Gedanken zur
Bibel
Paulus: Allen alles werden
1 Korinther 9,16–27Die Worte des Paulus sind Feuer. Sein ganzes Leben ist darauf ausgerichtet, das Evangelium zu verkünden. Für ihn ist es eine Notwendigkeit, eine glückliche Pflicht. Ohne sich zu schämen ruft er: „Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde!“ (V. 16). Er sagt dies, weil das Evangelium Gottes Kraft zur Erlösung derer ist, die glauben (Römer 1,16). Er wurde als erstes von dieser Macht ergriffen, mit Leib und Seele. Die Begegnung mit dem auferstandenen Christus hat sein Leben verändert und ein neues Leben in Gemeinschaft mit Christus begann. Jetzt möchte er die Liebe Gottes, die in Jesus Mensch wurde, an die weitergeben, die ihn noch nicht kennen.
Machtvoll und wortgewandt enthüllt der Apostel das Geheimnis seines Dienstes, das Evangelium zu verkünden. Ohne widersprüchlich oder polemisch zu werden erkennt er sich in jedem Menschen, sogar in denen, die ihm entgegenstehen. Er möchte kulturelle und religiöse Grenzen überschreiten, um alle Menschen zu erreichen, um seine Hörer zu „gewinnen“. Der Apostel ist völlig frei und lässt sich von der allgemeinen Meinungen nicht lähmen. Er will das Wort des Lebens ohne Ausnahme allen verkünden, weil Christus für alle gestorben und auferstanden ist.
Das Bild des Athleten und des Siegespreises zeigt, wie viel Disziplin, Aufopferung und Selbstbeherrschung diejenigen brauchen, die das Evangelium verkünden. Die Jünger Christi müssen wie Sportler trainieren.
Paulus ist Realist; er weiß, dass nicht alle auf seine Botschaft hören werden. Aber das entmutigt ihn nicht, und hält ihn auch nicht davon ab, anscheinend unüberwindbare Hemmnisse zu überwinden. Obwohl er hart gearbeitet und bis zu einem gewissen Grad seinen Dienst erfolgreich erfüllt hat, hütet er sich davor, stolz zu werden. Er ist sich seiner Grenzen und Schwächen bewusst. Hinter allem ist Gott am Werk. Später sagt Paulus einmal, wir tragen den Schatz des Evangeliums in Tonkrügen (2 Korinther 4,7). Ihm ist nur zu sehr bewusst, dass die Kraft von Gott und nicht von uns kommt.
Paulus zeigt seinen Eifer für die Verkündigung des Evangeliums nicht um zu prahlen, sondern um durch sein Beispiel den Christen, die unter Nichtgläubigen leben, Mut zu machen. Er folgt damit dem Beispiel Jesu, seines Herrn. Während seines irdischen Lebens hat Jesus niemanden ausgeschlossen und das Gesicht Gottes gezeigt, der der Vater aller ist.
Heute, wie zur Zeit des Paulus, gehören die Verkündigung des Evangeliums und dessen praktische Umsetzung zueinander. In einer Welt, die noch immer von Trennungen und Gegensätzen geprägt ist, sind wir aufgerufen, Christus zu verkünden, der die Trennung von Hass und Feindschaft überwunden hat (s. Epheser 4,14). Wagen wir, Christus der Gemeinschaft ist zu verkünden, anstatt uns anderen feindlich gegenüber zu stellen? Das beginnt bei uns selbst. Die Einstellung des Paulus kann uns inspirieren und herausfordern.