Loslassen wird bei anderen Missverständnisse und Widerstand hervorrufen.

01
Gibt es auf meinem Lebensweg Dinge, die ich aufgegeben oder zurückgelassen habe? Warum?
02
Habe ich neue Beziehungen, eine neue Gemeinschaft oder neue Aufgaben erhalten?
03
Welche Schwierigkeiten begegnen uns in der Haltung und im Verhalten anderer?

... der vergangenen Monate:

Januar 2026

„Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht ...“

Johannes 4,5–15

Jesus kam zu einem Ort in Samarien, der Sychar hieß und nahe bei dem Grundstück lag, das Jakob seinem Sohn Josef vermacht hatte. Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war müde von der Reise und setzte sich daher an den Brunnen; es war um die sechste Stunde. Da kam eine samaritische Frau, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte zu ihr: „Gib mir zu trinken!“ Seine Jünger waren nämlich in den Ort gegangen, um etwas zum Essen zu kaufen. Die samaritische Frau sagte zu ihm: „Wie kannst du als Jude mich, eine Samariterin, um Wasser bitten?“ (Die Juden verkehren nämlich nicht mit den Samaritern.) Jesus antwortete ihr: „Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: ‚Gib mir zu trinken!’, dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.“ Sie sagte zu ihm: „Herr, du hast kein Schöpfgefäß, und der Brunnen ist tief; woher hast du also das lebendige Wasser? Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, wie seine Söhne und seine Herden?“ Jesus antwortete ihr: „Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt.“ Da sagte die Frau zu ihm: „Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierherkommen muss, um Wasser zu schöpfen.“

November 2025

Unseren Weg finden

1 Samuel 3,1-10

Der junge Samuel versah den Dienst des Herrn unter der Aufsicht Elis. In jenen Tagen waren Worte des Herrn selten; Visionen waren nicht häufig. Eines Tages geschah es: Eli schlief auf seinem Platz; seine Augen waren schwach geworden, und er konnte nicht mehr sehen. Die Lampe Gottes war noch nicht erloschen, und Samuel schlief im Tempel des Herrn, wo die Lade Gottes stand. Da rief der Herr den Samuel, und Samuel antwortete: „Hier bin ich.“ Dann lief er zu Eli und sagte: „Hier bin ich, du hast mich gerufen.“ Eli erwiderte: „Ich habe dich nicht gerufen. Geh wieder schlafen!“ Da ging er und legte sich wieder schlafen. Der Herr rief noch einmal: „Samuel!“ Samuel stand auf und ging zu Eli und sagte: „Hier bin ich, du hast mich gerufen.“ Eli erwiderte: „Ich habe dich nicht gerufen, mein Sohn. Geh wieder schlafen!“ Samuel kannte den Herrn noch nicht, und das Wort des Herrn war ihm noch nicht offenbart worden. Da rief der Herr den Samuel wieder, zum dritten Mal. Er stand auf und ging zu Eli und sagte: „Hier bin ich, du hast mich gerufen.“ Da merkte Eli, dass der Herr den Knaben gerufen hatte. Eli sagte zu Samuel: „Geh, leg dich schlafen! Wenn er dich (wieder) ruft, dann antworte: 'Rede, Herr; denn dein Diener hört.'“ Samuel ging und legte sich an seinem Platz nieder. Da kam der Herr, trat (zu ihm) heran und rief wie die vorigen Male: „Samuel, Samuel!“ Und Samuel antwortete: „Rede, denn dein Diener hört.“