TAIZÉ

Aktuelles

Pressemitteilung | In Taizé hat der Sommer begonnen

Mittwoch, 14. Juli 2021

Nach einem sehr schwierigen Jahr aufgrund der Pandemie gehen die internationalen Jugendtreffen in Taizé (Frankreich) wieder weiter. Mit den zuständigen Behörden wurde ein Protokoll erstellt, um die Einhaltung der Hygieneregeln sicherzustellen. So können jede Woche mehrere hundert Menschen am Programm teilnehmen, zu dem das gemeinsame Gebet, Gespräche in Kleingruppen, Thementreffen und Mitarbeit bei den anfallenden Arbeiten gehören.

Die besonderen Momente des diesjährigen Sommers sind:

Weitere Neuigkeiten in Kürze

  • Das tägliche Abendgebet wird als Audio live auf der Internetseite von Taizé übertragen; samstags als Video über den YouTube-Kanal von Taizé
  • Die Brüder der Communauté haben in den letzten Monaten neue Produkte entwickelt, wie etwa die „Carrés de Taizé“, Kekse aus eigener Produktion, und selbstgemachte Kräutertees, die in Taizé und online erhältlich sind.

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Frère Alois: „Wir haben euch vermisst!“

Zu Beginn dieses Sommers freuen wir Brüder der Communauté uns, diejenigen unter euch, die in den nächsten Wochen nach Taizé kommen, hier begrüßen zu können. Zusammen mit den Schwestern in Taizé und Ameugny sowie mit den jungen Freiwilligen der letzten Monate können wir sagen: „Wir haben euch vermisst!“

Natürlich werden wir diesen Sommer noch mit der schwierigen gesundheitlichen Situation im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie leben müssen. Wir müssen die Hygieneregeln einhalten und dürfen nicht meinen, dass alles schon hinter uns läge. Wir werden auch weiterhin an alle denken, die in der vergangene Zeit gelitten haben, und wir werden für die Menschen beten, die in der Pflege arbeiten und dadurch ein besonderes Risiko eingehen.

Freuen wir uns, dass wir nach so schwierigen Monaten wieder zusammenkommen können! Jede Sommerwoche werden mehrere hundert Jugendliche in Taizé sein, überwiegend Einzelpersonen oder kleine Gruppen von Freunden, aber auch Erwachsene und Familien. Wir freuen uns darauf, mit euch in der Versöhnungskirche zu beten und auch euch zuzuhören.

Noch immer kann man nicht von überall zu uns nach Frankreich kommen. Deshalb übertragen wir weiterhin das tägliche Abendgebet als Audio und samstags als Video. Außerdem wird jeden Samstagnachmittag ein Workshop aus Taizé online übertragen.

Zu Beginn des Sommers möchte ich zum Schluss noch all denen danken, die in den letzten Monaten die Jugendtreffen in Taizé unterstützt haben, und auch all denen, die uns mitgeteilt haben, wie viel ihnen die Übertragung der gemeinsamen Gebete bedeutet, und die uns andere Zeichen der Verbundenheit geschickt haben.

Herzliche willkommen – wir freuen uns auf euch in Taizé!

Frère Alois

Karwoche und Ostern aus Taizé mitleben

Auf dieser Seite erscheinen die verschiedenen Veröffentlichungen, die von Taizé während der Karwoche und am Ostertag in den sozialen Netzwerken gemacht wurden.

Wie gewohnt ist die Kurzlesung des Tages auf dieser Seite verfügbar, genauso wie das kurze Gebet von Frère Alois im Mittagsgebet auf dieser Seite.

Palmsonntag

Fotos vom Gebet an der Quelle Saint-Etienne


Gedanken zum Tag von Frère Stephen


Montag

Gedanken zum Tag von Sœur Gabi


Übertragung des Mittagsgebets


Dienstag

Gedanken zum Tag von Frère Frank


Übertragung des Mittagsgebets


Mittwoch

Gedanken zum Tag von Frère Sebastian


Übertragung des Mittagsgebets


Gründonnerstag

Gedanken zum Tag von Frère Jean


Übertragung des Mittagsgebets mit der Fußwaschung


Sonderprogramm von jungen Freiwilligen


Karfreitag

Gedanken zum Tag von Sœur Clare


Übertragung des Mittagsgebets | Prozession mit dem Kreuz


Sonderprogramm von jungen Freiwilligen


Karsamstag

Gedanken zum Tag von Frère Andras


Übertragung des Mittagsgebets


Sonderprogramm von jungen Freiwilligen


Ostersonntag

Ostergottesdienst


Sonderprogramm von jungen Freiwilligen


Frère Sylvain (1933-2021)

Am Dienstag, den 2. Februar ist Frère Sylvain friedlich entschlafen. Beim Abendessen mit den Brüdern fühlte er sich plötzlich unwohl und starb von einem Moment auf den anderen. Er war 87 Jahre alt. Die Beerdigung fand am Freitag, den 5. Februar um 12 Uhr in Taizé statt.


Foto: Martine Magnon („Journal de Saône-et-Loire“; Rechte vorbehalten)

Gebet von Frère Alois

Gott aller Menschen, gelobt seist du für unseren Bruder Sylvain, für das lange Leben, das du ihm auf Erden geschenkt hast, und für seine bescheidene und diskrete Gegenwart unter uns.

Durch den Heiligen Geist hast du ihm sein Leben lang Kraft gegeben. Schon sehr früh hat er seine Mutter verloren und musste sich um seine Schwester und seinen Bruder kümmern. Dabei hat er gelernt, auch in schweren Zeiten fröhlich zu bleiben, und einen gesunden Humor bewahrt. Sein Vertrauen hat auf die Menschen ausgestrahlt, die du ihm anvertraut hast.

Wir danken dir, dass du besonders in den vierzig Jahren bei ihm warst, in denen er mit den Brüdern auf den Philippinen, in Japan und Korea gelebt hat. Mit ihnen zusammen ist er – um Christi und des Evangeliums willen – auf die schwächsten Menschen zugegangen und hat in großer Einfachheit versucht, Brücken zu bauen zwischen den Kulturen, den verschiedenen Gesichtern der Menschheit.

Du hast ihn in einer alten hugenottischen Familie im Bergland der Ardèche zur Welt kommen lassen. Aus diesen seinen Wurzeln hat er gelebt und eine tiefe Liebe zur Heiligen Schrift entwickelt. Die Berichte der Bibel haben ihn geprägt, und mit der ihm eigenen künstlerischen Begabung hat er sie in vielen Zeichnungen und unlängst bei der Ausgestaltung der Kathedrale von Oran ins Bild gesetzt.

