Gedanken zur
Bibel
Niedergeschlagen, aber nicht vernichtet
2 Korinther 4,7–18Das Ostergeheimnis, das Hindurchgehen durch Leiden und Tod zu einem neuen und ewigen Leben, ist das Herz des christlichen Glaubens. Es wurde in Fülle offenbart im Leben von Jesus von Nazareth, „eingesetzt als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten” (Römer 1,4). Aber dieses Geheimnis gibt dem Leben der Menschen, die ihm nachfolgen, einen Sinn. Im vorliegenden Text beschreibt Paulus, wie der Kampf zwischen Tod und Leben und dem Sieg des Letzteren in seinem täglichen Leben als Apostel immer noch gegenwärtig ist.
Während er auf seinen Reisen versucht, von der Frohen Botschaft Christi Zeugnis abzulegen, begegnet Paulus Widerständen. Dies geschieht allen Freunden Gottes in der Welt, die oft andere Prioritäten hat. Er sieht in diesen Schwierigkeiten das Werk der Mächte des Todes in ihm. Auf diese Weise erfährt er in seinem täglichen Leben (das ist die Bedeutung des Wortes „Leib“ in V. 10) das Sterben Jesu. Aber da ihn sein Glaube an die Auferstehung Christi mit einem Leben verbindet, das stärker ist als der Tod, sind seine Leiden am Ende nur ein Anlass, dass dieses Leben sich noch umfassender und intensiver zeigt. Oft nützt diese Hingabe seines Lebens anderen und er selbst, Paulus, erfährt nur die dunklen Seiten.
Gott kann in ihm wirken, weil er verletzlich ist und menschliche Grenzen hat. Um dies zu erklären, verwendet Paulus das Bild eines Schatzes in einem Tongefäß: Die Zerbrechlichkeit des Gefäßes lässt den Wert des Inhalts noch stärker hervortreten. Mit der Zeit muss der „äußere Mensch“ zerfallen, um dem Bleibenden mehr und mehr Raum zu lassen – einem neuen Wesen, das vom Geist Gottes verklärt wird. Irenäus von Lyon bringt dies mit einem anderen Bild noch deutlicher zum Ausdruck: ein kostbarere Likör, der die Flasche, die ihn enthält, neu macht.