Gedanken zur
Bibel

August 2019

Hoffnung für jeden Menschen

1 Petrus 3,18–22
Christus ist der Sünden wegen ein einziges Mal gestorben, er, der Gerechte, für die Ungerechten, um euch zu Gott hinzuführen; dem Fleisch nach wurde er getötet, dem Geist nach lebendig gemacht. So ist er auch zu den Geistern gegangen, die im Gefängnis waren, und hat ihnen gepredigt. Diese waren einst ungehorsam, als Gott in den Tagen Noachs geduldig wartete, während die Arche gebaut wurde; in ihr wurden nur wenige, nämlich acht Menschen, durch das Wasser gerettet. Dem entspricht die Taufe, die jetzt euch rettet. Sie dient nicht dazu, den Körper von Schmutz zu reinigen, sondern sie ist eine Bitte an Gott um ein reines Gewissen aufgrund der Auferstehung Jesu Christi, der in den Himmel gegangen ist; dort ist er zur Rechten Gottes, und Engel, Gewalten und Mächte sind ihm unterworfen.

Mehrmals stellt der erste Petrusbrief die Leiden Christi als Vorbild dar. Christen sollen keine Angst haben und sich nicht wundern, wenn das, was Jesus widerfuhr, auch ihnen widerfahren wird. Vielmehr sollten sie sich freuen, auf diese Weise mit ihm verbunden zu sein.

Im vorliegenden Abschnitt jedoch ist das Leiden Jesu kein Vorbild: „Er ist der Sünden wegen ein einziges Mal gestorben.“ Sein Leiden ist mit nichts zu vergleichen; es hat die Kraft, den Schuldigen in die Gemeinschaft mit Gott zu führen. Jesus, der Gerechte, hat für die Ungerechten gelitten. Hier sind die Christen nicht dadurch bei Christus, dass sie seinem Beispiel von Geduld und Vergebung folgen, sondern sie stehen auf Seiten der Ungerechten, derjenigen, die Christus „zu Gott hinführt“.

Jesus litt als schwaches menschliches Wesen, er war uns ähnlich. Aber er ist nicht im Tod geblieben; er wurde „dem Geist nach lebendig gemacht“. Als Ergebnis seiner unzerstörbaren Einheit mit Gott im Heiligen Geist lebt er auf ewig in Gott.

Jesus hat für andere gelebt, er hat für andere gelitten und ist für andere auf ewig lebendig. In seinem irdischen Leben verkündete Jesus den Gefangenen Befreiung. Jetzt, da er Raum und Zeit durch seinen Tod und seine Auferstehung übersteigt, verkündet er denjenigen die Befreiung, die durch ihre Ablehnung Gottes im Gefängnis des Todes waren. Dieses Gefängnis, auch Hölle genannt, bezeichnet nicht unbedingt einen bestimmten Ort, sondern die Einsamkeit, die ein Leben in Gemeinschaft mit Gott und anderen unmöglich macht.

Die Generation der Menschen zur Zeit der Sintflut galt als besonders unmoralisch. Wenn die Verkündigung des Evangeliums auch ihnen gilt, dann besteht Hoffnung für alle. Die Erwähnung der Sintflut unterstreicht sowohl die Kontinuität der Heilsgeschichte als auch die Neuheit der Erlösung durch Christus. Traditionellerweise wurde in der Sintflut ein rettendes Handeln Gottes gesehen: Gott wusch die Erde, die von Gewalt befallen war, rein. Aber während Gott den rechtschaffenen Noah rettete und ihn von der Gewalt der Ungerechten befreite, erfuhr der rechtschaffene Mensch Jesus diese Gewalt am eigenen Leib und starb für die Ungerechten. Die Sintflut hat die Sünde weggewaschen, indem sie die Sünder zusammen mit der Sünde vernichtet hat; die Taufe dagegen führt all jene in die Freundschaft mit Gott zurück, die durch die Auferstehung Christi auf ihn vertrauen. Die Auferstehung schenkt neues Leben.

„Zur Rechten Gottes“ zu sein, bedeutet, dass Jesus nicht nur lebendig ist, sondern dass er mit Gott „herrscht“: Der auferstandene Christus ist nicht untätig; er sucht ständig die auf, die weit weg sind von Gott. Er regiert über die Engel und andere unsichtbaren Mächte – die Kräfte, die die Welt zusammenhalten, die Gesetze der Natur und die Prinzipien, die das psychische, soziale, politische und wirtschaftliche Leben bestimmen. Nichts von allem kann noch irgendjemanden von der Liebe Christi trennen.