Wir danken dir, lebendiger Gott, für seinen Tod in Frieden und dafür, dass du ihn jetzt bei dir aufnimmst.


Foto: Taizé

Bruderrat der Communauté: Gebet von Frère Alois

Vom 26. bis 31. Januar fand der jährliche Bruderrat der Communauté statt. Hier das abschließende Gebet von Frère Alois.


(Foto: Barnabás Cseh)

Gelobt seist du, Gott des Lebens. In einer schweren Zeit für die Menschheit wenden wir uns an dich. Gib uns die Kraft, diese Prüfungen mit Gelassenheit anzunehmen.

Unsere Fürbitte wird noch inniger: Zeige deine Gegenwart den Menschen, die am Coronavirus oder einer anderen Krankheit leiden, unter den Folgen von Umweltkatastrophen, Unrecht, Gewalt oder Vertreibung. Sei bei denen, die keine Kraft mehr haben.

Wir vertrauen dir auch heute die Opfer von Macht- und Vertrauensmissbrauch an, besonders diejenigen, die in der Vergangenheit von einem von uns sexuell missbraucht wurden. Steh denen bei, die mit dem erfahrenen Leid zu leben versuchen.

Wir loben dich für alle, die inmitten des Leids auf der Welt helfen, Wunden zu heilen und sich für andere einsetzen. Sie sind Zeichen der Hoffnung und bringen die Menschheit voran.

In dieser Zeit großer Veränderungen rufst du uns auf umzukehren. Wir möchten uns immer wieder von deiner Gegenwart ergreifen lassen, wie Mose am brennenden Dornbusch, wie die Jünger von Emmaus und so viele andere – du meinst es gut mit uns. Wir möchten alles daransetzen, damit unser Leben zu einem Zeichen für deine Zukunft und deine Treue wird.

Du hilfst uns, unser persönliches und unser gemeinsames Gebet zu erneuern. Mögen nicht unsere Sorgen, so ernst sie auch sein mögen, im Mittelpunkt unseres Lebens stehen, sondern das Feuer der Liebe Christi.

Gelobt seist du für die vielen Gesten der Hilfe, die wir erhalten. Sie sind ein schöner Ausdruck der Gemeinschaft der Kirche. Führe uns zu einer sichtbaren Einheit all derer, die Christus lieben.

Danke, lebendiger Gott, für unser gemeinsames Leben. Es ist im Lauf des letzten Jahres tiefer geworden und noch einfacher. Und in diesen Tagen hast du uns wieder die Augen geöffnet für die Schönheit dessen, was du uns schenkst. Christus nennt uns seine Brüder, und er vertraut uns einander als Brüder an. Wir danken dem Heiligen Geist, dass er uns Tag für Tag die Vielfalt unter uns als Reichtum sehen und auch weiterhin in gütiger Brüderlichkeit leben lässt. Auf diese Weise können wir zu einer immer größeren universellen Brüderlichkeit beitragen.

Gelobt seist du, dass du uns ein noch größeres Bewusstsein für unsere Verantwortung für die Schöpfung schenkst. Gelobt seist du für die jungen Menschen, die uns darauf aufmerksam machen, und für die Wissenschaftler und Politiker, die versuchen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Gott des Friedens, wir wissen noch nicht, was in den gegenwärtigen Geburtswehen der Menschheit entsteht. Möge dein Heiliger Geist unseren Blick verändern, um einen neuen Horizont zu erkennen und in Zukunft zu verstehen, was du von uns erwartest.

So machen wir uns als einfache Pilger des Vertrauens wieder auf den Weg. Möge der Geist des Festes uns auch bei geringen Mitteln beflügeln.

Wir loben und preisen dich, ewiger Gott. Wir danken dir für das Leben und glauben, dass du in jedem von uns, in unserer Gemeinschaft und in der Welt von heute am Werk bist – durch Christus, der bei uns ist, und durch deinen Heiligen Geist, der uns führt.

Nun strecken sich diejenigen Brüder, die sich für immer engagiert haben, auf dem Boden aus, um auf diese Weise an ihre Lebenshingabe zu erinnern.


Im Advent

  • Vor der Versöhnungskirche wurde wie jedes Jahr entlang der Straße eine Weihnachtskrippe aufgebaut, die jede Woche erweitert wird.



  • Das von Frère Alois jeden Tag im Mittagsgebet gesprochene Gebet erscheint weiterhin hier auch auf Deutsch.

Covid-19 und die Treffen in Taizé

Aufgrund der Covid-19-Pandemie wurde in Frankreich im Frühjahr 2020 und nach Allerheiligen ein Lockdown angeordnet. Im Zeitraum dazwischen konnte die Communauté vom 14. Juni bis zum 30. Oktober die Jugendtreffen auf dem Hügel durchführen. Ein entsprechendes Protokoll mit fünfzig Maßnahmen wurde erstellt und an die Präfektur übermittelt.

In den letzten Monaten waren insgesamt etwa sechstausend Menschen für mehr als einen Tag in Taizé und haben an den Wochentreffen teilgenommen; darüber hinaus haben viele andere auf der Durchreise Taizé besucht. Alle Teilnehmer der Treffen wurden vor dem Aufenthalt und bei der Ankunft über die Auflagen und die „Abstandsregeln“ informiert, als Ausdruck der Aufmerksamkeit gegenüber den anderen, insbesondere den Schwächsten.

Gemeinsam zu beten, andere zu treffen und dabei eine Maske zu tagen und Abstand zu halten, ist nicht immer einfach. Doch durch die Beteiligung aller sind die Treffen in Taizé gut und ohne Ansteckungsherde verlaufen.

In diesen viereinhalb Monaten haben einige Teilnehmer an den Treffen während ihres Aufenthalts in Taizé erfahren, dass sie zuvor Kontakt mit Menschen hatten, die positiv auf Covid-19 getestet wurden. Auf behördliche Anweisung wurden diese „Kontaktfälle“ isoliert und getestet. Außerdem hatten einige wenige Personen Symptome des Coronavirus und wurden ebenfalls getestet, die meisten ihrer Testergebnisse waren negativ. Doch es gab auch positive Tests (siehe die Aufstellung unten).

Die Brüder der Communauté und die jungen Freiwilligen, die während der Allerheiligen-Feiertage in Kontakt mit Gruppen Jugendlicher waren, gingen Anfang November eine Woche lang in Quarantäne, keiner von ihnen ist erkrankt.

Wir möchten hiermit allen danken, die in dieser Zeit in Taizé waren und unter diesen besonderen Bedingungen an den Treffen teilgenommen haben.

