Gedanken zur
Bibel
Hoffnung für jeden Menschen
1 Petrus 3,18–22Mehrmals stellt der erste Petrusbrief die Leiden Christi als Vorbild dar. Christen sollen keine Angst haben und sich nicht wundern, wenn das, was Jesus widerfuhr, auch ihnen widerfahren wird. Vielmehr sollten sie sich freuen, auf diese Weise mit ihm verbunden zu sein.
Im vorliegenden Abschnitt jedoch ist das Leiden Jesu kein Vorbild: „Er ist der Sünden wegen ein einziges Mal gestorben.“ Sein Leiden ist mit nichts zu vergleichen; es hat die Kraft, den Schuldigen in die Gemeinschaft mit Gott zu führen. Jesus, der Gerechte, hat für die Ungerechten gelitten. Hier sind die Christen nicht dadurch bei Christus, dass sie seinem Beispiel von Geduld und Vergebung folgen, sondern sie stehen auf Seiten der Ungerechten, derjenigen, die Christus „zu Gott hinführt“.
Jesus litt als schwaches menschliches Wesen, er war uns ähnlich. Aber er ist nicht im Tod geblieben; er wurde „dem Geist nach lebendig gemacht“. Als Ergebnis seiner unzerstörbaren Einheit mit Gott im Heiligen Geist lebt er auf ewig in Gott.
Jesus hat für andere gelebt, er hat für andere gelitten und ist für andere auf ewig lebendig. In seinem irdischen Leben verkündete Jesus den Gefangenen Befreiung. Jetzt, da er Raum und Zeit durch seinen Tod und seine Auferstehung übersteigt, verkündet er denjenigen die Befreiung, die durch ihre Ablehnung Gottes im Gefängnis des Todes waren. Dieses Gefängnis, auch Hölle genannt, bezeichnet nicht unbedingt einen bestimmten Ort, sondern die Einsamkeit, die ein Leben in Gemeinschaft mit Gott und anderen unmöglich macht.
Die Generation der Menschen zur Zeit der Sintflut galt als besonders unmoralisch. Wenn die Verkündigung des Evangeliums auch ihnen gilt, dann besteht Hoffnung für alle. Die Erwähnung der Sintflut unterstreicht sowohl die Kontinuität der Heilsgeschichte als auch die Neuheit der Erlösung durch Christus. Traditionellerweise wurde in der Sintflut ein rettendes Handeln Gottes gesehen: Gott wusch die Erde, die von Gewalt befallen war, rein. Aber während Gott den rechtschaffenen Noah rettete und ihn von der Gewalt der Ungerechten befreite, erfuhr der rechtschaffene Mensch Jesus diese Gewalt am eigenen Leib und starb für die Ungerechten. Die Sintflut hat die Sünde weggewaschen, indem sie die Sünder zusammen mit der Sünde vernichtet hat; die Taufe dagegen führt all jene in die Freundschaft mit Gott zurück, die durch die Auferstehung Christi auf ihn vertrauen. Die Auferstehung schenkt neues Leben.
„Zur Rechten Gottes“ zu sein, bedeutet, dass Jesus nicht nur lebendig ist, sondern dass er mit Gott „herrscht“: Der auferstandene Christus ist nicht untätig; er sucht ständig die auf, die weit weg sind von Gott. Er regiert über die Engel und andere unsichtbaren Mächte – die Kräfte, die die Welt zusammenhalten, die Gesetze der Natur und die Prinzipien, die das psychische, soziale, politische und wirtschaftliche Leben bestimmen. Nichts von allem kann noch irgendjemanden von der Liebe Christi trennen.