TAIZÉ

Für diesen Monat

Gedanken zur Bibel

 
Mit den „Gedanken zur Bibel“ kann man mitten im Alltag, allein oder mit anderen, Gott suchen. Jeder nimmt sich mit dem vorgeschlagenen Text, dem Kommentar und den Fragen eine Zeit der Stille. Danach treffen sich alle zum Austausch. Davor oder danach kann ein gemeinsames Gebet stehen.

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2024

Juli

Lukas 14,15–23: Eine Liebe, die jedem Menschen gilt
(Lukas 14,15—23) Ein Mann sagte zu Jesus: „Selig, wer am Mahl im Reich Gottes teilnehmen darf.“ Jesus sagte zu ihm: „Ein Mann veranstaltete ein großes Festmahl und lud viele dazu ein. Als das Fest beginnen sollte, schickte er seinen Diener und ließ den Gästen, die er eingeladen hatte, sagen: ’Kommt, es steht alles bereit!’ Aber einer nach dem andern ließ sich entschuldigen. Der erste ließ ihm sagen: ’Ich habe einen Acker gekauft und muss jetzt gehen und ihn besichtigen. Bitte, entschuldige mich! Ein anderer sagte: ’Ich habe fünf Ochsengespanne gekauft und bin auf dem Weg, sie mir genauer anzusehen. Bitte, entschuldige mich!’ Wieder ein anderer sagte: ’Ich habe geheiratet und kann deshalb nicht kommen.’ Der Diener kehrte zurück und berichtete alles seinem Herrn. Da wurde der Herr zornig und sagte zu seinem Diener: ’Geh schnell auf die Straßen und Gassen der Stadt und hol die Armen und die Krüppel, die Blinden und die Lahmen herbei.’ Bald darauf meldete der Diener: ’Herr, dein Auftrag ist ausgeführt; aber es ist immer noch Platz.’ Da sagte der Herr zu dem Diener: ’Dann geh auf die Straßen und vor die Stadt hinaus und nötige die Leute zu kommen, damit mein Haus voll wird.“

Oft wurde Jesus die Frage gestellt: „Wie sieht das Reich Gottes aus? Wie kommen wir hinein?“ Die Menschen hatten sehr unterschiedliche Vorstellungen und fragten sich: Wird dieses Reich mit Macht kommen oder wird es immer wieder verschoben, wie ein lang ersehntes Versprechen?

„Ein Mann sagte zu Jesus ...“ Wie häufig im Lukasevangelium spielt sich die Szene während einer Mahlzeit ab. Jesus sitzt mit uns bei Tisch. Wo ist man sich näher, als an einem gemeinsamen Tisch? Und so erklärt Jesus mit diesem Bild, wie Gott auf uns wartet und uns einlädt.

Im Matthäusevangelium geht es um ein Hochzeitsmahl für einen Königssohn. Wie ist es möglich, dass die geladenen Gäste den Termin vergessen haben? Sie werden zweimal eingeladen; wie können sie ihre Privatangelegenheiten dem für die Zukunft des Königreichs wichtigsten Ereignis voranstellen? Die Armen, die Lahmen, die Blinden nehmen schließlich die Einladung an und gehen in die Freude Gottes ein, weil sie sich nicht um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern können: Sie hängen in allem von anderen ab. Jesus ist dem Tod nahe, und fühlt sich vielleicht deshalb allen besonders nahe, die verlassen und vergessen sind. Er weiß, dass die gesamte Menschheit durch seine Auferstehung die Liebe Gottes empfangen kann.

Angesichts von unbegreiflicher Gleichgültigkeit, ja manchmal sogar von Ablehnung, offenbart Jesus die Großherzigkeit des Vaters: Alle Menschen sind in diese Gemeinschaft eingeladen. Alle Menschen sind eingeladen, an dieser Gemeinschaft teilzuhaben, und durch dieses unglaubliche Geschenk offenbart sich das Reich Gottes.

- Woran erkennen wir die Momente, in denen das Reich Gottes offenbar wird, in denen Gemeinschaft mit Christus und mit anderen möglich wird?

- Zum Festmahl sind bedingungslos alle eingeladen. Wie können wir offen bleiben und uns jeden Tag aufs Neue auf die uns angebotene Freude einlassen?



Weitere Bibelstellen:

Letzte Aktualisierung: 1. Juli 2024