Aufstellung sämtlicher uns bekannten Fälle

Personen, die in den letzten Monaten das Coronavirus hatten:

  • Eine Dame, die am 5./6. September in Taizé war und uns erzählte, dass sie sich wahrscheinlich schon vorher mit dem Virus angesteckt habe. Wir konnten feststellen, wer mit dieser Person in Taizé Kontakt hatte; niemand davon erkrankte.
  • Ein Mann, der am 4. Oktober an einem diözesanen Treffen in Taizé teilgenommen hat. Einige Tage später erfuhren wir, dass er positiv getestet wurde, ohne dass bekannt war, ob er das Virus bereits während des Tages in Taizé hatte.
  • Vier Personen, die gemeinsam mit dem Auto gekommen und am Wochenende des 3. und 4. Oktober in Taizé waren. Sie wurden einige Tage später positiv getestet. Ein Bruder hatte mit ihnen Kontakt, er wurde negativ getestet.
  • Eine junge Frau, die vom 11. bis 14. Oktober in Taizé war und davor engen Kontakt mit einer kranken Person hatte. Sechs Personen, die engeren Kontakt mit dieser Frau hatten, mussten vor Ort isoliert werden; alle wurden negativ getestet.
  • Ein Begleiter einer Jugendgruppe, die am 23./24. Oktober in Taizé war, dessen Frau, die nicht mit in Taizé war, während seines Aufenthalts positiv auf Covid-19 getestet wurde. Wir haben nicht erfahren, dass andere Personen dieser Gruppe erkrankten.
  • Ein Begleiter einer Jugendgruppe, die vom 22. bis 26. Oktober in Taizé war, und der im Bekanntenkreis Covid-Fälle hatte. In dieser Gruppe haben wir ebenfalls von keinen Krankheitsfällen gehört.
  • Während seines für den 26. bis 30. Oktober geplanten Aufenthalts in Taizé erfuhr ein junger Mann, dass einer seiner Eltern positiv auf Covid getestet worden war. Er wurde isoliert und getestet; das Testergebnis war positiv. Auch seine näheren Freunde wurden isoliert und ohne Kontakt mit ihrer Gruppe mit dem Auto nach Hause gebracht, wo sie getestet wurden. Ein Freund des betroffenen Jugendlichen wurde ebenfalls positiv getestet, aber die anderen, die im gleichen Schlafsaal mit ihm untergebracht waren, hatten ein negatives Testergebnis.
  • In einer großen Gruppe, die vom 26. bis 30. Oktober in Taizé war, hatte ein Jugendlicher nach der Rückkehr zu Hause Symptome von Covid-19. Er wurde getestet und war positiv. Die Jugendlichen, die engen Kontakt zu ihm hatten, wurden getestet, insbesondere diejenigen, die im gleichen Schlafsaal untergebracht waren; die Ergebnisse waren negativ. Der betreffende Jugendliche war bei einer Gruppe von Brüdern der Communauté zum Mittagessen eingeladen, und der Bruder, der bei diesem Essen neben ihm saß, wurde ebenfalls getestet, und das Ergebnis war negativ. Wenige Tage nach ihrer Rückkehr verloren drei Jugendliche aus dieser Gruppe ihren Geschmacks- und Geruchssinn; sie wurden getestet, und das Ergebnis war positiv. Wir wissen nicht, ob diese Jugendlichen während ihres Aufenthalts in Taizé mit dem Virus infiziert waren, aber als Vorsichtsmaßnahme wurden diejenigen, die in den gleichen Schlafsälen wohnten, getestet, und die Ergebnisse waren negativ.

E-Mail-Nachrichten aus Taizé | September 2020

Auf dieser Seite veröffentlichen wir den Text der letzten Ausgabe der E-Mail-Nachrichten aus Taizé. Um diese Nachrichten regelmäßig zu erhalten, sich bitte hier abonnieren.

Nach einem besonderen Sommer gehen die Jugendtreffen in Taizé weiter

Der Sommer war in Taizé aufgrund der Covid-19-Pandemie nicht wie gewohnt. Seit Juni konnten die Jugendtreffen ohne Schwierigkeiten, aber unter strikter Einhaltung der „Hygieneregeln“ stattfinden, die als „Gesten der Achtsamkeit“ anderen, insbesondere den Schwächsten gegenüber, bezeichnet werden.

Jede Woche im Juli und August waren etwa 500 Personen gekommen – hauptsächlich Einzelpersonen oder kleine Gruppen von Freunden, aber auch einige Jugendgruppen aus Deutschland, Frankreich, Polen, Estland und den Niederlanden. Aus den Niederlanden kam zudem Mitte August das Fernsehteam eines evangelischen Sonntagsprogramms aus Anlass einer kürzlich veröffentlichten neuen CD.

In den nächsten Wochen gehen die Jugendtreffen weiter. Ausnahmsweise können im November und Dezember dieses Jahr auch Erwachsene über 30 Jahre teilnehmen.

Ende 2020: Das Europäische Treffen in Taizé

Nach der Verschiebung des Europäischen Treffens in Turin laden die Brüder junge Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren zu einer neuen Etappe des „Pilgerwegs des Vertrauens auf der Erde“ nach Taizé ein: Das Europäisches Treffen wird also vom 27. Dezember 2020 bis 1. Januar 2021 in Taizé stattfinden.

Es ist möglich, sich bis Anfang Dezember auf der Internetseite von Taizé dazu anzumelden. Die Teilnehmerzahl wird voraussichtlich auf 500 begrenzt sein, wobei Jugendliche aus verschiedenen Ländern die Möglichkeit zur Teilnahme erhalten sollen. Über unterschiedliche Online-Initiativen werden junge Menschen von den anderen Kontinenten in das einmalige Programm einbezogen.

Wer möchte, kann bereits in der Woche vom 20. bis 27. Dezember 2020 kommen und Weihnachten in Taizé mitfeiern.

Anfang Januar werden Brüder dann zu gemeinsamen Gebeten mit Gesängen aus Taizé in verschiedene Städte Europas reisen, möglichst in jedes Land. Weitere Informationen demnächst hier.

Ein zweifacher Jahrestag im August

Im August gab es einen zweifachen Jahrestag in Taizé: vor 80 Jahren, am 20. August 1940, kam Frère Roger nach Taizé und sein Todestag jährte sich am 16. August zum 15. Mal. Bei einem der wöchentlichen Treffen mit Jugendlichen sagte Frère Alois dazu: „Dieser Monat August ist für uns Brüder ein Anlass, Gott für das Leben von Frère Roger zu danken, der vor 80 Jahren zum ersten Mal nach Taizé gekommen war. Das war der Anfang einer Gründung, die über viele Jahre hinweg in Etappen weiterging.“

Neues in Kürze

  • Ende August konnten 300 junge Erwachsene aus über 50 Ländern an einem speziellen „Online-Wochenende“ teilnehmen – mit Bibeleinführungen, Gesprächsgruppen und Thementreffen.
  • Am selben Wochenende wurde eine ähnliche Initiative für Familien angeboten, die diesen Sommer nicht nach Taizé kommen konnten.