01
Welche Ermutigung finden wir in dieser Darstellung Christi? Welche Hoffnung weckt sie?
02
Wie kann das Wissen, dass Christus jeden Menschen in seiner Nacht und in seinem Gefängnis besucht, meine Sicht auf die anderen verändern?
03
Ist es vernünftig, Hoffnung zu haben für jeden Menschen?

... der vergangenen Monate:

Avril 2026

Das Geheimnis von Ostern

Johannes 12,20–33

Auch einige Griechen waren zum Fest nach Jerusalem gekommen. Sie traten an Philippus heran, der aus Betsaida in Galiläa stammte, und sagten zu ihm: „Herr, wir möchten Jesus sehen.“ Philippus ging und sagte es Andreas; Andreas und Philippus gingen und sagten es Jesus. Jesus aber antwortete ihnen: „Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht wird. Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht. Wer an seinem Leben hängt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben. Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach; und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein. Wenn einer mir dient, wird der Vater ihn ehren. Jetzt ist meine Seele erschüttert. Was soll ich sagen: Vater, rette mich aus dieser Stunde? Aber deshalb bin ich in diese Stunde gekommen. Vater, verherrliche deinen Namen!“ Da kam eine Stimme vom Himmel: „Ich habe ihn schon verherrlicht und werde ihn wieder verherrlichen.“ Die Menge, die dabeistand und das hörte, sagte: „Es hat gedonnert.“ Andere sagten: „Ein Engel hat zu ihm geredet.“ Jesus antwortete und sagte: „Nicht mir galt diese Stimme, sondern euch. Jetzt wird Gericht gehalten über diese Welt; jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen werden. Und ich, wenn ich über die Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen.“ Das sagte er, um anzudeuten, auf welche Weise er sterben werde.

Januar 2026

„Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht ...“

Johannes 4,5–15

Jesus kam zu einem Ort in Samarien, der Sychar hieß und nahe bei dem Grundstück lag, das Jakob seinem Sohn Josef vermacht hatte. Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war müde von der Reise und setzte sich daher an den Brunnen; es war um die sechste Stunde. Da kam eine samaritische Frau, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte zu ihr: „Gib mir zu trinken!“ Seine Jünger waren nämlich in den Ort gegangen, um etwas zum Essen zu kaufen. Die samaritische Frau sagte zu ihm: „Wie kannst du als Jude mich, eine Samariterin, um Wasser bitten?“ (Die Juden verkehren nämlich nicht mit den Samaritern.) Jesus antwortete ihr: „Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: ‚Gib mir zu trinken!’, dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.“ Sie sagte zu ihm: „Herr, du hast kein Schöpfgefäß, und der Brunnen ist tief; woher hast du also das lebendige Wasser? Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, wie seine Söhne und seine Herden?“ Jesus antwortete ihr: „Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt.“ Da sagte die Frau zu ihm: „Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierherkommen muss, um Wasser zu schöpfen.“

November 2025

Unseren Weg finden

1 Samuel 3,1-10

Der junge Samuel versah den Dienst des Herrn unter der Aufsicht Elis. In jenen Tagen waren Worte des Herrn selten; Visionen waren nicht häufig. Eines Tages geschah es: Eli schlief auf seinem Platz; seine Augen waren schwach geworden, und er konnte nicht mehr sehen. Die Lampe Gottes war noch nicht erloschen, und Samuel schlief im Tempel des Herrn, wo die Lade Gottes stand. Da rief der Herr den Samuel, und Samuel antwortete: „Hier bin ich.“ Dann lief er zu Eli und sagte: „Hier bin ich, du hast mich gerufen.“ Eli erwiderte: „Ich habe dich nicht gerufen. Geh wieder schlafen!“ Da ging er und legte sich wieder schlafen. Der Herr rief noch einmal: „Samuel!“ Samuel stand auf und ging zu Eli und sagte: „Hier bin ich, du hast mich gerufen.“ Eli erwiderte: „Ich habe dich nicht gerufen, mein Sohn. Geh wieder schlafen!“ Samuel kannte den Herrn noch nicht, und das Wort des Herrn war ihm noch nicht offenbart worden. Da rief der Herr den Samuel wieder, zum dritten Mal. Er stand auf und ging zu Eli und sagte: „Hier bin ich, du hast mich gerufen.“ Da merkte Eli, dass der Herr den Knaben gerufen hatte. Eli sagte zu Samuel: „Geh, leg dich schlafen! Wenn er dich (wieder) ruft, dann antworte: 'Rede, Herr; denn dein Diener hört.'“ Samuel ging und legte sich an seinem Platz nieder. Da kam der Herr, trat (zu ihm) heran und rief wie die vorigen Male: „Samuel, Samuel!“ Und Samuel antwortete: „Rede, denn dein Diener hört.“