Gedanken zur
Bibel

November 2025

Unseren Weg finden

1 Samuel 3,1-10
Der junge Samuel versah den Dienst des Herrn unter der Aufsicht Elis. In jenen Tagen waren Worte des Herrn selten; Visionen waren nicht häufig. Eines Tages geschah es: Eli schlief auf seinem Platz; seine Augen waren schwach geworden, und er konnte nicht mehr sehen. Die Lampe Gottes war noch nicht erloschen, und Samuel schlief im Tempel des Herrn, wo die Lade Gottes stand. Da rief der Herr den Samuel, und Samuel antwortete: „Hier bin ich.“ Dann lief er zu Eli und sagte: „Hier bin ich, du hast mich gerufen.“ Eli erwiderte: „Ich habe dich nicht gerufen. Geh wieder schlafen!“ Da ging er und legte sich wieder schlafen. Der Herr rief noch einmal: „Samuel!“ Samuel stand auf und ging zu Eli und sagte: „Hier bin ich, du hast mich gerufen.“ Eli erwiderte: „Ich habe dich nicht gerufen, mein Sohn. Geh wieder schlafen!“ Samuel kannte den Herrn noch nicht, und das Wort des Herrn war ihm noch nicht offenbart worden. Da rief der Herr den Samuel wieder, zum dritten Mal. Er stand auf und ging zu Eli und sagte: „Hier bin ich, du hast mich gerufen.“ Da merkte Eli, dass der Herr den Knaben gerufen hatte. Eli sagte zu Samuel: „Geh, leg dich schlafen! Wenn er dich (wieder) ruft, dann antworte: 'Rede, Herr; denn dein Diener hört.'“ Samuel ging und legte sich an seinem Platz nieder. Da kam der Herr, trat (zu ihm) heran und rief wie die vorigen Male: „Samuel, Samuel!“ Und Samuel antwortete: „Rede, denn dein Diener hört.“

  

Manchmal hört man junge Menschen sagen: „Ich frage mich, was Gott mit meinem Leben vorhat. Obwohl ich schon lange darüber nachdenke, finde ich keine Antwort.“ Wie schön, wenn sich jemand diese Frage stellt: Er sollte sie nicht als Problem betrachten! So viele Menschen absolvieren ihre Ausbildung, suchen sich einen Job, „lassen sich nieder“ auf die eine oder andere Weise und stellen sich diese Frage erst viel später in ihrem Leben oder denken ihr ganzes Leben lang kaum darüber nach. Sich diese Frage zu stellen, so unbequem sie auch sein mag, ist ein Geschenk Gottes. Aber was soll man jemandem antworten, der fragt: „Ich habe einige Pläne, aber wie kann ich wissen, ob das wirklich der richtige Weg für mich ist, der Wille Gottes, oder nur etwas, das ich mir selbst ausgedacht habe? Wie kann ich den Unterschied erkennen?“

Samuel hört den Ruf, weiß aber nicht, woher er kommt. Sehr oft ist auch der Ruf Gottes in uns so leise, dass wir die Bestätigung anderer brauchen, um sicher zu sein, dass wir unsere Aufmerksamkeit etwas Wirklichem schenken und uns nicht nur etwas einbilden. Samuel findet diese Bestätigung in Eli. Dieser ermutigt ihn zwar, mischt sich aber nicht ein. Er versucht nicht, etwas zu erklären oder zu vermitteln. Er sagt Samuel lediglich, dort zu bleiben, wo Gott zu ihm spricht, zuzuhören und nicht wegzulaufen.

Wenn etwas immer wiederkehrt, sollten wir vielleicht genauer hinsehen. Gott nimmt seine Berufung, seine Verheißung nicht zurück (vgl. Röm 11,29 – Paulus sagt dies in Bezug auf das jüdische Volk). Das Paradoxe daran ist, dass sich die Frage und die Antwort darauf daraus ergeben, dass wir aufmerksam auf unser Herz hören, und dass wir die Antwort niemals finden, wenn wir uns nur auf uns selbst konzentrieren.

01
Wann habe ich schon einmal die Freude empfunden, etwas zu tun, das für mich genau das Richtige ist?
02
Welche Dinge, die in unserer Gesellschaft wichtig zu sein scheinen, sind für mich nicht so wichtig? Was ist mir im Leben wichtig?
03
Wir möchten frei sein und Gottes Berufung für unser Leben entdecken. Habe ich schon einmal erlebt, dass beides zusammenpasst?

... der vergangenen Monate:

Januar 2026

„Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht ...“

Johannes 4,5–15

Jesus kam zu einem Ort in Samarien, der Sychar hieß und nahe bei dem Grundstück lag, das Jakob seinem Sohn Josef vermacht hatte. Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war müde von der Reise und setzte sich daher an den Brunnen; es war um die sechste Stunde. Da kam eine samaritische Frau, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte zu ihr: „Gib mir zu trinken!“ Seine Jünger waren nämlich in den Ort gegangen, um etwas zum Essen zu kaufen. Die samaritische Frau sagte zu ihm: „Wie kannst du als Jude mich, eine Samariterin, um Wasser bitten?“ (Die Juden verkehren nämlich nicht mit den Samaritern.) Jesus antwortete ihr: „Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: ‚Gib mir zu trinken!’, dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.“ Sie sagte zu ihm: „Herr, du hast kein Schöpfgefäß, und der Brunnen ist tief; woher hast du also das lebendige Wasser? Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, wie seine Söhne und seine Herden?“ Jesus antwortete ihr: „Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt.“ Da sagte die Frau zu ihm: „Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierherkommen muss, um Wasser zu schöpfen.“

November 2025

Unseren Weg finden

1 Samuel 3,1-10

Der junge Samuel versah den Dienst des Herrn unter der Aufsicht Elis. In jenen Tagen waren Worte des Herrn selten; Visionen waren nicht häufig. Eines Tages geschah es: Eli schlief auf seinem Platz; seine Augen waren schwach geworden, und er konnte nicht mehr sehen. Die Lampe Gottes war noch nicht erloschen, und Samuel schlief im Tempel des Herrn, wo die Lade Gottes stand. Da rief der Herr den Samuel, und Samuel antwortete: „Hier bin ich.“ Dann lief er zu Eli und sagte: „Hier bin ich, du hast mich gerufen.“ Eli erwiderte: „Ich habe dich nicht gerufen. Geh wieder schlafen!“ Da ging er und legte sich wieder schlafen. Der Herr rief noch einmal: „Samuel!“ Samuel stand auf und ging zu Eli und sagte: „Hier bin ich, du hast mich gerufen.“ Eli erwiderte: „Ich habe dich nicht gerufen, mein Sohn. Geh wieder schlafen!“ Samuel kannte den Herrn noch nicht, und das Wort des Herrn war ihm noch nicht offenbart worden. Da rief der Herr den Samuel wieder, zum dritten Mal. Er stand auf und ging zu Eli und sagte: „Hier bin ich, du hast mich gerufen.“ Da merkte Eli, dass der Herr den Knaben gerufen hatte. Eli sagte zu Samuel: „Geh, leg dich schlafen! Wenn er dich (wieder) ruft, dann antworte: 'Rede, Herr; denn dein Diener hört.'“ Samuel ging und legte sich an seinem Platz nieder. Da kam der Herr, trat (zu ihm) heran und rief wie die vorigen Male: „Samuel, Samuel!“ Und Samuel antwortete: „Rede, denn dein Diener hört.“