Übertragung der gemeinsamen Gebete

Die Übertragung der gemeinsamen Gebete aus Taizé geht weiter. Diese Initiative, die zu Beginn des Lockdown begonnen wurde, hat eine konkrete Verbundenheit mit vielen Menschen auf der ganzen Welt ermöglicht:

  • Jeden Tag ist es möglich, die Mittags- und Abendgebete in der Versöhnungskirche audio mitzuverfolgen.

Rückblick auf die Workshops in diesem Sommer

Im Sommer standen mehrere Workshops auf dem Programm, u.a. mit Schwester Cécile Renouard vom ökologischen „Campus der Transition“, dem Europaabgeordneten Philippe Lamberts, der evangelischen Theologin Katharina Opalka, Christoph Benn vom „Joep-Lange-Institut“ in Genf und Germain Dasylva, einem ehemaligen Mitarbeiter FAO.

Jeden Samstagnachmittag wurde einer dieser Workshops online übertragen. Siehe hier

Abendgebet für die Bewahrung der Schöpfung

Vom 1. September bis zum 4. Oktober kommen Christen auf der ganzen Welt zu Gebeten, zum Austausch und zu konkreten Aktionen rund um die Bewahrung der Schöpfung zusammen. Das dritte Jahr in Folge steht auf den Internetseiten von Taizé ein Vorschlag für ein solches Gebet zur Verfügung.

Gebet

Heiliger Geist, in den schweren Zeiten unseres Lebens machst du uns Mut, auf Christus zu schauen. Ihm gehören die Höhen und die Tiefen, die Freuden und die Sorgen unseres Lebens. Und wenn sich scheinbar unüberwindliche Hindernisse vor uns auftun, können wir uns auf deine Barmherzigkeit verlassen, um auch weiterhin zu lieben.

Brief von Frère Alois an die Jugendlichen in Belarus

Liebe Freunde,

wir verfolgen in Taizé sehr aufmerksam die Ereignisse in Eurem geliebten Land, und ich möchte Euch sagen, dass wir Euch sehr nahe sind. Wir haben in den Fürbitten für Euer Land gebetet, und mit meinen Brüdern denke ich mit diesen Worten im Gebet an Euch:

Auferstandener Christus, du kennst unsere Ängste und unsere Not. Unermüdlich sprichst du zu uns: „Fürchte dich nicht, ich bin da.“ Wir vertrauen dir das Volk von Belarus an, insbesondere diejenigen, die für Gerechtigkeit und Freiheit kämpfen. Zeige deine Gegenwart all denen, die Gewalt erleiden. Du bist unser Frieden.

In tiefer Gemeinschaft mit Euch allen

Fr. Alois



Brief als PDF

Ein zweifacher Jahrestag in Taizé

Diese Woche wird in Taizé eines zweifachen Jahrestags gedacht:
des 15. Todestags von Frère Roger am 16. August 2005 und des 80. Jahrestags seiner Ankunft in Taizé am 20. August 1940.

Frère Alois:

Der 20. August erinnert uns an den Anfang einer Gründung, die bereits seit Jahren im Herzen Frère Rogers herangereift war und zu einer schrittweisen Suche wurde – einem Weg von vielen Versuchen, von Zögern und Zweifeln, bis hin zum entscheidenden Moment des Lebensengagements der ersten Brüder an Ostern 1949. Diese Dynamik Frère Rogers hat sich sein ganzes Leben hindurch gezeigt – auf besondere Weise in der Abfassung der Regel und den späteren Quellen von Taizé.

Es lohnt sich, über Frère Rogers Art des Vorgehens nachzudenken und sich davon inspirieren zu lassen: Er verließ sein Land und ließ sich in Taizé nieder, ohne einen vorgefertigten Plan zu haben und ohne zu wissen, was Gott auf lange Sicht von ihm erwartete. Er wusste nur, dass er anfangen und einen ersten Schritt tun musste. Mit dem ersten Schritt entdeckt man den zweiten und kann nach und nach den Weg gehen. So hat Frère Roger sein ganzes Leben gelebt; und darin hat der 20. August für uns seine besondere Bedeutung.


Gebet am 20. August

Das von Frère Alois jeden Mittag gesprochene Gebet erscheint täglich hier.

Lebendiger Gott, wir danken dir für die Berufung, die Frère Roger, unser Bruder, von dir empfangen hatte. Heute vor achtzig Jahren war er nach Taizé gekommen mit der Absicht, ein geistliches Leben zu führen in dieser Gegend, in der die Menschen unter dem tiefen Riss litten, der quer durch die damalige Welt ging. So wie ihn lädst du uns ein, Zeugen der Gemeinschaft zu sein, damit die Christen zur Einheit finden und dazu beitragen, dass dein Friede in der Menschheit erstrahlt.


Einige Artikel:

Auf Deutsch

Auf Französisch

  • Interview mit Frère Alois auf den Internetseiten der Katholischen Kirche in Frankreich
  • Artikel auf den Internetseiten des französischen Fernsehens France 3 Burgund
  • Artikel auf cath.ch

Auf Italienisch

  • Interview mit Frère Alois im Osservatore Romano

Botschaft von Frère Alois nach den Explosionen im Hafen von Beirut

Taizé, 5. August 2020

Liebe Freunde,

die Bilder von den Explosionen der vergangenen Nacht im Hafen von Beirut haben uns in Taizé erreicht. Wir sind erschüttert von diesen Ereignissen, welche die Menschen in Eurem Land nach den Krisen der letzten Monate und der Pandemie erneut schwer getroffen haben.

Ich möchte Euch sagen, dass wir Euch nahe sind – in Solidarität im Leid und vereint im Gebet.

Heute Mittag beten wir Brüder mit den Jugendlichen, die diese Woche in Taizé sind, für Euch:

Gott des Friedens, viele Menschen auf der Erde gehen durch großes Leid. Wir bitten dich heute besonders für die Menschen im Libanon, die in den letzten Monaten sowie erst gestern wieder durch zwei schreckliche Explosionen im Hafen von Beirut hart getroffen wurden. Wir bitten dich für die Opfer, ihre Angehörigen und für die Familien, die alles verloren haben. Wir vertrauen sie dir an – du, der Gott aller Menschen.

In tiefer Verbundenheit

Frère Alois

E-Mail-Nachrichten aus Taizé | Juni 2020

Auf dieser Seite veröffentlichen wir den Text der letzten Ausgabe der „E-Mail-Nachrichten aus Taizé“. Um diese E-Mail-Nachrichten regelmäßig Mail zu erhalten, ist es notwendig, sich auf dieser Seite zu abonnieren.

  • Die Jugendtreffen in Taizé gehen weiter
  • Sommer 2020 | Hygienemaßnahmen
  • Abendgebet live aus Taizé
  • Fünf Jahre nach Laudato Si’
  • Pfingstwochenende 2020 | Ein Jugendtreffen online
  • Die Exposition in Taizé ist wieder geöffnet
  • Eine neue CD auf Niederländisch
  • Gebet

Die Jugendtreffen in Taizé gehen weiter

Nach der Ankündigung der französischen Regierung, die Kontaktbeschränkungen schrittweise aufzuheben, ist es wieder möglich nach Taizé zu kommen. Ab 14. Juni werden die Jugendtreffen mit dem gewohnten Programm weitergehen, allerdings mit einigen durch die Hygienemaßnahmen notwendigen Änderungen.

Momentan suchen wir junge Freiwillige zwischen 18 und 28 Jahren, die für einige Wochen oder länger in Taizé mitleben. Neben all den praktischen Aufgaben beim Empfang anderer, ist ein Aufenthalt als Freiwilliger in Taizé immer eine Zeit, in der man über nächste Schritte im eigenen Leben nachdenken kann – persönlich, im regelmäßigen gemeinsamen Gebet und im Austausch mit anderen. Näheres dazu hier.

Wegen der Unterbrechung der Treffen im Frühjahr 2020 können in diesem Jahr Erwachsene über 30 Jahre auch zwischen dem 1. November und dem 20. Dezember kommen. Näheres hier Wie üblich, mögen sich alle, die einen Aufenthalt planen, online anmelden.

Sommer 2020 | Hygienemaßnahmen

Wer im Sommer nach Taizé kommt, verpflichten sich, vor Ort alle Hygienemaßnahmen einzuhalten. Diese sind Gesten der Rücksichtnahme auf andere, insbesondere auf die am meisten Gefährdeten. Die Einhaltung dieser Hygienemaßnahmen ist Voraussetzung dafür, dass die Jugendtreffen in Taizé in diesem Sommer weitergehen können.

Abendgebet live aus Taizé

Seit Mitte März wird das Abendgebet täglich über die sozialen Netzwerke von Taizé aus übertragen. Wir sind dankbar für diese Möglichkeit, mit so vielen Menschen auf der ganzen Welt Gemeinschaft zu halten.

Es bestehen zwei Möglichkeiten:
- täglich um 12.20 und 20.30 Uhr werden das Mittags- und Abendgebet aus der Versöhnungskirche über Internetseite von Taizé als Audio übertragen.
- jeden Samstag um 20.30 Uhr wird das Abendgebet mit dem Osterlicht auf Facebook und Instagram als Video übertragen.

Fünf Jahre nach Laudato Si’

Anlässlich des fünften Jahrestages der Enzyklika „Laudato Si‘“ von Papst Franziskus hat Frère Alois einen Beitrag in mehreren europäischen Zeitungen, darunter in der französischen Tageszeitung „La Croix“, veröffentlicht: „Vor fünf Jahren veröffentlichte Papst Franziskus die Enzyklika Laudato Si’, in der er ‘dringlich zu einem neuen Dialog [einlud] über die Art und Weise, wie wir die Zukunft unseres Planeten gestalten’. (...) Dieser Aufruf ist heute aktueller denn je. Die durch die Covid-19-Pandemie ausgelöste Krise macht auf einen Schlag deutlich, wie empfindlich der Planet Erde, unser gemeinsames Haus, ist.

Anlässlich dieses Jubiläums wird derzeit rund um die Versöhnungskirche in Taizé eine Ausstellung mit zwanzig großformatigen Aufnahmen des französischen Fotographen Yann Arthus-Bertrand gezeigt, welche Abschnitte der Enzyklika illustrieren.

Pfingstwochenende 2020 | Ein Jugendtreffen online

Am Pfingstwochenende fand eine neue Initiative online statt: Abendgebet, Bibeleinführung, Thementreffen und kleine Gesprächsgruppen. Die wesentlichen Elemente dieses Wochenendes sind hier zusammengestellt. Weitere Initiativen solcher Art sollen folgen.

Die Exposition in Taizé ist wieder geöffnet

Seit dem 11. Mai ist die „Exposition“ mit den Erzeugnissen der Brüder in Taizé wieder geöffnet: Montag bis Samstag von 11.00 bis 12.00 Uhr sowie von 14.30 bis 19.00 Uhr (am Sonntag bis 18.00 Uhr)

Eine neue CD auf Niederländisch

Soeben ist eine neue CD mit 16 Gesängen aus Taizé – größtenteils auf Niederländisch – erschienen; darunter „Adem in ons“ (Atme in uns), das dem Album seinen Namen gegeben hat. Es ist auf zwei Tonträgern erhältlich: als CD und als USB-Stick aus Bambusholz. Ein Video vermittelt einen Eindruck der Aufnahmen.

Gebet

Heiliger Geist, Tröster, an diesem Pfingsttag nehmen wir deine Gegenwart an. Du schenkst uns die tiefe Freude, die bleibt und die Jesus uns verheißen hat. Diese Freude trägt uns auch in den schweren Momenten unseres Lebens. Du drängst dich nicht auf, du kommst und stärkst uns, du verteidigst die Würde jedes Menschen. Und so verschieden wir auch sind, in dir finden wir Einheit und Frieden.

Die „Exposition“ ist wieder geöffnet

Nach der Lockerung der in Frankreich geltenden Bestimmungen ist der Verkaufsraum in Taizé (Exposition) seit 11. Mai wieder geöffnet.

Die Öffnungszeiten sind momentan:

- Montag bis Samstag: von 11.00 bis 12.00 Uhr sowie von 14.30 bis 19.00 Uhr
- Sonntag: von 11.15 bis 12.00 Uhr sowie von 14.00 bis 18.00 Uhr

Im Inneren sowie vor der Exposition bitte auf die Einhaltung der Abstandsregeln achten und einen Mund-Nasen-Schutz mitbringen.

Die Versöhnungskirche sowie die romanische Dorfkirche stehen für das persönliche Gebet zur Verfügung. Bitte die Markierungen am Boden beachten.

Diese Vorkehrungen sind Teil von insgesamt 50 Maßnahmen der Communauté im Rahmen der Lockerung der Abschottungsmaßnahmen, um die Einhaltung der Gesundheitsvorschriften und einen bestmöglichen Schutz aller zu gewährleisten.

Die Brüder der Communauté leben ausschließlich von ihrer Arbeit: Bücher, Videos und CDs, Töpferei, Emaillearbeiten, Ikonen und andere Gegenstände. Ihre Arbeiten sind in Taizé sowie online erhältlich.
Ostern 2020

Christus ist auferstanden – Er ist wahrhaft auferstanden!

Gebet am Ostermorgen aus Taizé


Osterbotschaft

Der Text von Frère Alois zu Ostern hier.


Gebet von Frère Alois

Liebender Gott, schau auf deine Familie. Komm der Menschheit zu Hilfe, die durch großes Leid geht. Tröste die Weinenden, und steh all denen bei, die sich mutig den Herausforderungen stellen und Solidarität leben. Durch die Auferstehung Christi öffnest du uns einen unbekannten Horizont, an dem ein neues Licht erscheint. Dann können wir, wie am Ostermorgen, neue Hoffnung schöpfen und mit unserem Leben sagen: „Christus ist auferstanden! – Ja, er ist wahrhaft auferstanden!“


Virtueller Chor für „In resurrectione tua“

Heute Nachmittag wird auf YouTube und Facebook ein Video erscheinen, in dem junge Menschen aus der ganzen Welt, Sänger und Instrumentalisten, gemeinsam das Lied „In resurrectione tua“ von zu Hause aus singen.



(Foto: Cédric Nisi)

Karwoche und Ostern von Taizé aus

Wegen der momentanen Einschränkungen aufgrund der Covid-19-Epidemie und nachdem in Taizé zurzeit keine Gäste empfangen werden können möchten die Brüder von Taizé aus zur Teilnahme per Internet an mehreren Gottesdiensten in der Karwoche und an Ostern einladen.
  • Wie jeden Abend seit dem 16. März wird auch weiterhin das Abendgebet um 20.30 Uhr über „Facebook Live“ und die Internetseite von Taizé übertragen. Der französische Radiosender RCF strahlt dieses Gebet ebenfalls jeden Abend von 20.30 Uhr bis 21 Uhr (außer am Karsamstag) mit einer Schriftbetrachtung eines der Brüder während der Stille aus.
  • Jeden Morgen wird in der Karwoche um 10 Uhr ein Video mit einer kurzen Bibeleinführung eines Bruders veröffentlicht.
  • Am Ostermorgen wird um 11 Uhr ein besonderes Gebet mit einer Meditation von Frère Alois ausgestrahlt.

(Foto: Cédric Nisi)

Bruderrat der Commuauté: Gebet von Frère Alois

Vom 5. bis 10. Februar 2019 sind die Brüder der Communauté zu ihrem jährlichen Bruderrat zusammengekommen. Den Abschluss bildete am Sonntagabend ein gemeinsames Gebet mit der Geste der „Prostration“, durch die sich die Brüder an den Tag ihres Lebensengagements erinnern. Davor sprach Frère Alois das folgende Gebet.

Gebet zum Ende des Bruderrats

Gott aller Menschen, wir loben dich; jeden Tag aufs Neue nimmst du uns an. Durch Jesus Christus führst du uns zusammen – in unserer ganzen Vielfalt und in Gemeinschaft mit unseren Brüdern, die in Brasilien, in Kuba, Senegal, Korea und Bangladesch leben – und mit unserem Bruder Jacques, der zurzeit im Krankenhaus ist.

Wir möchten, wie Maria, auf deine Stimme hören und das Leben annehmen, so wie du es uns schenkst; wir haben das Vertrauen, dass du selbst dich uns hingibst.

Jesus Christus, allein schon wenn wir deinen Namen aussprechen, denken wir daran, dass du als der Auferstandene unter uns bist. Deine Gegenwart tröstet uns – und sie bringt uns aus der Ruhe. In jedem Abschnitt unseres Lebens machst du uns bereit, dir nachzufolgen; und in Freude und Einfachheit gehen wir von Neubeginn zu Neubeginn.

Wir haben deinen Ruf vernommen, die Gastfreundschaft nicht zu vergessen. Dein Heiliger Geist ermöglicht uns, diesen Ruf in die Tat umzusetzen. Du, Christus, verleihst uns diesen inneren Elan, diese Haltung der Gastfreundschaft. Danke für die Erfahrung, dass wir, wenn wir Gastfreundschaft leben, mehr bekommen als wir geben. Deine Liebe befreit uns, sodass wir ohne Angst und trotz all unserer Verletzlichkeit auf andere zugehen können. Du bist sanft und von Herzen demütig; gewähre uns den Mut zur Demut, den Mut anzunehmen, dass wir aufeinander angewiesen sind.

Durch diese gemeinsamen Tage unseres Bruderrats hast du unsere gegenseitige Güte vertieft; sie ist ein Geschenk, eine wertvolle Perle. Möge diese Güte wachsen, unter uns und überall in deiner Kirche, damit die Christen niemals stehenbleiben auf ihrem Weg hin zur Versöhnung und zur Einheit.

Wo die Kirche deine Güte ausstrahlt, gibt sie das Evangelium weiter und erfüllt damit ihre Mission; sie ist ein Widerschein der gütigen Zuneigung zu den Ärmsten, den Ausgeschlossenen und Migranten, ein Widerschein des Erbarmens mit der Schöpfung. Und lass uns die nicht übersehen, die keinen Platz in ihrer Kirche finden.

Du möchtest, dass wir durch unser gemeinsames Leben ein Zeichen deiner Gegenwart sind, besonders unter den jungen Menschen, die du uns anvertraust. In einer Zeit, in der das „Jeder-für-sich“ überall zunimmt, möchten wir nicht übersehen, dass eine tiefe Sehnsucht die Menschheit durchzieht, eine Sehnsucht nach Freundschaft und Großmut.

Durch den Heiligen Geist bist du in der Welt am Werk. Aus Dank für deine unendliche Liebe soll unser Leben dein Lob singen! In Taizé und in den Fraternitäten auf den verschiedenen Kontinenten möchten wir Zeugen der Schönheit des Lebens sein!


(Foto: JB Bagarić)

Gebetswoche für die Einheit der Christen

Anlässlich der jährlichen Gebetswoche für die Einheit der Christen (vom 18. bis 25. Januar) findet am Freitag, den 18. Januar um 18 Uhr zusammen mit katholischen, orthodoxen und evangelischen Kirchenvertretern aus der Umgebung von Taizé ein gemeinsames Gebet statt.



Foto: Cédric Nisi

Frère Alois bei der Bischofssynode in Rom

Am 3. Oktober begann in Rom die Bischofssynode zum Thema „Jugend, Glaube und Berufung“, zu der Bischöfe aus der ganzen Welt, Experten, Jugendliche und Delegierte der verschiedenen Kirchen mit Papst Franziskus zusammenkommen. Frère Alois nimmt als „besonderer Gast“ ebenfalls an der gesamten Synode teil.

Gebete mit Gesängen aus Taizé

In den nächsten Wochen finden im Zusammenhang mit der Synode in Rom zwei gemeinsame Gebete mit Gesängen aus Taizé statt, zu denen alle eingeladen sind. Näheres auf den italienischen Internetseiten von Taizé


Redebeitrag von Frère Alois bei der Synode

Die spirituelle Sehnsucht junger Menschen und ihre Suche nach Gemeinschaft

In den Artikeln 68 und 69 des Arbeitspapiers (instrumentum laboris) der Synode ist von einem „relationalen Ansatz“ die Rede, vom Wunsch nach einer Kirche, die „willkommen heißt, ohne vorher zu urteilen“, einer Kirche „der Freundschaft und der Nähe“.

Wir Brüder sind oft überrascht, wenn junge Menschen, die zu uns kommen, sagen, dass sie sich in Taizé „wie zu Hause“ fühlen. Und wir fragen uns, woher das kommt. Vielleicht können junge Menschen nur wirklich sie selber sein, wenn sie das Gefühl haben, gebraucht zu werden. Sie müssen ihre Kreativität bestätigt sehen und Verantwortung übertragen bekommen.

Dann kann ihre geistliche Sehnsucht erwachen. Es ist wichtig, sich Zeit zu nehmen, um mit ihnen zu den Quellen des Glaubens zu gehen. Sie wissen, dass sie in Taizé bei einer Gemeinschaft von Brüdern zu Gast sind, an deren Gebet sie aktiv teilnehmen – im gemeinsamen Singen, im Hören einer kurzen Bibellesung und in einem langen Moment der Stille. Oft vertiefen junge Menschen auf diese Weise eine persönliche Beziehung zu Christus.

Wir vermeiden jeden Formalismus in den liturgischen Zeichen. Diese sollen vielmehr einfach und schön sein. Wir beobachten zum Beispiel, mit welcher inneren Anteilnahme Jugendliche jeden Freitagabend vor dem Kreuz beten und auf diese Weise Christus das überlassen, was für sie im Leben ganz besonders schwer ist.

Wir sagen uns: ‚Hören wir ihnen, wie Christus, mit unserem Herzen zu und denken wir daran, dass Christus bereits in ihrem Leben am Wirken ist – achten wir ihr Gewissen wie etwas Heiliges!‘ Doch wer anderen zuhört, muss sich auch selbst von jemandem begleiten lassen. Es fehlen in der Kirche Menschen, die andere begleiten können: Könnte dieser Dienst des Zuhörens – über die Priester und Ordensleute hinaus – nicht auch Laien, Männern und Frauen, übertragen werden?

In Taizé entdecken die Jugendlichen außerdem, dass die Kirche Gemeinschaft ist. Wir haben nie eine organisierte Bewegung geschaffen, sondern die junge Menschen stets ermutigt, in ihre Kirchengemeinden zu Hause zurückzugehen. Viele von ihnen beten regelmäßig zusammen mit anderen Jugendlichen verschiedener Konfessionen. Sie verstehen, und sei es nur indirekt, dass Christus uns auffordert, uns unverzüglich zu versöhnen.

Wir haben vor Kurzem auf unserem „Pilgerweg des Vertrauens“, bei einem Jugendtreffen in Hongkong, diese Erfahrung der Gemeinschaft gemacht. Über 700 der jungen Teilnehmer konnten aus dem Festland China zu diesem Treffen kommen – das war die Freude des Heiligen Geistes.

Ich möchte an dieser Stelle noch einen konkreten Vorschlag machen: Wortwahl und Sprache hindern junge Menschen oft daran, die Botschaft der Kirche zu hören. Könnte zusammen mit dem Schlussdokument der Synode nicht ein kurzer, in einfacher Sprache gehaltener Brief an einen jungen Menschen veröffentlicht werden, der einen Sinn für sein Leben sucht?

Zum Abschluss möchte ich das, was ich gerade gesagt habe, mit zwei Sätzen von Frère Roger, dem Gründer unserer Communauté, zusammenfassen:


„Wenn die Kirche zuhört, wenn sie heilt und die Versöhnung lebt, wird sie zu dem, was sie dort ist, wo sie am hellsten leuchtet: Eine Gemeinschaft der Liebe, des Erbarmens und des Trostes, ein lauterer Widerschein des auferstandenen Christus. Wenn sie nie auf Distanz oder in Abwehrhaltung geht, und sich von jeglicher Strenge befreit, kann ihr demütiges Vertrauen des Glaubens bis tief in unser Herz strahlen.

Brief von Frère Alois an den Weltkirchenrat

Zum 70. Jahrestag des Weltkirchenrats schrieb Frère Alois an dessen Generalsekretär, Olav Fykse Tveit, und erinnerte an die lange Freundschaft zwischen Taizé und dem Weltkirchenrat.

Lieber Olav,

der Weltkirchenrat und die Communauté von Taizé entstanden in etwa zur gleichen Zeit – Taizé zu Beginn des Zweiten Weltkriegs, der Weltkirchenrat kurz nach dessen Ende. In der Mitte des 20. Jahrhunderts waren ihre Initiatoren von der gleichen Leidenschaft für die Einheit der Christen beseelt. Sie hatten die Vision, dass die getrennten Kirchen einen weiteren Schritt gehen müssen – einen Schritt der Gemeinschaft unter den Christen, um Frieden auf der Erde zu schaffen, jenseits des Konflikts, der die Welt zerrissen hatte. So wie sie versuchen auch wir, diese Flamme der Einheit am Leben zu erhalten.

Ich freue mich, Ihnen an diesem Jahrestag des Weltkirchenrats sagen zu können, dass wir Brüder der Communauté uns Ihnen sehr verbunden fühlen. Wir danken Gott für alles, was Sie tun, und beten, dass der Heilige Geist Sie auch weiterhin auf dem ökumenischen Weg führen möge.

Willem Vissert’hooft, der erste Generalsekretär des Weltkirchenrats, und Frère Roger, der Gründer unserer Communauté, kannten sich gut und standen seit den 1940er-Jahren in Kontakt. Jahrzehntelang haben Brüder der Communauté auf verschiedene Weise mit dem Weltkirchenrat zusammengearbeitet – sowohl auf theologischem Gebiet als auch im Bereich der Suche nach Gerechtigkeit und Frieden. Frère Roger nahm an den Generalversammlungen von Uppsala und Vancouver teil, ich selbst an den zwei Letzten in Porto Alegre und Busan. Die räumliche Nähe zwischen Genf und Taizé hat zahlreiche Kontakte ermöglicht, mehrere Generalsekretäre des Weltkirchenrats haben uns öfter besucht. Auch Ihre eigenen Besuche in Taizé haben uns jedes Mal sehr gefreut, und ich war sehr berührt vom herzlichen Empfang, den Sie uns Brüdern zusammen mit Jugendlichen bereitet haben.

Ihnen, lieber Olav, sowie den Mitarbeitern des Weltkirchenrats wünsche ich alles Gute zu diesem Jahrestag! Und lassen Sie mich hinzufügen: Gehen wir auf diesem gemeinsamen Weg voran!

Frère Alois

Olav Fykse-Tveit am 16. August 2015 in Taizé

Ostern 2018

Die Kar- und Ostertage in Taizé

Palmsonntag

Am Palmsonntag gedenkt die Kirche des Einzugs Jesu in Jerusalem. Mit diesem Tag beginnt die Karwoche. In Taizé begann die Feier wie in den letzten Jahren für alle Anwesenden gemeinsam am See neben der Quelle „Saint-Etienne“ – diesmal zusammen mit dem Ortsbischof von Autun, Benoît Rivière.

Clara, Belgien

Ich konnte während der Palmsonntags-Prozession unsere Verbundenheit mit der gesamten Schöpfung spüren. Das hat mich sehr froh gemacht. Wir wollten die Gegenwart Jesu feiern. Ich haben den Palmsonntag noch nie so erlebt.


Montag – Mittwoch

Die gemeinsamen Gebete der Karwoche sind durch die besonderen Gesänge geprägt. Morgens und abends werden von zwei Brüder in verschiedenen Sprachen die Berichte der Passion Jesu gelesen.

Am Montagabend wurde besonders für die Opfer des Großbrandes in einem Einkaufszentrum von Kemerowo in Sibirien und für die Opfer des Terroranschlags wenige Tage zuvor in Südfrankreich gebetet. Jeden Abend wurde für schwierige Situationen auf der Welt gebetet.

Rob, Irland

Diese Tage in Taizé waren ganz anders als ich erwartet hatte. Wir erlebten eine sehr tiefe Gemeinschaft. Ich gehe gern zum Gebet, am Anfang ohne große Begeisterung, aber mittlerweile fühle ich, dass etwas in mir gewachsen ist.


Gründonnerstag

Das Besondere heute war die Fußwaschung. Seit mehreren Jahren ist es Tradition, dass die Brüder durch die Kirche gehen und allen, die möchten, die Füße waschen. Danach wurde die Eucharistie im Gedächtnis an das letzte Mahl des Herrn gefeiert – der erste Tag des Ostertriduums.

2 Youssef, Ägypten 2

Als Diakon in der koptisch-orthodoxen Kirche, in der die Gottesdienste in der Karwoche besonders festlich gestaltet sind, habe ich etwas von dort auch hier gefunden: die Demut und die Liebe, die von Gott kommt und die auf Gott ausgerichtet ist. Am Gründonnerstag gibt Jesus, der Emmanuel und Gott in unserer Mitte, uns seinen Leib und sein Blut ... damit wir alle eins sind in ihm und mit ihm. Die Jünger an seinem Tisch waren nicht alle gleich – genauso wie auch wir hier in der Versöhnungskirche sehr verschieden voneinander sind. Wir kommen aus verschiedenen Gegenden und sind doch alle vereint in der Demut und der Liebe Gottes, des Vaters, in Jesus Christus durch den Heiligen Geist. Diese Gemeinschaft kann niemals gebrochen werden.

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Karfreitag

Um 15.00 Uhr läutete eine Glocke und der Hügel war für einige Minuten in Schweigen gehüllt, um an den Tod Jesu am Kreuz zu erinnern (vgl. Lukas 23,44-45). Alle hielten zu dieser Uhrzeit für einen Moment inne.

Am Abend fand die Prozession mit dem Kreuz in der Versöhnungskirche statt. Zu Beginn des Gebetes waren alle Brüder im Chorraum der Kirche versammelt. Von dort wurde das Kreuz durch die Kirche getragen, mitten durch die Tausenden von anwesenden Jugendlichen. Dann ging das Gebet vor dem Kreuz die ganze Nacht hindurch weiter.


Karsamstag

Am Abend wurde die Ikone der „Höllenfahrt Christi“ von den Brüdern durch die gesamte Versöhnungskirche getragen. Im Anschluss an das Abendgebet wandte sich Frère Alois an die Anwesenden, bevor das Gebet– unterbrochen von Lesungen aus dem Alten Testament – die ganze Nacht hindurch weiterging.


Ostersonntag

In diesem Jahr begann die Osterfeier um 6.30 Uhr in der noch dunklen Versöhnungskirche. Begleitet von einem Cello wurde von Frauenstimmen auf syrisch und in verschiedenen anderen Sprachen die Auferstehung gesungen, während vier Schwestern in einer Lampe das Osterlicht und ein weißes Tuch, das Symbol des Leichentuchs Jesu, durch die Kirche trugen.

Von dieser Lampe aus wurde die Osterkerze angezündet. So wurde erstmals das Osterlicht von Schwestern und Frauen aus dem Dorf überbracht – ein Hinweis darauf, dass Frauen – Maria aus Magdala und einige andere Frauen – als Erste an die Auferstehung Jesu glaubten.

Während des Ostergottesdienstes wurde das „Exultet“ von mehreren Brüdern in sechs Sprachen gelesen. Ein junger französischer Bruder legte in Anwesenheit seiner Familie während der Eucharistiefeier sein Lebensengagement in der Communauté ab.

Den Abschluss der Feier bildete die Verkündigung – wiederum durch Frauen – des in der orthodoxen Kirche traditionellen Ostergrußes in über zwanzig Sprachen: „Christus ist auferstanden!“, worauf alle antworteten: „Er ist wahrhaft auferstanden!“, und dabei läuteten die Glocken.

Osterheftchen

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Tim aus den Niederlanden

Ich habe in diesen Tagen viel Freude gespürt. Ich mag den Rhythmus, den Ablauf der Gebete, womit ich mich auf Ostern konzentrieren kann: Zuerst fühlt man sich bedrückt, dann kommt allmählich Freude auf, die auf Ostern hinführt. Ich spürte nach dem Gottesdienst so viel Freude unter den Menschen, ein Fest der Freude. Diese Tage haben mir geholfen, zusammen mit Menschen aus ganz Europa eine Hoffnung zu entdecken, gemeinsam dieses Fest zu feiern und zu glauben, dass dieses Osterlicht auf der ganzen Welt verbreitet wird.